Das Bild entstand beim ersten Baggerbiss im April dieses Jahres. Was im Moment noch unwirtlich aussieht, wird künftig ein schmuckes Quartier im Herzen Bisingens. Foto: Kauffmann

Zahlreiche Personen haben in den vergangenen Monaten ihr Interesse an Baugemeinschaften auf dem Maute-Areal bekundet.

Das Interesse an Baugemeinschaften ist groß: Bei den Immobilientagen in Balingen haben sich alleine am Samstag gut 30 Personen am Infostand der Stadtentwicklungsgesellschaft (Steg) informiert, hinzukommen rund 15 weitere, die sich nach der Maute-Messe meldeten. Das berichteten Anna Heizmann und Lena Seybold von der Steg bei einem Info-Abend am Donnerstagabend im kleinen Saal der Hohenzollernhalle auf Anfrage.

 

Viele positive Kontakte Was bislang allerdings fehlt, ist die Initialzündung, die die Interessenten dazu bewegt, einen Schritt weiterzugehen: Sich zusammenzusetzen, eine Idee zu entwickeln, sich zu einer Kerngruppe zusammenzufinden. Nach den zahlreichen positiven Kontakten der vergangenen Monate sollte der Info-Abend gestern Abend zu diesem nächsten Schritt einladen, bislang hat sich nämlich noch keine Kerngruppe gefunden. Vor Ort war dann doch nur eine Handvoll Personen, die ihr Interesse an Baugemeinschaften konkretisieren wollte. Heizmann: „Es sind nicht so viele da wie wir uns gewünscht hätten.“

Es ist nicht zu spät Anna Heizmann, die die Entwicklung des Maute-Areals von Anfang an begleitet, berichtet auf Nachfrage, dass man sich auch bei den kommenden Ausschreibungen noch melden kann. Der Zug für die, die mehr zeigen wollen als bloßes Interesse, ist also auch nach Abschluss des ersten Vergabeverfahrens am 15. Januar 2024 nicht abgefahren.

Man muss sich nur treffen Interessenten, die beim Info-Abend dabei waren, hatten jedoch die Gelegenheit, mit anwesenden Architekten und Baufirmen ins Gespräch zu kommen. Bei Kurz-Vorträgen gaben sie Impulse, wie man das mit der Baugemeinschaft angehen könnte. Eine Vertreterin von „Baisch und Fritz“ Architekten mit Sitz in Tübingen meinte: „Man braucht nur zwei, drei Leute und muss sich treffen.“ Danach könne man sehen, wo es mit dem Neubau hingehen kann.

Motto macht Architektur Was sich einfach anhört, ist zunächst auch einfach: Tatsächlich starten die Baugemeinschaften als lose Gruppierungen, auch „Kerngruppe“ genannt. Diese Kerngruppen arbeiten ein erstes grobes Konzept aus, nach dem sie ihr Mehrfamilienwohnhaus gestalten wollen. Ein Vertreter von „Fusi und Ammann Architekten“ mit Sitz in Albstadt-Tailfingen berichtete in diesem Zusammenhang beispielsweise von einem Motto, das sich später auch in der Architektur ausdrückt: „Wohnen im Park“, so betitelte er eines seiner Projekte, das in Hamburg realisiert wurde. Der Bezug zur Musik der Bewohner war ausschlaggebend für Gestaltung eines anderen Gebäudes, ebenfalls in Hamburg.

Niedrigere Baukosten Steht das erste Konzept, entscheidet der Gemeinderat darüber. Es hieß beim Info-Abend, dass in der Planungsphase zehn Sitzungen pro Jahr benötigt werden. Der Aufwand halte sich mit sauberer Organisation durchaus in Grenzen. Und das gilt auch für die Kosten: Anna Heizmann sprach von 20 Prozent niedrigeren Baukosten in einer Baugemeinschaft.

Eigene Wohnung bauen Bürgermeister Roman Waizenegger verwies genau darauf: Die Baugemeinschaft sei eine Alternative, wenn es darum geht, auf günstigere Weise an Wohneigentum zu kommen. Lena Seybold brachte es so auf den Punkt: „Die Baugemeinschaft ist die einzige Möglichkeit, eine eigene Eigentumswohnung zu bauen.“

Kontakt

Wer sich für eine Baugemeinschaft interessiert, kann sich an Anna Heizmann von der Steg wenden, die auch Kontakte unter den Interessenten herstellen kann. Der Kontakt ist möglich unter der E-Mail-Adresse anna.heiz mann@steg.de und unter Telefon 0711 / 21 06 82 33.

Vermarktung
Die ersten Grundstücke im nördlichen Bereich werden bereits vermarktet. Bewerben kann man sich bis 15. Januar 2024.