Im Baugebiet "Kirchacker" in Achdorf sind derzeit noch zwei Bauplätze links der Straße "Sonnenplatz" unbebaut. Drei der bereits fünf bestehenden Häuser sind auf diesem Bild zu sehen. Foto: Bäurer

Die Baulandpreise in Blumberg werden zum 1. April 2022 auf 150 Euro angehoben. Der ent­sprechende Antrag der Freien Liste, von deren Sprecher Hannes Jettkandt vorgetragen, fand die erforderliche Mehrheit im Gemeinderat.

Blumberg - Die Entscheidung steht im Gegensatz zur gewünschten Vorgehensweise der Verwaltung. Diese wollte laut Beschlussvorlage die Baulandpreise mit Ausnahme von zwei Altfällen sofort anheben.

Stadt verkauft Grundstücke unter Wert

Der CDU-Antrag, die Preise zum 1. Januar 2022 zu erhöhen, fand keine Mehrheit. Der Quadratmeterpreis müsse marktüblich festgelegt werden, betonte Bürgermeister Markus Keller. Er erläuterte auch, wie es dazu kam, dass dieses Thema auf dem Ratstisch landete. Ein Bauherr aus Riedböhringen hatte in der Bürgerfragestunde darum ersucht, das von ihm benötigte Grundstück zum alten Preis kaufen zu können. Er habe bereits die Kosten für die Bebauungsplanänderung übernommen.

Momentan würden die Baugrundstücke für den privaten Hausbau unter Wert verkauft. Die Einnahmen würden für Neuinvestitionen verwendet, sagte Bürgermeister Keller. Stadtrat Bodo Schreiber von der Freien Liste sah keine Eile, die Preise sofort anzuheben. Je ein Grundstück in Fützen und Riedböhringen werden als Altfälle behandelt, wobei Riedböhringen nicht in der Verwaltungsvorlage stehe, stellte Bodo Schreiber fest.

Dabei unterliege diese Angelegenheit keiner großen Eile. Sein Fraktionskollege Rainer Gradinger fügte hinzu, die Grundstückspreisanhebung könnte auch noch in einem halben oder ganzen Jahr erfolgen. Der Sprecher der CDU-Fraktion, Dieter Selig, stellte fest, dass es hier um insgesamt fünf Bauplätze geht. Die Grunderwerbspreise in Blumberg seien derzeit zu günstig. Er plädierte dafür, diese individuell nach Baulage zu erhöhen. Die Anhebung sollte zum 1. Januar 2022 im Rahmen der Haushaltsplanaufstellung angehoben werden. Dem schloss sich Bürgermeister Markus Keller an.

Stadtkämmerer Jürgen Fischer wies darauf erläuternd hin, dass die 150 Euro pro Quadratmeter Baulandpreis nicht automatisch für Neubaugebiete wie etwa in Hondingen gelten müssten. Als Grundlage für die Preisgestaltung würden Gestehungskosten von 1980 zu Grunde gelegt. Der Stadtkämmerer trat dafür ein, die Erhöhung nicht zu verschieben.

Einheitliche Festsetzung für Stadtgebiet begrüßt

Das zusätzlich erzielte Geld würde im Haushalt fehlen. Stadtrat Hermann Zorbach meinte, man müsse den Sprung von 50 Prozent schlucken, obwohl die Baustoffpreise stark anstiegen. Er begrüßte die einheitliche Festsetzung auf 150 Euro für den Quadratmeter für das gesamte Stadtgebiet.

Nach einer Beratungspause stellte die CDU-Fraktion den Antrag, die Änderung zum 1. Januar 2022 vorzunehmen. Der weitergehende Antrag der Freien Liste, den 1. April 2022 zu wählen, fand die Mehrheit des Gemeinderats. Somit war der Antrag der CDU hinfällig. Dieter Selig merkte an, dass die Grundstückspreise wohl weiter steigen werden. Auch nach der Anhebung auf 150 Euro pro Quadratmeter liege Blumberg deutlich unter dem Durchschnitt der Baukosten in Baden-Württemberg, sagte der Bürgermeister. Der Bauherr aus Riedböhringen zeigte sich mit dem Abstimmungsergebnis und der Aufnahme als Altfall sehr zufrieden.

Seit dem 1. April werden städtische Grundstücke in den Stadtteilen voll erschlossen für 100 Euro pro Quadratmeter angeboten. Derzeit sind noch ein Bauplatz in Fützen, zwei Bauplätze in Epfenhofen und ein Bauplatz in Kommingen verfügbar. In Riedböhringen und in Fützen entstehen zwei weitere Bauplätze durch Änderung des Bebauungsplans. Der Gemeinderat stimmte aktuellen Baugesuchen zu. So kann in der Winklerstraße eine Wohnung umgebaut werden. In Riedöschingen wird ein Einfamilienhaus mit Carport gebaut. Im Rahmen der innerörtlichen Entwicklung soll in Riedöschingen am Kompromißbach ein bestehendes Wohn- und Ökonomiegebäude abgebrochen und neu gebaut werden. In Steppach kann an das bestehende Wirtschaftsgebäude eine landwirtschaftliche Maschinenhalle angebaut werden.