Der Erhalt von Auggens Kreuzkirche ist seit Mitte Februar gesichert. Nun soll ein neuer Förderverein zusätzlich zu Erhalt und Ausstattung beitragen.
Gründungsversammlung ist am Sonntag, 1. März, ab 11.30 Uhr in der Auggener Kreuzkirche.
„Nachdem die Gemeinde Auggen und die evangelische Kirchengemeinde Auggen einen Vertrag zur Übernahme einer Baulast geschlossen haben, ist es nun an der Zeit, dass wir Bürger zusätzlich selbst aktiv werden“, schreibt Markus Josten, designierter Vorstand des künftigen Fördervereins „Kreuzkirche Auggen“.
Josten stellt sich gemeinsam mit Kirchengemeinderatsvorsitzender Gerda Reinecker für den Vorstand zur Verfügung, beide hoffen auf mindestens 50 Gründungsmitglieder. Der Förderverein soll ein rechtliches Organ sein für Spenden und Einkünfte etwa aus Kuchenverkauf oder dem Auggener Weihnachtsmarkt. Die Einnahmen des Fördervereins sind ausschließlich für das Kirchengebäude bestimmt.
Die Gründungsversammlung schließt sich nach einer kurzen Pause an den Gottesdienst an und klingt mit einem Umtrunk aus. Der Gottesdienst in der Kreuzkirche beginnt am Sonntag, 1. März, um 10.15 Uhr und ist anlässlich seines 200. Todestags dem großen Architekten und Baumeister des Klassizismus Friedrich Weinbrenner gewidmet.
Kirche 1835 eingeweiht
Planer der 1835 eingeweihten Kreuzkirche war der aus der Weinbrennerschule hervor gegangene „markgräflich badische Landbaumeister“ Carl Friedrich Meerwein. In der Nachkriegszeit wurde die Kirche umgebaut, die neugestaltete Kirche wurde am 23. März 1958 eingeweiht.
Der Einbau eines WCs und dazu gehörige Anschluss an die Kanalisation indes gehörte nicht zum damaligen Umbau. Diesen Zustand zu ändern, sagt Reinecker, sei eines der Ziele des Fördervereins, da die Kirchengemeinde allein für solche Investitionen keine Rücklagen in ausreichender Höhe bilde können. Pfarrerin Bettina von Kienle wünscht sich zudem eine Mikrofonanlage für die Kirche.
Kirche ist nun als „hellgrün“ eingestuft
Aus Gründen der Neutralität, erklärt von Kienle, trete sie dem Vorstand nicht bei. Auggens Bürgermeister Uli Waldkirch dagegen werde laut Josten Beisitzer im künftigen Vorstand.
Dass die Kirche nun als „hellgrün“ und somit sicher eingestuft ist, liegt an der Übernahme der Baulast für 17 Prozent des Kirchenlanghauses durch die politische Gemeinde. Da die 17 Prozent fünf Prozent des Gesamtbauwerks ausmachen und 65 Prozent des Kirchengebäudes dem Staat gehören, ist somit die 70-Prozent-Hürde erreicht, die Bauförderungen durch die evangelische Landeskirche möglich macht.
Das evangelische Gemeindehaus dagegen steht bei der Landeskirche auf „rot“: Somit müsste die Kirchengemeinde das Martin-Luther-Haus entweder innerhalb von zehn Jahren verkaufen oder für den Erhalt des Gebäudes hohe Rücklagen bilden.
Als Begegnungszentrum
Im Mitte Februar unterzeichneten Vertrag ist daher auch das Vorkaufsrecht für das Martin-Luther-Haus durch die politische Gemeinde enthalten. Auggen will das Gebäude mithilfe der kürzlich zugesagten Städtebauförderung zum Begegnungszentrum ausbauen. Wie Reinecker ausführt, stehe somit das Martin-Luther-Haus weiterhin für die Kirchengemeinde offen.
Weitere Infos gibt es unter www.kreuzkirche-auggen.de.
Termine
Weinbrennergottesdienst:
Dieser wird am Sonntag, 1. März, 10.15 Uhr, in der Kreuzkirche Auggen mit den Auftritten des Smaragd Quartetts Müllheim und des Duos Winfried Meier–Ehrat und Horst Nonnenmacher, mit einer Ausstellung über Friedrich Weinbrenner und vielen kleinen Überraschungen gefeiert. Ab 11.30 Uhr folgt die Gründung des Fördervereins „Kreuzkirche Auggen“.
Vortrag:
„Die Auggener Kreuzkirche und der große badische Architekt Friedrich Weinbrenner“ ist Thema am Samstag, 7. März, 17 Uhr, in der Kreuzkirche. Referent ist Ulrich Schuhmann von der Friedrich Weinbrenner Gesellschaft Karlsruhe.