Ein markiertes Holzpolter: Was hat es nur mit diesen Zahlen, Strichen und Punkten auf sich? Foto: ©Boris - stock.adobe.com

Zahlen, Buchstaben und Punkte finden sich auf gefällten Holzstämmen im Wald auch im Kreis Calw. Was bedeuten diese Markierungen? Wir haben bei ForstBW nachgefragt .

Wohl jeder kennt die roten Markierungen an gefällten Baumstämmen, die im Wald aufgestapelt sind. Meist sind es verschiedene Zahlen und Buchstaben. ForstBW und der dazugehörende Forstbezirk Nordschwarzwald erklären auf Anfrage unserer Redaktion, was sie bedeuten.

 

Hinter dem Verkauf eines Holzstammes steckt ein System – von der eigentlichen Holzernte über die Bildung von Verkaufseinheiten bis hin zur Markierung jedes einzelnen Stammes mit Buchstaben, Zahlen und Punkten.

Drei Zahlen an einem Baumstamm

In der Regel werden drei Zahlen an einem Baumstamm eines Holzstapels – oder „Polter“, wie es im Fachjargon heißt – angebracht. Die Markierung erfolge durch den Revierleiter oder durch Mitarbeiter des Holzverkaufsteams, erklärt Johannes Fünfgeld, stellvertretender Forstbezirksleiter für den Forstbezirk Nordschwarzwald.

Die erste Nummer sei die Nummer des jeweiligen Reviers. Für jede Holzerntemaßnahme in einem bestimmten Waldgebiet benötige jedes Revier zudem eine sogenannte Aufnahmenummer – die zweite Zahl. Die Holzaufnahme beinhalte das Vermessen und Sortieren des geernteten Holzes, heißt es auf der Internetseite von ForstBW.

Für jede Aufnahme gebe es mehrere Holzlose – die Verkaufseinheiten von Holzstämmen. Diese Einheiten würden nach Baumarten und Holzverwendung gebildet werden, so Fünfgeld. Die Losnummer sei die dritte Zahl in der Reihe. Ein Los habe zudem meist mehrere Polter.

Buchstaben sagen etwas über Qualität aus

Die Buchstaben – auch Gütebezeichnung genannt – würden für eine bestimmte Qualität des Holzes stehen, erklärt Sascha Bahlinger, Unternehmenssprecher von ForstBW. Es gebe die Buchstaben A bis D, wobei A für optimale Qualität stehe.

Fünfgeld sagt, die Forstwirte würden diese Buchstaben neben der Länge und dem Durchmesser des Stammes an der Schnittstelle anbringen.

Weitere Markierungen seien zum Beispiel die Abkürzung „Po.“ mit einer Zahl dahinter. Sie stehe für die Polternummer, so Fünfgeld. Punkte an der Stirnseite würden zudem für die Erfassung und Angabe der Stückzahlen stehen.

Auf die Frage, ob die Farbe eine bestimmte Bedeutung habe, antwortet Fünfgeld, dass keine Farbe für die Markierung vorgegeben sei. „Oft werden rote Leuchtfarben verwendet, damit die Markierungen deutlich erkennbar sind“, ergänzt der Experte.

Für den ForstBW Forstbezirk gebe es einheitliche Regelungen für die Kennzeichnung, sagt Fünfgeld. Da ForstBW ausschließlich für die Bewirtschaftung des Staatswalds in Baden-Württemberg zuständig sei, treffen die Angaben auch nur dort zu, so Bahlinger.

Keine landesweiten Vorgaben

„Andere Forstbezirke, Forstbehörden der Landkreise oder Waldbesitzer haben in der Regel andere interne Vorgaben für die Kennzeichnung der Holzpolter“, erklärt Fünfgeld. Landesweite oder regionale Vorgaben gebe es nicht. Bahlinger meint obendrein, dass sich regional unterschiedliche Farben in der Kennzeichnungspraxis entwickelt hätten.