Diese Woche startete mit dem Spatenstich Foto: /Axel H. Kunert

Das Abbundzentrum Schönbuch ist künftig im INGpark auf dem Nagolder Eisberg daheim. Die Bauphase für das Projekt ist in absoluter Rekordzeit geplant.

Strahlender Sonnenschein, klirrende Kälte – irgendwie zeigte sich der Nagolder Eisberg von seiner allerbesten Seite zum ersten Spatenstich für das neue Abbundzentrum Schönbuch. Das künftig nicht mehr in Herrenberg-Gültstein, sondern eben am Schwarzwaldrand zuhause sein wird.

Wer jetzt überlegt, was ein Abbundzentrum ist: Hier werden für Zimmereibetriebe aus der gesamten Region Holzkonstuktionen aller Art maß- und passgenau vorbereitet. Heute mit modernsten CNC-Maschinen. Indoor, also im Trockenem – weshalb so’n Abbundzentrum „ein idealer Arbeitgeber für Zimmerleute“ sei. So Michael Wurster, Finanzmann und mit seinem Bruder Peter – dem Zimmermann in der Familie – heute Kopf des Unternehmens.

Von Links: Oberbürgermeister Jürgen Großmann und die beiden Chefs des Abbundzentrum Schönbuch, Peter und Michael Wurster. Foto: Axel H. Kunert

Was ebenfalls „relativ neu“ sei. Denn gegründet wurde das Abbundzentrum Schönbuch vor mehr als 25 Jahren als echte Genossenschaft eben verschiedener Zimmereibetriebe. Mit der „gewaltigen Investition“ (O-Ton Michael Wurster) auf dem Nagolder Eisberg habe man aber auch die Unternehmenskonstruktion selbst verändern müssen. Wie groß das Invest ist, zeigen die puren Dimensionen des jetzt begonnenen Baus: Bisher arbeitete des Abbundzentrum Schönbuch auf 1300 Quadratmeter Hallenfläche, mit einer der ersten CNC-Maschinen im gesamten süddeutschen Raum überhaupt.

Doppelt so große Fläche

Künftig in Nagold wird man auf einer insgesamt 9700 Quadratmeter großen – bereits perfekt in die hügelige Landschaft hier oben hinein modellierten – Grundfläche ein mehr als doppelt so großes Werk haben. 2400 Quadratmeter Produktionshalle, dazu 750 Quadratmeter Lager und 550 Quadratmeter Büros. Im Moment für die 14 Mitarbeiter insgesamt. Aber das könnten künftig schon auch noch etwas mehr werden. Was wirklich Eindruck macht: Bis zum Sommer, so die Bauherren, soll die Produktionshalle stehen und in Betrieb gehen, bis zum Spätherbst der gesamt Rest. Ein „strammer Zeitplan“. Aber eben genau darauf kommt es „auf dem Bau“ an. Und ist eine der wesentlichen Visitenkarten des Unternehmens: ultimative Termintreue.

Konjunkturdelle, Flaute auf dem Bau? Nicht im Holzbau, sagen die Brüder Wurster: Auch wenn’s bei den Eigenheimen im Moment durch steigende Bauzinsen und Inflation „etwas hakt“, boomt der große Rest ungebrochen: Gewerbebau aus Holz, Mehrfamilienhäuser. Mit perfekter CO2-Bilanz. Und vor allem: Die Aufstockung bestehender Gebäude um zusätzliche (leichte) Stockwerke aus Holz „rennt wie verrückt“. Der einzige echte ’Flaschenhals’: Dass der Markt nicht genügend Holz für den Bau zur Verfügung stellen kann. Weshalb man hier künftig Holz aus dem Schwarzwald, aber auch aus Österreich oder Tschechien verarbeiten wird.

Erwünscht sind Familien-geführte, mittelständische Unternehmen

Bei Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann und INGpark-Geschäftsführerin Simone Hurtz an diesem Morgen nur das breiteste Grinsen: Genau solche Unternehmen – familiengeführt, mittelständisch, krisenrobust – will man hier auf dem Eisberg haben. Gerade jüngst habe man erst einem völlig verdatterten Autobauer die Tür gewiesen, der reichlich Flächen auf dem Eisberg buchen wollte – und nur die kalte Schulter gezeigt bekam. Eine neue Erfahrung für die Auto-Manager, so ein extrem selbstbewusster OB. Der bereits die nächsten Investitions-Projekte auf dem Eisberg ankündigte: Ein Maschinenbauer, ein metallverarbeitender Betrieb seien ebenfalls schon in den Startlöchern. Natürlich mittelständisch, natürlich Familien-geführt.