Familie Kiefer aus Zell pflanzen in ihrem Garten zwei Apfelbäume der alten Sorte Goldparamäne. Insgesamt wurden kürzlich bei der Pflanzaktion des Ortschaftsrats Atzenbach im Zeller Bergland rund 50 Obstbäume gepflanzt. Foto: zVg/Kiefer

Die Adelsberger Baumpflanzaktion zieht immer größere Kreise.

Bei der seit einigen Jahren von der Ortsverwaltung Adelsberg initiierten Frühjahrs-Baumpflanzaktion wurden am vergangenen Wochenende bei bestem Wetter rund 50 Obstbäume gepflanzt. Ziel der Baumpflanzaktion ist es etwas für die Umwelt zu tun und gleichzeitig eigenes Obst zu erzeugen, erklärt der Adelsberger Ortsvorsteher Bernhard Zimmermann. Die Gemeinde übernimmt die Organisation der Bäume, die Bürger übernehmen das Pflanzen.

 

Wie in den vergangenen Jahren wurden die meisten Bäume in Adelsberg und Gresgen gepflanzt. Erstmals beteiligten sich aber auch Bürger aus Atzenbach, Riedichen und der Kernstadt. Ein Kirschbaum fand sogar den Weg nach Muggenbrunn in den Garten des Todtnauer Bürgermeisters Oliver Fiedel.

Bis vor etwa 30 Jahren wurden die Dörfer im Wiesental von Obstbäumen umrahmt, diese Obstbäume dienten der lokalen Obstversorgung, waren aber auch wichtiger Lebens- und Nahrungsraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. In den vergangenen Jahren fielen immer mehr Obstbäume der Ausdehnung der Siedlungsfläche zum Opfer. Obstbäume wurden kaum noch gepflanzt, da Obst ganzjährig günstig eingekauft werden kann und Bäume bei der Bewirtschaftung der Flächen stören können. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, startete der Ortschaftsrat Adelsberg eine jährliche Baumpflanzaktion, die dieses Frühjahr bereits zum siebten Mal stattfand. Insgesamt wurden durch diese Initiative seit 2020 bereits mehr als 300 Obstbäume im Zeller Bergland gepflanzt. Während sich zu Beginn fast ausschließlich Landwirte beteiligten, werden nun immer mehr Obstbäume von Nichtlandwirten in ihre Gärten gepflanzt. Nach Ortsvorsteher Zimmermann gab es dieses Frühjahr erstmals Anfragen aus dem Kleinen und Hinteren Wiesental. Grundsätzlich soll die Aktion aber auf das Zeller Bergland begrenzt bleiben.

Zusammen mit einer regionalen Baumschule erstellte Ortschaftsrat Hubert Sprich eine Liste mit mehr als 50 verschiedenen Obstbaumarten. Neben Apfelbäumen, standen Birn-, Kirsch-, Zwetschgen-, Mirabellen-, Quitten- und Ziebartenbäume auf der Liste, wobei gezielt alte und robuste Baumsorten ausgewählt wurden. Die Ortsverwaltung übernahm die Organisation und das Abholen der Bäume, durch die große Anzahl der Bäume konnte ein günstiger Einkaufspreis vereinbart werden.

Diese Initiative zeigt, dass viele bereit sind, etwas für die Umwelt zu tun und Interesse an selbstangebautem Obst haben, es bedarf nur einer kleinen Unterstützung in Form der Planung und Abholung der Bäume durch die Gemeinde. Da die Bürger ihre Bäume selbstverständlich selbst bezahlen, ist die Aktion für die Gemeinde kostenlos, betont Ortsvorsteher Zimmermann.

Aufgrund des anhaltenden Interesses plant die Ortsverwaltung Adelsberg diese Baumpflanzaktion im nächsten Frühjahr erneut anzubieten, wie Bernhard Zimmermann und Hubert Sprich versichern.