Die mittlerweile beachtliche Allee „Baum des Jahres“ im Althengstetter Unteren Wald ist um ein Exemplar reicher.
Bürgermeister Rüdiger Klahm hat gemeinsam mit Forstrevierleiter Jürgen Martinek eine stattliche Zitterpappel gepflanzt.
Die Pflanzaktionen von Schultes und Förster haben seit vielen Jahren Tradition in der Gäugemeinde und finden jeweils um den Tag des Baumes statt. Wer im Unteren Wald die Hummelwiesenlinie und das Schnaufersträßle in seine Wanderung integriert, kann beim Lesen der Schautafeln echte Baumpersönlichkeiten kennenlernen, und zwar alle seit 1989 von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gekürten Bäume des Jahres.
Die Idee zur Allee wurde um 2005 geboren als Ausgleich für rund 13 Hektar Wald, die für eine Erweiterung des Gewerbegebiets in Anspruch genommen wurden, wusste der Schultes. Die symbolischen Pflanzungen sollen bei der Bevölkerung, besonders auch bei Kindern und Jugendlichen, das Bewusstsein für die Bedeutung des Waldes für Mensch und Natur schärfen.
Infos zu Herkunft, Verbreitung und Aussehen
Die Zitterpappel kommt im besagten Wald auch bisher schon vor, wie Martinek bei der Pflanzaktion berichtet. Aber nun hat sie als Baum des Jahres 2026 einen exponierten Platz mit Informationen zu Herkunft, Verbreitung, Aussehen und Nutzen. Martinek berichtet weiter, dass sich die Art sehr gut von selbst verjüngt. Sie kommt vom Tiefland bis auf 2000 Höhenmeter vor und besiedelt als Pionierbaumart relativ schnell offene kahle Flächen.
Recht anspruchslos
Zur schnellen Besiedlung trägt bei, dass sie sich über Wurzelbrut vermehrt. Sie stellt keine Ansprüche an die Bodenqualität. Am besten kommt sie mit lockeren, humusreichen, frischen bis feuchten, mineralstoffreichen Sand-, Lehm- und Lößböden zurecht. Weil sie sich gut selbst verjüngt, sagt Martinek: „Kein Forst pflanzt Aspen. Und wo sie nicht vorkommt, wird sie nicht gebraucht (im Waldökosystem).“
Zitterpappel steht für Zusammenhalt
Aspe ist neben Espe ein weiterer, gängiger Name für die Zitterpappel. Daraus abgeleitet ist der bekannte Ausspruch: Jemand zittert wie Espenlaub. Schon im Altertum und in der Sagenwelt hatte die Espe ihre Bedeutung.
Die Kelten fertigten ihre Schilde aus dem leichten, weil schnell wachsenden Espenholz. Im Baumalphabet der Druiden steht die Zitterpappel für Zusammenhalt, Kraft der Gemeinschaft und gegenseitige Hilfe. Die Espe galt auch als Hexenbaum, ihre Knospen fanden Verwendung in vielen Hexensalben, den Flugsalben beispielsweise.
Bei der Pflanzung dabei war Forst-Azubi Silas Laich. Er steht kurz vor seiner Prüfung zum Forstwirt im Juni. Der praktische Prüfungsteil umfasst die Holzernte und die Jungbestandspflege, wie der junge Mann berichtet, ein drittes Thema wird dazugelost. Das könnte beispielsweise die Wertastung, die Pflanzung und der Pflanzenschutz sein oder die Biotoppflege. Bei jeder praktischen Prüfung sind dann drei Prüfer dabei, die seine Arbeit bewerten.