Bauhofmitarbeiter Sezgin Cilingir beim Kontrollgang am Wasserturm-Schlittenhang: Defekte Plastikrutscher gilt es immer mal wieder einzusammeln. Foto: Gegenheimer Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Bauhofleiter sieht winterliche Temperaturen und Schnee gelassen

Dobel. Schneewochen mit großem Touristenansturm, Tauwetter, Kälte bis unter minus zehn Grad Celsius – und ab Montagabend auch noch angekündigte überfrierende Nässe: In den Wochen seit Weihnachten musste sich der Dobler Bauhof auf vielfältige Wetterlagen und damit verbundene Herausforderungen einstellen. Doch Bauhofleiter Werner Schaible bleibt entspannt: "Für uns gehört das zur Winterroutine. Das ist halt jetzt mal wieder ein Winter, wie wir ihn einige Jahre nicht erlebt haben. Eben ein richtiger Winter!"

Frühes Aufstehen

Worin sich die Arbeit grundlegend von der im Sommer unterscheidet, ist an Niederschlags- oder Frosttagen die Arbeitszeit. "Ich stehe zwischen 3 und 4 Uhr auf", erklärt Schaible, "egal ob Montag oder Sonntag, und schaue nach dem Wetter." Bei einer starken Tasse Kaffee, betont er grinsend, die muss sein, schaut er sich die Wetterlage vor der Haustür an. "Die Höhenstraße gibt mir schon wichtige Hinweise darauf, wie glatt es eventuell anderswo ist."

Gibt es Schnee- oder Glättealarm, wird ab 5 Uhr gefahren: drei Mann, drei Fahrzeuge. Plus Unternehmer Karl-Heinz Neuweiler, falls erforderlich. Für Gefällstrecken wie hinunter zur Eyachmühle haben die Fahrzeuge Unterwurfketten, die bei Erfordernis während der Fahrt zum Einsatz kommen können. Bevor über die Feiertage der große Schneebesucher-Andrang begann, seien sie meist mit dem Räumen und Streuen fürs Erste fertig gewesen. "Damit gehen wir dem Fahrzeugchaos aus dem Weg", so Schaible.

Auch wenn es nicht frisch geschneit oder gefroren hat, gibt es tägliche Kontrollfahrten durch den Ort. "Heute Morgen beispielsweise hat uns der Ostwind an einer Stelle zwischen den Häusern Schneeverwehungen aufgebaut", berichtet er am Montag. An anderen Tagen sei es an irgendeiner Stelle spiegelglatt durch Windschneisen. Jeder Morgen sei derzeit wenig berechenbar. Gebangt hat Schaible, als das Thermometer vor eineinhalb Wochen plötzlich bis fast minus 15 Grad fiel: "Unsere Fahrzeuge fahren mit normalem Diesel, in der Regel ohne Zusatz. Schlimm wäre gewesen, wenn der Treibstoff eingefroren wäre!"

Bis abends um 22 Uhr gilt an Schneetagen die Räumpflicht. Meist beginnt das Bauhofteam gegen 17 Uhr mit der letzten Fahrt – räumen oder streuen, je nach Erfordernis. "Um diese Uhrzeit", weiß Schaible, "sind dann auch nicht mehr viele Gäste unterwegs." Der Müll, den die meisten Schneegäste zum Glück in die Papierkörbe entsorgen, wird derzeit mindestens zweimal wöchentlich geleert. Und die Rodelpisten werden abgelaufen. "Nach dem Januarschnee", berichtet Schaible, "haben wir fast einen Kubikmeter Plastikmüll in Form kaputter Schneebobs und Plastikrutscher, die neben den Hängen zurückgelassen wurden, auf dem Recyclinghof entsorgt."

Auch der für Montagabend angekündigten möglichen überfrierenden Nässe begegnet der erfahrene Bauhofleiter mit Gelassenheit: "Noch ist einiges an Salzabrieb auf den Straßen. Vielleicht reicht das aus. Wenn es vorher schon Schneefall gibt, werden wir natürlich vorstreuen."

In kritischen Situationen seien sie alle drei sowieso kurzfristig, quasi auf Zuruf, da: "Wir wohnen alle im Dorf, innerhalb 20 Minuten können wir am Bauhof sein."

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