Die Bauarbeiten in der Unterjettinger Ortsmitte sind in vollem Gange. Dafür wurden auch Straßensperrungen notwendig. Eine Umleitung ist eingerichtet. Foto:  

Der fußgängerfreundliche Umbau der Ortsmitte von Unterjettingen hat begonnen.

Am Montag ging es los mit den Bauarbeiten in der Ortsmitte Unterjettingen. Ziel ist eine Verbreiterung der Gehwege, um den Bereich der Unterjettinger Ortsmitte für Fußgänger sicherer und attraktiver zu gestalten, heißt es in der Pressemitteilung der Gemeinde. Diese Verbesserung für Fußgänger, vor allem für jüngere und ältere Menschen, die das Vereinshaus oder den Bürger- und Jugendtreff oder die Metzgerei besuchen, war die am höchsten priorisierte Maßnahme aus dem im Jahr 2023 mit der Bevölkerung erarbeiteten Mobilitätskonzept. Zudem sollen die Geschwindigkeit der Fahrzeuge und der Durchgangsverkehr reduziert werden, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern.

 

Linksabbiegespuren entfallen

Für die Verbreiterung der Gehwege entfallen die bisherigen Linksabbiegespuren von der Hauptstraße in die Mötzinger und Öschelbronner Straße. Da diese Linksabbiegespuren bisher bereits zu schmal waren, gab es immer wieder gefährliche Situationen, bei denen vor allem größere Fahrzeuge wie Lastwagen auf die Gehwege ausgewichen sind. Des Weiteren wird es künftig zwei weitere Zebrastreifen über die Mötzinger und Öschelbronner Straße geben, um das Queren dieser Straßen sicherer zu machen.

Im Zuge der Bauarbeiten erfolgt auch der Austausch des schadhaften Kanals und der 120 Jahre alten Wasserleitung. Auf diese beiden Tiefbaumaßnahmen entfällt laut Pressemitteilung rund die Hälfte der Baukosten.

Da das Sanierungsgebiet Kohlplatte/Öschelbronner Straße 2027 abgerechnet werden muss, war es laut Pressemitteilung nun die letzte Möglichkeit, die Bauarbeiten mit einer 112 000 Euro starken Unterstützung des Landessanierungsprogramms umzusetzen. Auch der Landkreis Böblingen als Straßenbaulastträger finanziert 30 Prozent der Baukosten.

Die Gesamtkosten betragen rund 942 750 Euro: Der Anteil des Landkreises beläuft sich auf rund 284 048 Euro (30 Prozent), der Anteil der Gemeinde auf rund 77 782 Euro (acht Prozent), der Zuschuss zur Sanierung auf rund 116 673 Euro (zwölf Prozent), der Kanal schlägt mit rund 218 214 Euro (23 Prozent) zu Buche und Wasser mit rund 246 033 Euro (26 Prozent).

Straßensperrungen erforderlich

Um die Bauarbeiten zügig und sicher umsetzen zu können, ist eine Sperrung der betroffenen Straßenabschnitte erforderlich. Die notwendigen Umleitungen wurden laut Pressemitteilung mit den Busunternehmen, dem Gemeinderat und der Grundschule besprochen und optimiert.

Die ersten beiden Tage zeigten bereits, dass sich der Umleitungsverkehr wie geplant auf verschiedene Straßen verteile, so dass kein Bereich überlastet werde, trotzdem werde es zu Einschränkungen kommen, wofür die Gemeinde um Verständnis bittet.

Im Bereich der Grundschule wurden Zebrastreifen eingerichtet, und die Eltern unterstützen mit Schülerlotsen. Der Dank der Gemeinde gilt den Eltern, die den Lotsendienst übernehmen, heißt es weiter. Der erste Tag habe gezeigt, dass die Verkehrsmenge gering sei und alles reibungslos funktioniere.

Eltern übernehmen Lotsendienste am Zebrastreifen im Bereich der Grundschule. Foto: Hans Michael Burkhardt

Die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern wird während der Umleitung zum einen über die gemeindeeigenen Geschwindigkeitstafeln reguliert und auch immer wieder durch das Landratsamt durch Blitzer überwacht.

Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich sechs Monate, wobei es von Vorteil ist, dass in der Phase etwa ein Drittel der Zeit Schulferien sind.

Um die Belastung für alle Beteiligten zu reduzieren, wurde das Baufeld in zwei Bauabschnitte aufgeteilt, so dass für die nächsten rund drei bis vier Monate die Öschelbronner Straße und der Bus 774 uneingeschränkt genutzt werden können. Sobald dann die Mötzinger Straße wieder geöffnet werden kann, kommt der Anschluss mit der Öschelbronner Straße mit dem Umbau an die Reihe.

Bushaltestelle in der Kohlplatte zeitgleich umgebaut

Koordiniert wurden, soweit möglich, weitere Baumaßnahmen. So ist die Kreisstraße nach Mötzingen wegen Wasserleitungsarbeiten ab Anfang Mai für mehrere Wochen während der Baumaßnahme in der Ortsmitte Unterjettingen gesperrt. Ebenso wird der barrierefreie Umbau der Bushaltestelle in der Kohlplatte während der Zeit der Straßensperrung umgesetzt.

Nicht möglich war leider die Verschiebung der Sanierung von zwei Betonkreiseln durch den Landkreis Böblingen auf der Nordumfahrung Jettingen, heißt es in der Pressemitteilung. Diese Bauarbeiten dauern noch bis Ende nächster Woche an.