So sieht der Entwurf aus, den der Bauträger errichten wollte und der im Ausschuss nicht gerade begeistert aufgenommen wurde. Das Architekturbüro ist bereits dabei, diesen zu überarbeiten. (Visualisierung) Foto: arch.ge

In Nachbarschaft zum Calwer Krankenhaus, westlich des dortigen Parkhauses, liegt ein Hanggrundstück (Eduard-Conz-Straße 13), das unbebaut ist. Ein Investor möchte das ändern – und plant ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohneinheiten von etwa 50 bis 180 Quadratmetern Größe. Vorgesehen sind zudem 18 Stellplätze, von denen sich zwölf in einer Tiefgarage im untersten Geschoss finden sollen.

Calw - "Wir bauen mit dem Hang", erläuterte Fatih Aygün, Geschäftsführer des Bauträgers Archimedes Bau- und Projektmanagement GmbH. So sei das Gebäude treppenartig an das Gefälle angepasst worden. Vorbauten und verschiedene Fassadengestaltungen sollen für Abwechslung sorgen.

Im Bau- und Umweltausschuss stieß das Vorhaben allerdings nicht auf Gegenliebe. So betonte beispielsweise Irmhild Mannsfeld (Neue Liste Calw), dort sei der "prominenteste Hang, den wir haben". Daher erwarte sie auch eine "super Architektur". Diese sah sie jedoch als nicht gegeben – auch, weil das geplante Gebäude keinen Bezug zur Region aufweise und es in Calw bislang keine Terrassenhäuser gebe. Außerdem wirke das Gebäude mit seinen sechs Geschossen zumindest frontal vom Tal aus wie ein Wohnblock und füge sich nicht in die Umgebung ein. Nicht zuletzt komme das Projekt für sie zu früh, da mit dem Neubau des Krankenhauses im Stammheimer Feld das gesamte Areal des alten Klinikstandorts bebaut werden dürfte. Und was jetzt vorgegeben werde, daran müsse sich alles andere später möglicherweise orientieren.

Solche Befürchtungen hegte die Verwaltung ebenfalls. Das geplante Haus könne unter anderem hinsichtlich der Höhe eine "negative Vorbildwirkung für künftige Bauvorhaben" entfalten.

Auch Adrian Hettwer (Gemeinsam für Calw) sprach sich dafür aus, erst ein Gesamtkonzept für das Gebiet abzuwarten, bis etwas genehmigt werde. Sonst könne ein solches Gebäude wie ein "Klotz in der Landschaft" wirken.

Viele Möglichkeiten

Die Freien Wähler, so erklärte Fraktionsvorsitzender Dieter Kömpf, wünschten sich etwas "Leichteres".

Und die Verwaltung räumte ein, dass eine gewisse Geschossigkeit am Hang unausweichlich sei. Gerade das unterste Geschoss rage aber eben sehr weit heraus.

Architekt Markus Geiser, Geschäftsführer des gleichnamigen Architekturbüros, zeigte Verständnis für die Anliegen von Räten und Verwaltung. Allerdings gab er zu bedenken, dass es an dieser Stelle schnell steil nach unten gehe. Nehme man ein Stockwerk des Gebäudes raus, "hängt es in der Luft", so Geiser. Weniger Höhe sei insofern schwer umsetzbar. Doch in gestalterischer Hinsicht gebe es viele Möglichkeiten.

Jürgen Ott (Gemeinsam für Calw) erklärte, dass er den Entwurf "gar nicht so schlecht" finde. Allerdings erkannte er, dass es an diesem Abend keine Mehrheit dafür geben würde. Das Gremium beschloss, dass das Projekt überarbeitet und erneut vorgestellt werden solle.

Auch Mannsfeld, die zuvor angeregt hatte, zwei eher waagerechte Häuser, die "filigraner" wirken, zu schaffen, zeigte sich am Ende versöhnlich. Der Hang solle ja bebaut werden und man wolle die Bauträger auch nicht "in die Wüste schicken". Aber es handle sich bei dem Grundstück eben auch um ein "Filetstück" der Stadt.

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