Stillstand beim Wohnungsbau auf dem Kasernenareal. Jetzt sagt Steffen Schwindhammer, Geschäftsführer der Baugesellschaft Horb, wie es um das Projekt mit 122 geplanten Wohnungen steht.
Vor zwei Jahren bekamen die Baugesellschaft Horb und die Imbro den Zuschlag für bis zu 150 Neubauwohnungen auf dem ehemaligen Sportplatz der Kaserne. Horbs OB Peter Rosenberger (CDU), auch Aufsichtsratsvorsitzender der Baugesellschaft Horb, sagte im Gemeinderat, das das Projekt auf Eis liegt. Diese Redaktion fragt Steffen Schwindhammer, Geschäftsführer der Baugesellschaft Horb, was dahinter steckt.
Wer das Areal abfährt, sieht, dass hinter dem letzten Kasernengebäude der Reha-Klinik der Königs die Bauten fast fertig sind. Auf dem ehemaligen Sportplatz dagegen sind nur Erschließungsstraßen zu sehen... Vor zwei Jahren bekamen die Baugesellschaft Horb den Zuschlag für das Los 1 Baufeld 2 und 3 und die imbro das Los 2 mit dem Baufeld 1 zusammen über 150 Neubauwohnungen...
Was Imbro am Wasserturm baut, hat damit nichts zu tun. Das ist ein Projekt, welches die Imbro schon früher begonnen hat. Ungefähr zu dem Zeitpunkt, wo wir unser Neubauprojekt an der Bildechinger Steige gestartet haben.
Ihr Aufsichtsratsvorsitzender Peter Rosenberger deutet an, dass das Projekt der Baugesellschaft derzeit auf Eis liegt. Warum?
Es ist jedem bekannt, dass in den letzten zwei Jahren die Baukosten um 40 Prozent gestiegen sind. Dazu die Zinsen von fast 0 auf vier Prozent. Dazu gibt es vom Staat keine Förderung im Neubaubereich mehr. Das heißt: Es findet kaum noch Neubau statt – weil der Preis viel zu hoch ist.
Haben Sie dafür ein Beispiel?
Wir haben derzeit alle Parameter gegen uns. Wenn wir die Neubauwohnungen unter diesen Bedingungen bauen würden, müssten wir 18 Euro an Kaltmiete verlangen. Realistisch wären in Horb maximal 12 bis 13 Euro. Derzeit liegt die Kaltmiete in Horb bei acht Euro im Schnitt.
Ist unter diesen Bedingungen im Moment überhaupt die Nachfrage da?
Die Nachfrage in Horb nach Neubauwohnungen müsste steigen. Es gibt derzeit ein großes Angebot an Neubauwohnungen – und es kommen wohl noch welche dazu. Dazu müssen die Käufer bereit sein, mehr zu zahlen.
Nach zwei Jahren Inflation sollte klar sein, dass sich alles auch auf die Neubaupreise auswirkt. Das merkt der Verbraucher ja auch beispielsweise im Baumarkt.
Gibt es Hoffnungsschimmer?
Die Baukosten sinken zur Zeit. Aber nicht im ländlichen Raum. Hier sind die Handwerke gut ausgelastet. Jeder erwartet eine gewissen Preis- und Zinsrückgang. Aber der ist noch nicht so eingetreten, dass es sich lohnt.
In Stuttgart fallen zum ersten Mal seit Jahren die Preise für Immobilien...
Klar ist, dass die Bauträger und Investoren in Stuttgart eine ganz andere Marge kalkuliert hatten. Da ist es einfacher, auf Marge zu verzichten. Im ländlichen Raum hat man eine Marge wie in Stuttgart nie kalkulieren können. Wenn man eine politische Forderung stellen würde, wäre es gut, wenn der Bund ein Förderprogramm speziell für den ländlichen Raum für Neubauten auflegt. Mit einem Tilgungszuschuss.
Wird die Baugesellschaft das Projekt aufgeben?
Nein, im Gegenteil. Das Grundstück wurde von uns erworben und wir haben über alle Gebäude aus dem Baufeld 2 die Baugenehmigungen erwirkt. Zudem sind alle Ausschreibungen – bis auf die Wand- und Bodenbelagsarbeiten - versandfertig. Bislang wurden von uns drei Mi. Euro in das Projekt gestellt. Wenn wir beginnen, so muss eine ausreichende Sicherheit vorhanden sein, dass das Projekt wirtschaftlich umgesetzt werden kann.