In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats wurde die Sanierung der Hauptstraße vorgestellt. Das geplante Projekt, das mit massiven Einschränkungen für die Bürger einher geht, erntete Kritik und sorgte für hitzige Diskussionen.
Volles Haus verzeichnete der Ortschaftsrat Hammereisenbach in der Sommerberghalle, als in einer öffentlichen Sitzung die Planungen für die Sanierung der Hauptstraße vorgestellt wurden. Massive Einschränkungen müssen die Bürger dabei durch die Vollsperrung der Durchgangsstraße von April bis November 2024 hinnehmen.
Das Vorhaben Diplom-Ingenieur Rainer Christ von Bit-Ingenieure AG stellte dem Ortschaftsrat und den Bürgern die genaue Planung für die Sanierung vor, die schon seit Jahren dringend gefordert wird. Gleich zu Beginn machte er an einigen Beispielen deutlich, wie massiv die Schäden an der Straße sind. Die Sanierung selbst wird dabei über das Regierungspräsidium durch das Land Baden-Württemberg durchgeführt, da es eine Landesstraße ist. Damit haben Ortschaftsrat, Gemeinderat und Verwaltung kaum Einflussmöglichkeiten auf die Maßnahme. Man ist aber schon die ganze Zeit im Gespräch.
Saniert wird der komplette Bereich von der Einmündung in die Landstraße Vöhrenbach Richtung Donaueschingen bis zur Einmündung der Straße aus Urach kommend. Zusätzlich zur Straße muss auch die Brücke über den Hammerbach saniert werden. Die Stadt Vöhrenbach ist beteiligt, da sie im Zuge dieser Maßnahmen auch die maroden Wasserleitungen saniert und gemeinsam mit dem Land eine Stützmauer.
Außerdem sorgt die Stadt Vöhrenbach für den barrierefreien Umbau der Bushaltestellen. Auf einer Trasse von 1500 Metern wird die Straße zehn Zentimeter abgefräst und neu asphaltiert.
Bei der Erneuerung der Wasserleitung wird auch der Durchmesser von zehn auf 15 Zentimeter erhöht und damit die Wasserversorgung, gerade auch mit Löschwasser, deutlich verbessert. Auch die Hausanschlüsse, zumindest im öffentlichen Bereich, werden auf Vordermann gebracht. Bei den Bushaltestellen wird am Ortseingang an der Bushaltestelle eine Querungshilfe installiert.
Die Einschränkungen Der ganze Bau wird in vier Abschnitte eingeteilt. Der jeweilige Bauabschnitt ist tagsüber voll gesperrt, eine Durchfahrt von der einen Seite der Baustelle zur anderen Seite ist nicht möglich. Umleitungen existieren nur über Furtwangen oder Bubenbach-Wolterdingen. Morgens und mittags wird einem Linienbus für Grundschüler die Durchfahrt ermöglicht. Dazu gibt es spezielle Ersatzlinien. Von 17.30 bis morgens 7 Uhr ist aber auch eine Zufahrt in den jeweiligen Bauabschnitt möglich. Man wolle die Einschränkungen so gering als möglich halten, so Rainer Christ. Bei Problemen könne man immer versuchen, über Stadtverwaltung, Ingenieurbüro oder den Bauleiter eine Lösung zu finden.
Meinung der Bürger Zu heftigen Diskussionen mit den zahlreich anwesenden Bürgern gab es im Anschluss an die Vorstellung der Sanierungsmaßnahmen. Ein großes Problem, dies wurde gegen Ende der Diskussion deutlich, ist die Zukunft der Nahversorgung durch den Landmarkt, wie Andreas Würthner erläuterte. Auch für die Hammereisenbacher sei der Laden acht Monate lang nur schwer zu erreichen, der Durchgangsverkehr, etwa die Hälfte des Geschäftsumfangs, fällt ganz weg, und auch die Belieferung wird problematisch. Es sei nicht absehbar, ob nicht die Öffnungszeiten wie das Angebot reduziert werden müssen und sogar die Zukunft des Markts auf der Kippe steht.
Eine halbseitige Sperrung wie gefordert, kommt aber laut Behörde nicht infrage, um die Arbeitssicherheit nicht zu gefährden. Auch eine Umfahrung über den Gehweg sei nicht praktikabel.
In der Diskussion waren auch örtliche Umleitungen zumindest für den Linienbus beispielsweise vom Fischerhof her über den Radweg. Beim letzten Bauabschnitt wird sogar ein solches Provisorium für den Bus eingerichtet. Kritisiert wurde die Planung, dass zeitweise die Kinder für den Bus zur Grundschule sogar die Landstraße beim Friedhof überqueren müssen.
Durchfahrt im Notfall Gesichert sei aber, so auch mehrfach die Anfrage, die freie Durchfahrt jederzeit für Rettungsdienst, Polizei oder Feuerwehr. Problematisch wird es dagegen für andere wichtige Wege wie der Besuch durch die Sozialstation oder die Auslieferung der Post. Hier müssten auch gewisse Fußwege in Kauf genommen werden. Eine Durchfahrt sei zwar nicht möglich, die eigentlichen Tiefbauarbeiten, vor allem für das Wasser, beschränken sich aber immer auf einen relativ kurzen Abschnitt, so dass im Zweifel zumindest bis nahe an die Baustelle herangefahren werden kann.
Geschwindigkeit Kritisiert wurde, dass offensichtlich keine Planung vorhanden ist, durch bauliche Maßnahmen die Geschwindigkeit in der Hauptstraße zu reduzieren. Nach der Fertigstellung habe man dann hier eine Autobahn durch Hammereisenbach, auf der mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde gefahren werde. Gleichzeitig hofft man, dass man den Zeitplan einhalten kann. Sonst könnte es mit dem vierten Bauabschnitt vor dem Wintereinbruch eng werden. Deshalb werde man auch überlegen, so Rainer Christ, nicht wie ursprünglich geplant die komplette Straße in einem Zug zu asphaltieren, sondern zumindest schon einmal ein großes Stück vor dem Herbst fertigzustellen.