Die Park-and-Ride-Anlage wird gemeinsam mit der Hermann-Hesse-Bahn in Betrieb genommen. Bisher gaben die Stadtwerke keine Auskunft darüber, wie sich die Kosten für das Projekt entwickeln. Nun ist die Rede von einer massiven Preissteigerung.
Nun ist es endlich raus: Nach mehr als einem Dutzend Nachfragen bei den Stadtwerken in den vergangenen Monaten rückt das Unternehmen mit der Sprache raus, was die Kosten für das Park-and-Ride-Parkhaus in Heumaden betrifft: Sie belaufen sich derzeit auf rund 5,1 Millionen Euro. Geplant waren einst 3,5 Millionen.
In etwa einem halben Jahr soll das Parkhaus fertig gebaut sein. Die Abdeckungen an der Fassade wurden in den vergangenen Monaten angebracht, die Photovoltaikanlage ist montiert. Im Oktober vermeldete das Marketing-Team der ENCW, an der die Stadtwerke beteiligt sind, dass Ausschreibungen für Elektroinstallation und Außenanlagen laufen. Der Baufortschritt sei im Zeitplan, erklärten sie weiter. Mitte 2024 könnte das Parkhaus erste Autos beherbergen.
Zumindest theoretisch. Praktisch wird es erst mit der Inbetriebnahme der Hesse-Bahn – also voraussichtlich 2025 – eröffnet werden, teilt das Markting-Team mit.
Die Passagiere der Hesse-Bahn sind die Haupt-Zielgruppe des neuen Park-and-Ride-Parkhauses. Hier können sie ihre Autos abstellen und an der nahe gelegenen und ebenfalls neuen Haltestelle in den Zug steigen.
146 Autos sollen in dem Parkhaus Platz finden, schreibt Andree Stimmer, Pressesprecher der ENCW und der Stadtwerke, in einer aktuellen Mitteilung. Die meisten Stellplätze sind überdacht. Die Ein- und Ausfahrt soll nicht mit Schranken begrenzt werden, sondern soll per Kennzeichenerkennung funktionieren, kündigt er an. Dieselbe Technik wird derzeit auch im Parkhaus am ZOB getestet und soll bald flächendeckend in allen Parkhäusern der Innenstadt eingesetzt werden.
„Städtebaulich fügt sich das Parkhaus gut in das Gelände ein und schafft eine schöneLandmarke an der ‚Bauknecht-Kreuzung’ mit einem einfachen Zugang zum Bahnsteig“, loben die Stadtwerke in der Pressemitteilung.
Fördermittel von einer Million Euro erwartet
Das aber hat offenkundig seinen Preis. Das Bauprojekt schlägt laut des Unternehmens mit rund 5,1 Millionen Euro zu Buche. Das sind etwa 45 Prozent mehr als die 3,5 Millionen Euro, die zu Anfang kalkuliert waren. Worin die massive Preissteigerung begründet ist, darüber geben die Stadtwerke keine Auskunft.
Es steht jedoch zu vermuten, dass die allgemeine Lage am Markt zumindest mitverantwortlich dafür ist. So hatte Rainer Stotz von den Stadtwerken bereits im Frühjahr 2022 von „explodierenden Preisen“ bei manchen Gewerken berichtet, insbesondere beim Hochbau. Dass es zu Preissteigerungen kommen würde, war daher abzusehen. Konkretere Angaben machte das Unternehmen jedoch nicht – bis jetzt.
Die Stadtwerke Calw müssen jedoch nicht den gesamten Betrag alleine stemmen. Erwartet werden laut Mitteilung etwa eine Million Euro an Fördergeldern.