Die gespendeten Flatterulmen sind gepflanzt: Tobias Greule (von links), Jürgen Martinek, Maximilian Mast (alle Forst), Ernst Hempel, Vorsitzender des Seniorenrats, und seine Stellvertreterin Gisela Winkler. Foto: Jeanette Tröger

Der Althengstetter Seniorenrat denkt an nachfolgende Generationen und spendet erneut Baumsetzlinge.

Im Hier und Jetzt ist der Althengstetter Seniorenrat überaus rührig und bringt sich mit einem breitgefächerten Angebot ein in die Gemeinschaft. Von Lesepaten im Kindergarten über die Gebrauchtwarenbörse und das Reparatur-Café, von Vorträgen und Kursen bis hin zu Geselligkeit bei Sport, Spiel sowie Ausflügen können sich Interessierte mit Gleichgesinnten vielfältig vernetzen und betätigen.

Erst Wildkirsche, dann Sommerlinde und jetzt Flatterulme

Die Senioren denken jedoch auch weit über den eigenen Lebenshorizont hinaus und wollen dazu beitragen, dass eine gesunde und lebendige Umwelt für nachfolgende Generationen erhalten bleibt. Deshalb spendet der Seniorenrat wieder Baumsetzlinge. Nach Wildkirschen und Sommerlinden in den vergangenen Jahren hat der Forst-Revierleiter Jürgen Martinek in diesem Jahr Flatterulmen ausgewählt. „Die Flatterulme war 2019 Baum des Jahres“, erzählt er beim Ortstermin mit den Seniorenrat-Vorsitzenden Ernst Hempel und Gisela Winkler im Wald am Köpfle, oberhalb des Neuhengstetter Kreisverkehrs. Dort pflanzen gerade auf einer Fläche von etwa 1000 Quadratmetern die Forstmitarbeiter Tobias Greule und Maximilian Mast die letzten von etwa 300 jungen Flatterulmen. „Auf dieser Fläche wurden im Lauf der letzten Jahre immer wieder große Bäume entnommen, die durch Käfer oder auch durch Trockenheit gelitten haben und somit ist hier nach und nach Platz entstanden. Einmal für die Naturverjüngung, was die beste Wahl ist, und zum anderen können wir durch Pflanzung noch eine andere Baumart hier einbringen wie jetzt die Flatterulme“, erläutert Martinek.

Unterstützung beim Waldumbau

Mit dieser Baumspende unterstütze der Seniorenrat somit auch das Ziel des Waldumbaus hin zu einem klimaverträglichen Wald. Ortstermine mit Martinek sind immer lehrreich, denn er erklärt die komplexen Zusammenhänge dieses Ökosystems mit seinen vielfältigen Funktionen anregend und auch für Laien verständlich. „Wir haben hier eine Schicht aus Mergelton im Muschelkalk, der saugt viel Wasser auf und gibt wenig Wasser wieder her und darüber ist hier eine nasse Schicht“, so der Revierleiter. Die Flatterulme stammt ursprünglich aus dem Auengebiet, wo es länger feucht und manchmal auch ganz trocken sein kann. „Die Flatterulme kommt damit klar, deshalb denken wir, dass es ihr hier gelingt, Fuß zu fassen“, so der Forstexperte.

Die Pflanzfläche für die Flatterulmen wurde vom gröbsten liegengeblieben Reisig befreit, sie ist jedoch nicht kahl. Es zeigen sich dort schon andere Baumarten, die von selbst, also naturverjüngt sozusagen, hier kommen: Buchen, Vogelbeere, Ahorn, Elsbeere zum Beispiel. Und auch Weißtannen, die von den beiden Forstleuten im Zuge der Flatterulmen-Pflanzung mit Gitterhülsen versehen wurden, damit sie von den Rehen nicht angefressen werden und sich so stabil entwickeln können. „Wir wollen und brauchen Vielfalt in den Wäldern, damit das Risiko durch den Klimawandel gestreut wird“, erklärt Martinek.

Stärkung für Forstleute

Für die fleißigen Forstleute gibt es vom Seniorenrat noch einen Leberkäsweck und ein Getränk zur Stärkung. „Wir haben die Wildkirschen, die wir vor drei Jahren gespendet haben, neulich angeschaut, die sind schon sehr gut gewachsen“, freuen sich Hempel und Winkler über die nachhaltige Wirkung der Baumspenden. Die Entwicklung der jungen Flatterulmen kann künftig ebenfalls von den Waldbesuchern beobachtet werden, denn die Förster haben ein Schild angebracht, darauf ist der Seniorenrat als Spender vermerkt: „Aus Verantwortung für künftige Generationen!“