Auf den 5,2 Hektar an der Teinacher Straße wird ein Wohngebiet entstehen. Wann genau die 15-monatigen Erschließungsarbeiten beginnen, steht aber noch nicht fest. Foto: Biermayer

Die Aufstellung des Bebauungsplans für das Gebiet "Teinacher Straße" in Liebelsberg läuft. Jetzt wurden die neuesten Details zur Planung der Erschließungsarbeiten bekannt. Manche Stadträte kritisieren die vorgesehene Entwässerung über den Dürrbach.

Neubulach-Liebelsberg - Vier Millionen Euro werden die Erschließungsarbeiten – also das Anlegen von Straßen, Leitungen und der Kanalisation – für das Gebiet "Teinacher Straße" kosten. Das rechnete Planer Michael Bradt dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vor. Damit werde eine Gesamtfläche von etwa 5,2 Hektar erschlossen.

Zum bekannten Stand der Planung hätten sich nur Details verändert. So liege die Ausfahrt aus dem Wohngebiet jetzt gegenüber des Fuchswegs, um so mehr Übersicht zu schaffen. In dieser Straße seien zudem 17 öffentliche Parkplätze vorgesehen. In der Mitte des Wohngebiets sei ein zentraler gepflasterter Platz mit einer Fläche von 15 auf 34 Meter geplant. Auch Fußwege und Parkplätze würden gepflastert. Die Straßen hätten eine Breite von 5,7 Metern, stellte Bradt die Zahlen vor.

Glasfaser wird verlegt

Das Abwasser der neuen Häuser werde über einen Mischwasserkanal ans bestehende Netz angeschlossen. Das Regenwasser werde in den nahen Dürrbach geleitet. Hier entstehe zusätzlich ein Retentionsbecken, dass große Regenmengen auffangen und erst Stück für Stück ableiten solle. Da aber auch an anderen Stellen in Liebelsberg die Regenwasserabführung überarbeitet werde, würde das Retentionsbecken größer als für die neue Siedlung nötig.

Im Zuge der Erschließungsarbeiten werde zudem im Gebiet "Teinacher Straße" Glasfaser verlegt. Ob es eine Gasleitung geben werde, stehe noch nicht fest. Die NetzeBW prüfe momentan noch die Wirtschaftlichkeit eines solchen Vorhabens. Werde mit den Erschließungsarbeiten begonnen, dauerten diese etwa 15 Monate. Ein genauer Baubeginn könne noch nicht terminiert werden, fügte Bürgermeistern Petra Schupp hinzu. Denn dafür müsse erst das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen werden.

Durch Gasleitungen kann auch Wasserstoff fließen

Achim Pfrommer (UWV) erkundigte sich, wie die innenliegenden Mehrfamilienhäuser zukünftig erreicht werden sollen. Eine extra Straße sei auf dem Plan nicht dargestellt. Die Zufahrt erfolge über die Teinacher Straße, erklärte Bradt. Eine weitere Straße koste mehr Geld, so Schupp. Werde diese benötigt, müsse der Bauherr dafür zahlen.

Andreas Kubesch (UGL) wunderte sich darüber, dass überhaupt noch Gasleitungen verlegt werden. Schupp entgegnete, dass durch diese Leitungen zukünftig auch Wasserstoff fließen könne. Man müsse hier in längeren Zeithorizonten denken.

Andreas Blaurock (CDU) äußerte mehrere Bedenken. Er mahnte an, dass die Kommune selbst tätig werde, um verdichteten Wohnraum zu schaffen. Dann könne man das an der "Teinacher Straße" richtig planen und es entstehe kein abgeschlossenen Viertel. Allerdings sei man noch gar nicht im Besitz aller Flächen. Man verteile das "Bärenfell, bevor er erlegt wurde". Auch die Regenwasserabführung sah er kritisch. Dies würde alles im Tal bei der Station Steinach zusammenfließen. Komme es zu Starkregenereignissen wie im vergangenen Sommer, stehe dort schnell alles unter Wasser. Auch Kubesch (UGL) und Reiner Stoll (UWV) sahen das kritisch.

Erschließung in zwei Schritten?

Bürgermeisterin Schupp meinte, dass es im neuen Wohngebiet viele Zisternen geben werde, die ebenfalls Niederschläge zurückhalten können. Bradt erklärte, dass man sich bei der Planung an alle gängigen Richtlinien halte. Das System müsse ein extremes Niederschlagsereignis, wie es alle zehn Jahre vorkomme, aushalten.

Achim Prommer (UWV) warf dann noch einmal die Idee in den Raum, die Erschließung in zwei Schritten zu erledigen. Auch andere Gemeinderäte sprangen ihm bei. Norman Schroth (UWV) sah darin den Vorteil, dass sich das Ortsbild nicht zu stark auf einmal verändere. Außerdem müsse man dann auch die Grundstücke alle auf einmal verkaufen, um die Kosten der Erschließung zu decken. Die Bauplätze bezeichnete Blaurock (CDU) als "das Gold, was die Stadt hat".

Sehr viel höhere Kosten

Planer Bradt war gegen eine Umsetzung in zwei Schritten. Dies würde sehr viel höhere Kosten nach sich ziehen, zum Beispiel für die zweimalige Baustelleneinrichtung. Bürgermeisterin Schupp gab zu bedenken, dass dies überhaupt nur gehe, wenn Grundstückseigentümer im zweiten Bauabschnitt nicht gleich bauen wollten.

Bernd Schwarz (UWV) war gegen die Umsetzung in zwei Schritten. Allerdings müsse man sich überlegen, welche Flächen man wann an den Markt bringe. Auch Stoll (UWV) war für eine genaue Planung des Abverkaufs. Dann sei klar, wann wie viel Geld komme. Bis dahin müsse man mit dem Minus im Haushalt leben.