Die Freileitung zwischen Oberiflingen und Unteriflingen verhindert ein Zusammenwachsen der Bebauung beider Orte. Foto: Uwe Ade

Die Freileitung zwischen Ober- und Unteriflingen verhindert – in baulicher Sicht – ein Zusammenwachsen. Sie höher, woandershin oder in die Erde zu verlegen, wäre teuer.

Informationen zum Stromnetz von Schopfloch und einen Ausblick auf künftige Herausforderungen gaben Neval Aras, Regionalmanager für den Verteilnetzbereich bei der Netze BW GmbH, und sein Kollege Simon Speiser dem Gemeinderat Schopfloch in dessen jüngster Sitzung beim sogenannten Netzdialog.

 

Schopfloch, mit eigenem Umspannwerk vor Ort, sei in Sachen Strom sicher und gut versorgt, stellte Aras gleich zu Beginn fest.

Insgesamt liege mittlerweile ein Großteil der knapp 100 Kilometer Stromkabel unter der Erde – 77 Prozent (25,9 Kilometer) im Mittel- und 79 Prozent (49,2 Kilometer) im Niederspannungsbereich. Der Trend gehe zum weiteren Abbau der Freileitungen. Von den 999 Hausanschlüssen in der Gemeinde waren im vergangenen Jahr 353 über Freileitung und 646 über unterirdische Kabel angeschlossen.

Betreiber investiert weitere 1,5 Millionen Euro

In den Jahren 2020 bis 2024 investierte Netze BW in der Gemeinde Schopfloch rund eine Million Euro – etwa bei der Erschließung von Gewerbe- und Baugebieten oder bei Erneuerungsmaßnahmen wie Kabelverlegung und Abbau von Freileitungen. In allen drei Ortsteilen sind in den kommenden Jahren weitere Investitionen in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro geplant.

Als Basis einer erfolgreichen und effizienten Energieversorgung gelte das „Energiepolitische Dreieck“ aus Versorgungssicherheit, bezahlbarem Strom und Klimaschutz, erklärte Aras.

„Klasse Quote“ bei erneuerbaren Energien

Was die erneuerbaren Energien angeht, würden durch in Schopfloch installierte Anlagen 89 Prozent des Stromverbrauchs der Gemeinde gedeckt. „Eine klasse Quote“, kommentierte der Regionalmanager.

Große Dynamik spüre man derzeit im Bereich Windkraft. Dafür müssten Netze ertüchtigt werden, weshalb es wichtig sei, dass das Unternehmen frühzeitig über Vorhaben informiert werde. Außerdem verzeichne der Netzbetreiber in jüngster Zeit vermehrt Speicheranfragen.

Drei Möglichkeiten bei der Hochspannungsleitung

Ein seit Jahren diskutierter Punkt – auch die Gemeinde spreche diesen immer wieder an, so Aras – sei die Hochspannungsleitung zwischen Oberiflingen und Unteriflingen, die im Bereich Gillteich ein Zusammenwachsen der Ortschaften verhindere. Nun zeigte er Möglichkeiten auf, die jedoch für die Kommune mit beträchtlichen Kosten verbunden sind.

Wenn die Freileitung unterirdisch verlegt werde, habe Netze BW Nachteile gegenüber einer Freileitung, auch weil diese Version weniger langlebig sei. Das heiße nicht, dass man sich prinzipiell dagegen verwehre, so Aras, doch es sei ein teures und großes Unterfangen. Die Kosten hierfür wie auch für eine komplette Umlegung würden grob überschlagen in beiden Varianten jeweils rund fünf Millionen Euro betragen. Die dritte Möglichkeit sei, die Freileitung höher zu legen, so dass der Schutzabstand eingehalten werde. Dabei liege die Kostenschätzung im Höchstfall bei ein bis zwei Millionen Euro.

„Die Zusammenarbeit mit der NetzeBW ist hervorragend, und die Versorgungssicherheit für Schopfloch ist gegeben“, stellte Bürgermeister Thomas Staubitzer im Anschluss zufrieden fest.

Zahlen, Daten und Fakten des Netzbetreibers Netze BW für Schopfloch

Erneuerbare Energien
In Schopfloch waren 2024 laut Netze BW 321 Anlagen gemeldet. 292 Photovoltaikanlagen machten den größten Anteil aus. Dazu kamen 22 Balkonkraftwerke, drei Biomasseanlagen, eine Windkraftanlage und drei KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Koppelung). Die größte Einspeisung ins Netz kam von der Windkraftanlage mit 3376 Megawattstunden (MWh) und den 292 PV-Anlagen mit 3193 MWh, gefolgt von den drei Biomasseanlagen mit 1869 MWh und den drei KWK-Anlagen mit 422 MWH. Durch die Anlagen wurden 89 Prozent des Stromverbrauchs der Gemeinde gedeckt. Der Verbrauch lag 2024 bei 9946 MWh, der Großteil entfiel auf Gewerbebetriebe.

Elektromobilität
In diesem Jahr sind in Schopfloch 119 elektrifizierte Fahrzeuge gemeldet – 67 Elektroautos und 52 Plug-in-Hybride. Damit liegt die Elektrifizierungsquote des Gesamtfahrzeugbestands bei 5,7 Prozent. Es gibt 50 Ladestationen mit 69 Ladepunkten.

Zählerablesungen
Von den 1353 Zählerablesungen in Schopfloch werden mittlerweile 1325 (98 Prozent) digital übermittelt. Von den Einspeisern nutzen aktuell 88 Prozent (245) das digitale Kundenportal der Netze BW.