So soll das Wohn- und Geschäftshaus, das in Friedlingen entsteht, einmal aussehen. Foto: BPD Immobilienentwicklung

Auf der Baustelle an der Hauptstraße/Ecke Riedlistraße in Friedlingen tut sich etwas. Wie jetzt bekannt wurde, hat das noch zu errichtende Wohn- und Geschäftshaus den Besitzer gewechselt.

Der Investmentmanager Kingstone Real Estate hat das Wohn- und Geschäftshaus für seinen offenen Immobilien-Spezialfonds „Kingstone Bezahlbares Wohnen Deutschland“ vom Projekt- und Gebietsentwickler BPD (Bouwfonds Immobilienentwicklung) erworben, heißt es in einer Pressemitteilung. Dort sollen 48 öffentlich geförderte Mietwohnungen sowie etwa 1100 Quadratmeter Einzelhandelsfläche entstehen.

 

48 öffentlich geförderte Wohnungen entstehen

Weiter heißt es, dass die Transaktion via Forward Deal erfolgte und ein rund 3290 Quadratmeter großes Grundstück inklusive schlüsselfertiger Herstellung umfasst. Der Begriff „Forward Deal“ bezeichnet den Ankauf eines gesamten Projekts, das aber noch vom Verkäufer zu errichten ist. Baubeginn soll noch in diesem Quartal sein, für die Übergabe wird Ende des Jahres 2026 ins Auge gefasst. Über den Kaufpreis wurde laut BPD Stillschweigen vereinbart.

Geplant sind 48 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit 55 bis 100 Quadratmetern, die sich auf drei Obergeschosse sowie ein Dachgeschoss verteilen. Für die Bewohner soll eine Tiefgarage mit 39 Stellplätzen zur Verfügung stehen. Für die Gewerbeflächen sind darüber hinaus 33 Außenstellplätze vorgesehen.

Schweres Gerät ist auf der Baustelle zu sehen. Foto: Saskia Scherer

Das Dach wird laut der Pressemitteilung mit einer Kiesschüttung und extensiver Begrünung ausgestattet, die Feinstaub bindet, Regenwasser zwischenspeichert und durch ihre Dämmeigenschaften zur natürlichen Klimaregulierung beiträgt.

Die Firma BPD hatte im Herbst 2019 und im Frühjahr 2020 drei Grundstücke in Friedlingen gekauft – das Gelände des früheren Geschäftshauses Spitz, wo sich zuletzt die Gaststätte „Reinger-Eck“ befand.

Zuletzt befand sich dort das „Reinger-Eck“

Im August 2022 hatte die damalige Leiterin des BPD-Regionalbüros Freiburg auf Nachfrage unserer Zeitung informiert, dass BPD dort 48 Eigentumswohnungen realisieren wolle, im Erdgeschoss sollte ein Drogeriemarkt Platz finden. Für den Baustart war voraussichtlich Anfang des Jahres 2023 anvisiert worden.

Mehrere Gründe führten zum späteren Baubeginn

BPD agiert in Deutschland nicht als Bestandshalter, sondern veräußert sämtliche Projekte schlüsselfertig an Eigennutzer, Kapitalanleger und institutionelle Nachfrager, teilt das Unternehmen auf Nachfrage zu den Hintergründen des Verkaufs mit. Und warum nun Miet- statt Eigentumswohnungen? Im Zuge verschiedener Strategien des Unternehmens seien diverse Entwicklungen deutschlandweit auf ihre Eignung hin untersucht worden. „Unter anderem wurde das Projekt in Weil am Rhein aufgrund Lage, Standort und Bedarfen als sehr gut geeignet identifiziert und die Planung entsprechend modifiziert“, heißt es. Diese Modifizierungen und die Schaffung der damit einhergehenden Voraussetzungen seitens der Planung und Genehmigung sowie die Verkaufsgespräche hätten in Summe zu einem späteren Baubeginn geführt.

Möglicherweise zieht ein Drogeriemarkt ein

Nach derzeitigen Überlegungen gehe BPD weiterhin davon aus, dass die Einzelhandelsfläche im Erdgeschoss als Drogeriemarkt genutzt werden wird.