Im Röttler Wald bei Rümmingen nimmt Forst BW bis Februar Hiebmaßnahmen vor. Wegen des Klimawandels werden gezielt Eichenbäume frei gehauen. Vor Ort wurde informiert.
Bei einer Waldführung erläuterten Cristina Ganter, stellvertretende Leiterin des Forstbezirks Hochrhein, und Revierförster Markus Vater die Maßnahmen. Rund ein Dutzend Bürger begleiteten sie mit kritischen Fragen. Auch Rümmingens Bürgermeisterin Joana Carreira war da.
Gleich beim Start am Wanderparkplatz Lucke äußerten die Leute Unverständnis, warum eine „markante“ Buche, die ihre Äste über den Weg spannte, gefällt werden soll. Sie erinnerten an zurück liegende Holzhiebe, bei denen die schweren Maschinen tiefe Spuren im Boden hinterlassen hätten, und fragten besorgt, wie der Wald nach der Hiebmaßnahme aussehen werde.
Kein Holzhieb werde willkürlich vorgenommen, betonte Ganter. Vielmehr werde in einem Zehnjahresplan festgelegt, wie im Wald die Ziele Klimastabilität, Nachhaltigkeit und Naherholung erreicht werden sollen.
Um den Vorderen Röttler Wald fit zu machen für den Klimawandel, sollen die vereinzelt wachsenden Eichen gezielt gefördert werden. „Sie wurzeln tiefer als die Hauptbaumart Buche und vertragen daher Hitze und Trockenheit besser“, wie Förster Vater erklärte. Die Buche, bislang Hauptbaumart in der gemäßigten Klimazone der gesamten Nordhalbkugel, ist nach Aussage des Försters durch den Klimawandel gefährdet: In 50 Jahren würden sie in der Ebene laut Datenlage kaum mehr wachsen, sondern nur noch ab 500 Metern Höhe, sagte er. Schon heute würden die Kronen der Buchen in vielen Waldgebieten verkahlen.
Mit dem Holzhieb im Röttler Wald will ForstBW für die Eichen Platz schaffen, da sie zum Wachsen besonders viel Licht benötigen. Daher werden in der Umgebung der weiß markierten Zukunftsbäume andere Bäume (rote Markierung) gefällt. Auch der natürliche Aufwuchs junger Eichen soll so gefördert werden. Gefördert werden sollen auch weitere Hitze und trockentolerante Bäume wie Elsbeere und Bergahorn.
Hieb hat begonnen
Im Bereich Moosweg haben die Hiebsmaßnahme vergangene Woche begonnen. Sie werden in drei Blöcken bis zur Hohen Straße vorgenommen und bis Ende Februar abgeschlossen. Förster Vater warb um Verständnis, dass dann Bereiche des Röttler Waldes für Besucher gesperrt sein werden.
Die geschlagenen Baumstämme würden mit Boden schonender Seilkrantechnik aus dem Wald gezogen, wie die Forstleute erläuterten. Das Seil, an dem die Baumstämme über dem Boden schweben, läuft zwischen zwei Fahrzeugen, die auf Wegen bei der Hiebsfläche stehen, über einen Mast. Ein Schlepper, der die von den Bürgern kritisierten Spuren hinterlassen würde, fährt nicht in den Wald. Die teure Seilkrantechnik werde im Röttler Wald eingesetzt, weil der weiche Löss-Lehmboden sehr empfindlich sei, sagte Markus Vater.
Die Lage im Bannwald
Ein Mann fragte, wie sich der Röttler Bannwald im Klimawandel entwickeln werde. Da der Mensch dort nicht eingreife, werde dieser sich zum Buchenwald entwickeln, entgegnete der Förster. Wenn die Buchen im Zuge des Klimawandels dann absterben und umstürzen, müsse der Bannwald für Besucher gesperrt werden.