Ist das falsch gebaut? Oder nur noch nicht fertig? Foto: Beyer

Irgendetwas scheint da schiefgelaufen zu sein: Das nagelneue Geländer entlang der Treppe, die von Freudenstadt zum Gartenschaugelände führt, sieht etwas eigenartig aus. An vielen Stellen fügen sich die einzelnen Geländerelemente nicht richtig ineinander. Fragt sich nur: Ist das ein Fehler oder ist das Geländer nur noch nicht fertig?

Wenn im Sommer die Besucher auf die Gartenschau in Freudenstadt und Baiersbronn strömen, gilt es erstmal einen Höhenunterschied zu überwinden. Zumindest wer von Freudenstadt auf die Gartenschau gelangen möchte, hat einen kleinen Fußweg von der Innenstadt bis hinab nach Christophstal vor sich.

 

Damit das alles klappt, hat die Stadt viel Geld in die Hand genommen, um den Weg ins Tal zu erleichtern. Zum Konzept gehört eine nagelneue Treppe, die die Besucher entlang einer spektakulären Aussicht auf das Gelände führt.

Mittlerweile sieht die Treppe schon fast fertig aus. Doch beim genaueren Hinsehen fällt auf, dass offenbar etwas mit dem Geländer nicht stimmt. Denn die einzelnen Elemente, aus denen das Geländer besteht, greifen an vielen Stellen nicht richtig ineinander.

Schon erster Rost

An manchen Übergängen scheinen nur wenige Zentimeter zu fehlen, damit die Elemente ineinander gesteckt werden könnten. An anderen Stellen klaffen Lücken von rund einem halben Meter.

Darüber hinaus gibt es Schweißnähte, die eher abenteuerlich aussehen. Manche Bauteile sind nur an der oberen Kante verschweißt, während auf der Unterseite eine Lücke von mehreren Millimetern bleibt. An manchen der offenstehenden Rohre bildet sich auch schon Rost.

Manche Schweißnähte sehen abenteuerlich aus. Foto: Beyer

Unsere Redaktion hat daher bei der Stadt nachgefragt, ob während der Bauarbeiten etwas schiefgegangen ist. Die Verwaltung antwortet allerdings ausweichend: „Wir sind mit der ausführenden Firma in Kontakt“, schreibt ein Sprecher der Stadt. „Die Arbeiten am besagten Geländer sind noch nicht abgeschlossen.“

Eine eindeutige Antwort, ob der beauftragten Firma ein Fehler unterlaufen ist, liefert der Sprecher nicht. Somit bleibt offen, ob das Geländer einfach nur unfertig ist, oder die Stadt nur davon ausgeht, dass mögliche Fehler noch vor der Abnahme behoben werden.

Verwaltung ist optimistisch

Allerdings stellt sich die Frage, wie die Geländerteile noch passend ineinander gefügt werden sollen. Das Geländer ist aus stabilem Metall. Die einzelnen Elemente sind mit Beton im Boden eingelassen.

Die Verwaltung zeigt sich jedenfalls optimistisch: „Wir gehen als Stadt davon aus, dass die Arbeiten frist- und anforderungsgerecht ausgeführt werden. Folglich ist auch kein Schaden entstanden.“

In den offenen Rohren bildet sich schon erster Rost. Foto: Beyer

Da die Arbeiten noch andauern, weist der Sprecher auch darauf hin, dass es derzeit noch nicht erlaubt ist, die Treppe zu betreten. „Der besagte Bereich ist aus Gründen der Verkehrssicherheit für die Öffentlichkeit im Moment noch gesperrt. Wir bitten, die Sperrung zu beachten.“