Mit einem bunten Feuerwerk wurde auch im Norden der Stadt Ettenheim in Richtung Altdorf das neue Jahr 2026 farbenfroh und lautstark begrüßt. Foto: Ullrich

Oft bleibt das Aufräumen nach der Silvesternacht an den Bauhofmitarbeitern hängen. Die Bilanz über das Ausmaß in der südlichen Ortenau fällt aber unterschiedlich aus.

Raketen, Böller, Feuerwerk-Batterien: Jedes Jahr aufs Neue lassen es Menschen auf der ganzen Welt in der Silversternacht ordentlich krachen – auch in der Ortenau. Doch je größer das Spektakel im Nachthimmel, desto mehr Überreste auf dem Boden. Müll, der eigentlich vom Verursacher beseitigt werden muss. Ganz nach dem Motto: Wer knallt, muss aufräumen. Dass nicht jeder dieser Pflicht nachkommt, zeigte sich in Kehl. Mehrere Tage lang kämpfte der Betriebshof der Stadt gegen „Unmengen von liegengelassenem Feuerwerksmüll“, so die Verwaltung in einer Mitteilung. Wie sahen die Straßen nach der Silvesternacht in der südlichen Ortenau aus? Ein Überblick.

 

Ettenheim: Gleichbleibend viel Müll, aber kein Vandalismus – das ist das Silvester-Fazit von Bauhofsleiter Markus Ohnemus. Weil die Altstadt von Ettenheim Feuerwerkverbotszone ist, verteile sich das Bölleraufkommen auf mehrere große Flächen in der Stadt – vor allem Parkplätze und Kreuzungsbereiche seien betroffen, so Ohnemus.

Eine solche Fläche gibt es auch auf den Espen, wo der Bauhof steht. In der Silvesternacht ging dort der Alarm los, und Ohnemus schaute nach dem Rechten. Auf dem Platz traf er eine Gruppe von Menschen an, die riesige Mengen Böller verballerten: „Die hatten ganze Kofferraumladungen an Munition dabei.“ Aber nicht nur Böller, sondern auch Besen, Schaufeln und Müllsäcke zum Aufräumen. „Solche Leute gibt es auch“, sagt Ohnemus.

Vier Mann waren in der Gemeinde im Einsatz

Kippenheim: „Ich war positiv überrascht“, freut sich Kippenheims Bauhofleiter Reiner Frosch im Gespräch mit unserer Redaktion. Sein Fazit: Dieses Jahr wurde weniger Müll liegengelassen als im Vorjahr. Demnach hätten viele Bürger ihre Hinterlassenschaften aufgeräumt und selbstständig entsorgt – ganz zur Freude des Bauhofs. „Vier Mann haben für Kippenheim und Schmieheim einen halben Tag gebraucht, um alle Reste aufzusammeln“, so Frosch. Zu Vandalismus durch gesprengte Feuerwerkskörper sei es nicht gekommen.

Mahlberg: Ein ähnliches Bild ergab sich nach der Silvesternacht in Mahlberg. „Es war weniger als im Vorjahr“, zieht Bauhofmitarbeiter Fabian Kölble Bilanz. Zwei Mitarbeiter hätten jeweils vier Stunden gebraucht, um die Stadt von Überresten zu befreien. „Teilweise“, antwortet Kölble auf die Frage, ob Bürger ihrer Aufräumpflicht nachgekommen waren. „An manchen Stellen war es nicht der Fall. Einige haben ihren Unrat auch einfach in Säcken neben öffentliche Mülleimer gelegt“, so der Mitarbeiter. Unterm Strich falle sein Fazit jedoch positiv aus, zumal auch in Mahlberg nichts in Mitleidschaft gezogen wurde.

Ringsheim: Ringsheims Bauhofleiter Andreas Kollmer kommentiert nüchtern: „Es ist wie jedes Jahr: Erst wird geböllert, danach bleibt der Müll liegen.“ Zumindest ein kleiner Trost: „Es war dieses Mal auch nicht schlimmer als in den Jahren zuvor.“

Kappel-Grafenhausen: In der Doppelgemeinde blieb es nach Angaben des Gemeindebauhofs recht ruhig: Kleinere Feuerwerkskörper und etwas Glasbruch gab es einzusammeln. Insgesamt sei es im Vergleich zu den Vorjahren sogar etwas weniger Müll gewesen, so der Bauhof.

Rust: „Es wurde auf jeden Fall viel geknallt“, erklärt Rusts Bauhofleiter Daniel Schüber. Dementsprechend sei auch einiges an Müll in der Gemeinde liegen geblieben. „Am 2. Januar waren zwei Mann mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Alles beseitigen konnten sie an diesem Tag nicht“, zieht er Bilanz. „Die Bürger wissen, dass wir drei Mal in der Woche eine Mülltour machen und stellen ihre abgebrannten Feuerwerk-Batterien neben öffentliche Tonnen.“ Für ihn sei das in Ordnung – zumindest besser, als die Böllerreste von der Straße zu sammeln. „In die eigene Mülltonne wäre jedoch am besten“, appelliert Schüber.