Die Verkehrssituation am Bahnübergang Richtung Kernen ist ziemlich kompliziert. Und mittendrin immer wieder Kinder. Jetzt ist eine Lösung da – auf Initiative von Eltern.
An dieser Stelle im Nagolder Straßennetz treffen fast alle möglichen Verkehrsteilnehmer aufeinander. Am Bahnübergang Richtung Kernen verkehren die Bahn, Lastwagen, Autos, Motorradfahrer, Radfahrer und natürlich auch Fußgänger jeden Alters.
Wenn Fußgänger aus dem Wohngebiet Kernen, aus Straßen wie der Eisbergsteige, der Galgenbergstraße oder der Kernenstraße in Richtung Innenstadt wollen, müssen sie fast zwangsläufig diese Kreuzung passieren. Dazu zählen auch Familien mit kleinen Kindern, die Richtung Kindergarten und City unterwegs sind.
Idee fiel bei der Stadt Nagold auf fruchtbaren Boden
Gerade Eltern war die Gefährlichkeit dieser Kreuzung bewusst. Also wandten sich Eltern an die Stadt Nagold und schlugen vor, die Gefahrenstelle dadurch zu entschärfen, indem man bergseitig einen neuen Fußweg anlegt, mit dem man zumindest die Gefahrenstellen an der Straße umkurven kann.
Diese Idee fiel bei der Stadt Nagold auf fruchtbaren Boden. Mathias Kehle vom Baudezernat nahm sich des Themas an, holte sich grünes Licht von der Verwaltungsspitze und nahm Kontakt mit der in Nagold bestens bekannten Baufirma Strohäker aus Jettingen auf. Nach gut einem Monat Bauzeit war der rund 90 000 Euro teure Umgehungsweg fertig.
Wie sehnsüchtig diese Lösung erwartet wurde, das zeigte der ganz große Bahnhof bei der offiziellen Eröffnung des Weges. Eltern, Kinder, Anwohner, Stadträte und natürlich Vertreter der Baufirma waren gekommen.
Bürgermeister Hagen Breitling zeigte sich denn auch in mehrerer Hinsicht beeindruckt: vom Ansturm ebenso wie vom Engagement aus der Bürgerschaft und der Umsetzung der Baumaßnahme durch das Team von Rathaus und Baufirma.
„Das kann sich wirklich sehen lassen“
„Das ist alles auf eine gute Idee aus der Bürgerschaft zurückzuführen“, rief Breitling in Erinnerung. „Und dank dieser Idee haben wir an dieser Stelle eine optimale Lösung für Fußgänger und Radfahrer gefunden“, freute sich der Bürgermeister. „Das kann sich wirklich sehen lassen. Darauf können wir alle stolz sein.“ Das Geld, das man dafür ausgegeben habe, sei „richtig und nachhaltig angelegt“
Für Breitling hat dieses Vorgehen durchaus Vorbildcharakter. „So darf das auch an anderen Stellen laufen“, legte er den Nagoldern und Nagolderinnen zum Abschluss der Einweihung ans Herz.
Den Kindern war das alles nicht ganz so wichtig. Die warteten sehnsüchtig darauf, einmal in den Bagger zu sitzen, den die Baufirma extra an die Eisbergsteige beordert hatte. Ein Traum, der für etliche der Kleinen dann an diesem Nachmittag auch tatsächlich in Erfüllung ging.