Für das Bauvorhaben an der Schubertstraße und Schlesischen Straße gab es einhellige Zustimmung im Technischen Ausschuss . Kritik wurde aber an einem anderem Bauvorhaben der GSW an der Villinger Straße geäußert. Der Bauträger gelobt Besserung.
Die Vertreter der GSW Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Baden-Württemberg mbH stellten das neue Vorhaben im Technischen Ausschuss des VS-Gemeinderats vor.
Die Firma mit Sitz in Sigmaringen, die an der Schubertstraße und Schlesischen Straße in Schwenningen ein Neubauprojekt mit über 100 Wohnungen realisieren möchte, ist hier in der Stadt schon mit mehreren Objekten vertreten, darunter auch die Wohnblocks an der Villinger Straße auf dem Areal der ehemaligen Ziegelei.
Die wiederum haben offenbar keinen besonders guten Eindruck bei den Ratsmitgliedern hinterlassen, um, nicht zu sagen: einen ziemlich schlechten. Das trübte die Euphorie in der Sitzung angesichts der neuen Pläne schon etwas.
„Keine Visitenkarte“
„Das, was die GSW da geliefert hat, hat uns nicht gefallen”, sagte zum Beispiel Andreas Flöß (Freie Wähler). Auch Martin Rothweiler (AfD) meinte, dass dieser Bau an der Villinger Straße „keine Visitenkarte” sei. Von Dauerproblemen höre man da immer wieder, von Wasserschäden oder Problemen mit der Elektrik zum Beispiel. Für das neue Vorhaben solle der „Qualitätsanspruch erhöht“ werden, im Sinne der Lebensqualität der Bewohner und der Nachhaltigkeit beim Bauen gleichermaßen.
Bernd Lohmiller (SPD) berichtete, dass er beim Spatenstich in der Villinger Straße dabei gewesen sei. Dabei sei „etwas anderes erzählt worden“ als das, was dann letztendlich umgesetzt worden sei. „Das sollte hier nicht der Fall sein”, monierte er mit Blick auf das neue Vorhaben. Florian Gerhardt, Mitarbeiter der Firma GSW, der in die Sitzung gekommen war, um das neue Projekt vorzustellen, stellte sich der Kritik und sagte: „Ich darf versprechen, dass so etwas nicht mehr vorkommt.” Mit der Baufirma, die an der Villinger Straße tätig gewesen sei, müsse man sich als Bauherr herumstreiten. Aus diesen Erfahrungen habe man gelernt.
Im Technischen Aussschuss wurde das zur Kenntnis genommen – und dem neuen Vorhaben einhellig zugestimmt. Demnach soll die GSW ihre bisherigen Wohnblocks mit 77 Wohneinheiten abreißen und dafür fünf neue Gebäude mit 108 Wohnungen neu bauen dürfen.
Zuletzt in den 80ern modernisiert
Etlich Gründe für den Abriss hatte Florian Gerhardt zuvor genannt: Die Häuser haben alte Balkone und ebenso alte Treppenhäuser, die letzte Modernisierung gab es in den 1980er-Jahren, als statt der alten Gemeinschaftsbäder einzelne Bäder in die Wohnungen eingebaut wurden, die allerdings sehr klein sind. Hinzu kommt die Bausubstanz. Beim Abbau „finden wir wahrscheinlich ein paar Baustoffe, die würden wir heute nicht mehr verwenden”, so der Baufachmann.
Anderer Wohnungsmix
Angedacht sind nun eine Art Tetrisbauten, die einen besseren Wohnungsmix bieten sollen. Der Anteil des sozialen Wohnungsbaus soll steigen. Zudem möchte der Bauträger die Parksituation erheblich verbessern. GSW-Mitarbeiterin Lisa-Marie Ruch erläuterte, dass 87 Tiefgaragenplätze und 41 Schrägplätze vorgesehen sind. Zudem möchte man für eine bessere energetische Ausstattung sorgen und die Immobilien wenn möglich an das Fernwärmenetz der Stadtwerke VS anschließen. Vorgesehen ist der KfW-40-Standard.
Die Häuser sollen Dach- und Fassadenbegrünung und Photovoltaik-Paneele bekommen, für E-Mobilität und barrierefrei ausgerüstet werden. Der Bauträger verspricht sich und der Stadt eine Aufwertung des Quartiers. Die Neubauten sollen in Bauabschnitten erstellt werden. Dafür müssen die Mieter nach und nach aus den abzureißenden Gebäuden ausziehen. Man wolle versuchen, sie auf Nachbarhäuser zu verteilen. Parallel zu Abriss und Neubebauung wolle man „in die Vermietung“ einsteigen, so die GSW-Vertreter.
Farben und Putzstruktur sollen jedem der Häuser „einen eigenen Charakter geben“. Dietmar Wildi (CDU) sprach angesichts der vorgestellten Pläne von einem „schönen Konzept.” Andreas Flöß (FWV) bat darum, das „architektonische Händchen spielen zu lassen.“ Was mittels erster unverbindlicher Illustrationen gezeigt wurde, fand seine Zustimmung. Gleichzeitig mahnte er angesichts der seriellen Bauweise: „Wenn Sie sich die Farbe wegdenken, wird’s einigermaßen dramatisch.” Ulrike Salat (Grüne) sah das ähnlich: „Wir würden gerne schon ein bisschen mehr von der Ästhetik erwarten”, sagte sie. Man müsse „aufpassen, dass es nicht so eine Plattenbaubauweise wird.” Ob nicht auch Holz als Baustoff in Frage komme? Hier gab’s den Hinweis, dass Holz teurer sei, aber man sich eventuell vorstellen könnte, im Penthousebereich des fünfstöckigen Gebäudes mit Holzständerbauweise aufzustocken.
Der Bauträger
Die GSW
Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Baden-Württemberg mbH wurde 1949 gegründet und ist eine 100-prozentige Tochter des Sozialverbands VdK. Von den Wohneinheiten, die das Unternehmen in VS anbietet, werden rund die Hälfte dem sozialen Wohnungsbau zugerechnet.