Die bis zu fünf Zentimeter großen Larven des Buchsbaumzünslers sind gefräßige Gäste. Foto: Bernd Weissbrod/dpa

Auch im Zollernalbkreis kommt es zu einem verstärkten Auftreten des Buchsbaumzünslers. In der Baumschule Rager in Bisingen hat man gelernt, damit umzugehen – auch wenn die Optionen überschaubar bleiben.

Auch im Zollernalbkreis breitet sich in diesem Jahr der Buchsbaumzünsler immer mehr aus. Betroffen ist etwa der Friedhof in Haigerloch-Stetten. Dort wird der Buchs nach dem Beschluss des Ortschaftsrats vollständig entfernt. Es wird gar geprüft, ob danach der Boden ausgetauscht werden muss.

 

Das Thema Buchsbaumzünsler hat derweil auch für die Baumschule von Hans-Peter und Wolfgang Rager in Bisingen deutlich spürbare Auswirkungen: Der Buchsbaum wurde aus dem Sortiment entfernt. Zu groß sei das Risiko, den Kundinnen und Kunden eine Ware zu verkaufen, die schon kurze Zeit darauf kahl gefressen werden könne, heißt es aus der Firma Rager auf Nachfrage der Redaktion.

Der Schädling macht die Kultivierung der altbekannten Buchsbaum-Hecken oder -Sträucher immer schwerer. Für das Geschäft ist das eine Maßnahme, wie man sie auch bei anderen Kollegen aus der Branche beobachten könne, heißt es auf Anfrage. Aus den Regalen der Fachgeschäfte würden die Pflanzen nach und nach verschwinden.

Über kurz oder lang werde es ratsam, sich für alternative Pflanzensorten zu entscheiden. Bereits vor einigen Jahren begann sich der Buchsbaumzünsler immer stärker sich in Europa auszubreiten, da Baumschulen vermehrt günstigen Buchs aus Asien importierten. Das geht unter anderem aus einem Bericht des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) hervor. Der Zünsler folgte den Pflanzen und macht sich seitdem hierzulande breit.

Der Zünsler bleibt eine Herausforderung für den Gartenbau

Die ostasiatische Schmetterlingsart, die die heimischen Gärten nun in solchem Ausmaß zu fordern beginnt, wird sich weiter hier ansiedeln, so die Einschätzung der Baumschule Rager aus Bisingen.

Und so werde es auch in Zukunft ein Risiko, einen Buchsbaum in den Garten zu setzten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Pflanzen vom Buchsbaumzünsler befallen werden sei so groß, dass es für die Baumschule Rager keine Option mehr sei, Buchs in ihrem Sortiment zu führen.

Es gebe aber keinen Grund für Menschen, die bereits Buchs in ihrem Garten hätten, jetzt hinaus zu stürmen und die Büsche herauszureißen. Bei dem Buchsbaumzünsler handle es sich noch um einen relativ neuen Schädling, die Entwicklungen der nächsten Jahre gelte es also noch abzuwarten.

Unter dem Strich sei es eine Glückssache, heißt es aus der Baumschule Rager auf Nachfrage der Redaktion. Es bestehe immer die Möglichkeit, dass manche Hecken vom Hunger der Raupen verschont bleiben. Und wer gerade seinen Garten plant, für den gebe es gute Alternativen. Die Baumschule Rager empfiehlt: die Eibe.