Die Freiburger Proteste im Dietenbachwald ziehen offenbar polizeiliche Ermittlungen nach sich. Die Staatsanwaltschaft dementiert bisher einen Vorwurf.
Vor einem Jahr wurde am Rand des Freiburger Stadtteils Rieselfeld ein Waldstück gerodet, um Platz für den neuen Stadtteil Dietenbach zu schaffen. Die Rodungen waren allerdings umstritten: Baumbesetzer aus der linken Szene errichteten ein langfristig angelegtes Protestcamp („Dietenbach lebt!“), das die Rodungen am Ende jedoch nicht verhindern konnte. Nun sieht es so aus, als könnten die Umweltaktivisten Ärger mit der Justiz bekommen.
So behauptet es zumindest das „Aktionsbündnis Hände weg vom Dietenbachwald“ in einer Mitteilung, wonach die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen drei der Besetzer nach Paragraf 129 des Strafgesetzbuchs angeblich wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermitteln soll.
Konflikt um eine rund 200 Jahre alte Eiche
Hintergrund ist der Konflikt um eine rund 200 Jahre alte Eiche, die bis kurz vor der Rodung im Dezember 2024 mit einem Baumhaus besetzt war: „Es ist uns schleierhaft, wie der Einsatz für den Erhalt eines Baumes den Tatbestand der Bildung einer kriminellen Vereinigung erfüllen soll“, so Bündnis-Sprecher Christian Zissel.
Staatsanwaltschaft spricht von anderen Vorwürfen
Eine Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft in Karlsruhe setzt die Kritik der einstigen Baumbesetzer allerdings in ein anderes, weniger spektakuläres Licht. Ja, es gebe Ermittlungen, so Pressesprecher Manuel Graulich. Diese bezögen sich aber lediglich auf den Verdacht der Nötigung, des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und in einem Fall einer versuchten gefährlichen Körperverletzung durch einen möglichen Steinwurf vonseiten der Besetzer gegen die Polizei. „Das sind individuelle Fälle“, betonte Graulich am Dienstag. Mit dem Thema Bandenkriminalität hätten die Ermittlungen, die noch immer andauern, nichts zu tun.