Für weitere Gewerke des Ersatzneubaus des Familienzentrums in Althengstett gingen nur wenige Angebote von Handwerkern ein – das ist der Grund.
Die Bauarbeiten am Ersatzneubau Familienzentrum an der Grundschule Althengstett schreiten voran. Der Gemeinderat hat drei weitere Gewerke für den Neubau vergeben für eine Gesamtsumme von rund 733.000 Euro.
Den einstimmigen Zuschlag für die Zimmererarbeiten erhielt die Firma Holzbau Nisch aus Nagold für den Angebotspreis von brutto 177.634 Euro. Das bepreiste Leistungsverzeichnis (LV) mit aktuellen Zahlen aus dem Baukostenindex bei der Ausschreibung lag bei circa 193.000 Euro oder acht Prozent über dem Angebotspreis.
Acht Anfragen – ein Angebot
Das Gewerk war beschränkt ausgeschrieben worden, acht Firmen wurden angefragt, ein Angebot, das der Firma Nisch, kam zurück, berichtete Bauamtsleiter Rainer Bubser. Lothar Kante (SPD) fand das seltsam und fragte nach Gründen. „170 Seiten Leistungsverzeichnis möchte sich nicht jeder Handwerker antun, wenn er das Geschäft nicht unbedingt braucht“, sagte Bubser. Weil das Projekt Ersatzneubau Familienzentrum gefördert wird, müsse „jede Schraube“ aufgeführt werden. Weiter erklärte Bubser: „Bei nationaler Ausschreibung wissen wir nicht, wen und was wir bekommen, deshalb haben wir uns für die beschränkte Ausschreibung entschieden.“
Die Glaserarbeiten wurden ebenfalls beschränkt ausgeschrieben, von sieben angefragten Firmen kamen zwei Angebote zurück. Den Zuschlag erhielt die Althengstetter Firma Fensterbau Jourdan zum Brutto-Angebotspreis von 176.726 Euro, der rund zwölf Prozent über den 158.105 Euro aus dem bepreisten LV liegt. Der mehrheitliche Beschluss fiel bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung.
Gemeinderat hakt nach
Diskussionsbedarf gab es auch bei der Vergabe der Heizung-, Lüftung- und Sanitärarbeiten. Von sechs im ebenfalls beschränkten Vergabeverfahren angefragten Firmen hat eine ihr Angebot abgegeben. Bevor der Auftrag schließlich zum Angebotspreis von 378.335 Euro brutto bei einer Gegenstimme und vier Enthaltungen an die Firma Kühn aus Wildberg vergeben wurde, wollte Kante vom Bauamtschef wissen, ob es zu dieser Firma irgendwelche Referenzen gebe.
„Es ist sicher nachvollziehbar, wenn man im Netz nichts zu dieser Firma findet, dass nachgefragt wird“, so der Rat. Geschuldet sei das auch der Tatsache, dass das Angebot rund 28 Prozent unter dem Preis von rund 484.460 Euro aus dem LV liege. Bubser erklärte: „Die Firma wurde vom Architekten vorgeschlagen, der hat gute Erfahrungen mit ihr gemacht.“ Er ergänzte, dass man bei Leitungsarbeiten eine gewisse Sicherheit hat, „weil es ein Abpressprotokoll (oft auch Dichtheitsprüfprotokoll, dokumentiert die erfolgreiche Dichtheitsprüfung von Rohrleitungssystemen, Anm. d. Red.) braucht.“