Am Postplatz in Altensteig soll nach Willen des Gemeinderats ein Bau der Diakonie entstehen. Allerdings fallen dadurch auch Parkplätze weg.
Das Parkhaus Wilhelmstraße wird abgerissen – stattdessen soll dort nun eine Tagespflege, betreutes Wohnen und eine Diakoniestation entstehen. Bislang gebe es keine Tagespflege-Angebote in Altensteig, bemerkte Bauamtsleiterin Nadine Hentschel in der Sitzung des Gemeinderats.
Ein Entwurf für das Gebäude wurde nun vorgestellt. Es wird ein weitgezogener, Kompaktbau mit Flachdach. Die Diakoniestation soll Richtung Stadtausgang eingerichtet werden, dort, wo jetzt das Parkhaus Wilhelmstraße steht. Auf der Seite des Kreisels am Postplatz soll die Tagespflege mit dem betreuten Wohnen entstehen, die beiden Grünflächen daneben bleiben erhalten. Ein Tiefparterre biete Stellplätze und könne im Überschwemmungsfall als Rückhaltebecken dienen, Büros und Wohnungen wären außerhalb der Gefahrenzone.
Insbesondere der Wegfall von Parkplätzen wurde zum Diskussionsthema. Denn durch den Bau wird auch der Schotterparkplatz, der an Stelle des Parkhauses geplant war, weichen. Hentschel erklärte: „Da gab es den Wunsch, öffentliche Stellplätze trotzdem noch in gewisser Zahl auf diesem Grundstück zur Verfügung stellen.“ Ein Punkt dabei: Die Flotte der Diakonie wird etwa aus dem Parkhaus beim Rathaus umziehen – dort werden dann Stellplätze frei.
„Natürlich hat das Projekt am Postplatz eine große soziale Bedeutung“, meinte Stadtrat Marcus Lotzin. „Trotzdem gibt es natürlich auch kritische Punkte, die man nicht so wegdiskutieren kann.“ Vor allem über die Parkplatzsituation macht er sich Gedanken. Denn für Arbeitnehmer und Veranstaltungen in Altensteig würden diese etwa gebraucht.
AfD wünscht sich Parkplätze und Spielplatz
Er würde sich wünschen, die Fläche weiterhin in städtischer Hand zu behalten und neben Parkplätzen auch einen Spielplatz anzulegen. „Wir sind nicht dagegen, eine Tagespflege braucht Altensteig, nur der Standort ist nicht passend“, erklärte er deutlich. „Die Menschen wollen sich ja auch irgendwo aufhalten“, führte er weiter ins Feld.
Bürgermeister Oliver Valha wies darauf hin, dass die Grünfläche beim Kreisel erhalten bleibe und sogar Richtung Nagold offener werde. „Das ist eine Aufwertung“, meinte er. Hentschel ergänzte: Die Wiese zwischen Parkdeck und Grünfläche sei immer als Baufeld gedacht gewesen und wurde nur aus optischen Gründen eingegrünt.
Stadträte anderer Fraktion loben Projekt
Die anderen Stadträte zeigten sich eher angetan vom Entwurf. Tobias Schmid (CDU) freut sich über die Belebung und die Möglichkeit, dass alle Generationen in der Stadt bleiben könnten. „Ich bin der Meinung, wir dürfen nicht auf Kosten der Allgemeinheit Privatparkplätze machen“, meinte er zu den verlorenen Parkplätzen.
Wir finden, es ist ein gelungenes Bauprojekt und damit kann unsere Kommune auf die Herausforderungen des demografischen Wandels reagieren“, meinte Stadträtin Claudia Bertram-Schuler (Grüne/SPD).
Paul Seeger (CDU) fand, dass, wenn ältere Menschen kein Auto mehr hätten, gesellschaftliche Teilhabe zur Frage der Geografie und des Geldbeutels werde. „Ich kriege mit, wie teuer Taxis sind“, meinte er.
Bürgermeister Valha plädierte ebenfalls für den geplanten Bau, jetzt, da sich ein Investor anbiete. „Hier bietet sich eine großartige Möglichkeit, wir sollten jetzt Nägel mit Köpfen machen“, sagte er. Der Gemeinderat stimmte mit drei Gegenstimmen aus der AfD für das Projekt.