Der Gemeinderat hebt den Quadratmeterpreis im Baugebiet „Hirschäcker“ deutlich an – trotz Kritik aus dem Ortschaftsrat. Und das ist der Grund.
Vor sechs Jahren hat die Stadt im Bereich der Gartenstraße in Feckenhausen acht Grundstücke erschlossen. Vier der neuen Baugrundstücke des Baugebiets „Hirschäcker“ wurden damals sofort verkauft – zu einem vom Gemeinderat festgelegten Preis von 130 Euro pro Quadratmeter.
Nun sollen zwei der verbliebenen vier Grundstücke veräußert werden. Die letzten beiden sollen zu einem späteren Zeitpunkt auf den Markt gebracht werden.
Allerdings sind seit der Erschließung vor sechs Jahren die Immobilien- und Grundstückspreise deutlich gestiegen. Die Nachfrage nach Baugrundstücken ist weiterhin hoch, während sofort bebaubare Grundstücke zunehmend knapp werden. Die Verwaltung schlug deshalb vor, den Kaufpreis um 30 Euro auf 160 Euro je Quadratmeter zu erhöhen – zuzüglich Vertragsnebenkosten.
Nachbarorte sind teurer
Mit der Anpassung wolle man, so argumentierte die Verwaltung, das Preisniveau in den zuletzt erschlossenen Baugebieten in den Teilorten angleichen. Zum Vergleich: Im Göllsdorf kostet ein Bauplatz 190 Euro je Quadratmeter (Erschließung 2011).
In Hausen (Erschließung 2022) zahlen Bauwillige sogar 225 Euro für ein Grundstück im „Bronnenkohlrauzen“, im Bühlinger „Hölzle“ (Erschließung 2023) ebenso. Nur in der „Alten Straße“ in Neukirch (Erschließung 2023) kauft man mit 170 Euro günstiger.
Ortsvorsteher dagegen
Dennoch: Im Feckenhausener Ortschaftsrat habe man sich mit der Erhöhung des Bauplatzpreises schwergetan, berichtet Ortsvorsteher Mathias Dettinger jüngst in der Sitzung des Rottweiler Gemeinderats. „Ich sehe die Notwendigkeit einer Anhebung des Bauplatzpreises – aber nicht in dieser Höhe“, erklärte er. Die infrastrukturelle Versorgung rechtfertige den Preis nicht. Feckenhausen biete zwar Idylle, aber keine Einkaufsmöglichkeit oder Schule. Und auch der Nahverkehr sei nicht optimal.
Die Gemeinderäte sahen das anders. „Das Gut Boden wird immer wertvoller“, betonte Elke Reichenbach (SPD+FFR). Ihre Fraktion verglich die Erhöhung auf 160 Euro mit den Preisen in Neukirch. „Wir gehen da mit“, sagte sie in Richtung OB Christian Ruf.
170-Euro-Antrag scheitert
Ingeborg Gekle-Maier (Grüne) rechnete vor: „23.000 Euro haben oder nicht haben.“ Für die Stadt seien die Mehreinnahmen relevant. Ihr Fraktionskollege Hubert Nowack beantragte daraufhin, den Preis sogar auf 170 Euro anzuheben – und erntete von Dettinger ein Kopfschütteln.
Den Antrag befürworteten immerhin sieben Stadträte, 15 stimmten dagegen, drei enthielten sich. Der Verwaltungsvorschlag der Stadt wurde einstimmig angenommen.
Damit kostet der Quadratmeter Bauland im „Hirschäcker“ künftig 160 Euro. Für den Käufer kommen jedoch weitere Kosten hinzu: Die privaten Hausanschlüsse an die Ver- und Entsorgungseinrichtungen einschließlich Abwasserkontrollschacht und Telekommunikation sind ebenso wenig enthalten wie die Baukostenzuschüsse für die Versorgung mit Strom und Wasser.