Östlich der bestehenden Häuser in der Fischerstraße sollen im geplanten Neubaugebiet „Die oberen Äcker“ in Herzogenweiler 13 Baugrundstücke entstehen. Foto: Sabine Krümmer

Erneut kamen die Planungen in Sachen „Die oberen Äcker“ in Herzogenweiler auf den Tisch, nun in einer abgespeckten Variante.

Fast alles auf Anfang: Erneut war das Neubaugebiet „Die oberen Äcker“ Thema in der Sitzung des Ortschaftsrats von Herzogenweiler, nun jedoch auf 0,9 Hektar und 13 Baugrundstücke verkleinert. Es wurde mit fünf Stimmen beschlossen, bei einer Gegenstimme.

 

Unter großer Beteiligung der Bewohner des kleinsten Teilortes in VS stand die jüngste Ortschaftsratssitzung. Es stand nämlich der Empfehlungsbeschluss im Raum, der grünes Licht für den Technischen Ausschuss gibt. Dieser wird am Dienstag, 11. November, über „Die oberen Äcker“ beschließen und einen Bebauungsplan und weitere Formalitäten anstoßen.

Soweit war man aber schon Ende des Jahres 2022. Der damalige Bebauungsplan umfasste rund 2,5 Hektar, was 34 Bauplätzen entspricht. Dieses große Grundstück wurde bereits im April 2019 vom Haus Fürstenberg erworben. Der Ortsvorsteher sprach vom „Respekt“, den man vor der Größe des neuen Baugebiets gehabt habe. Das Regierungspräsidium gab in diesem Jahr die Empfehlung, die Baufläche deutlich zu verkleinern.

„Kein Dorf im Dorf“

Die neue Version sieht nun vor, einen schmalen Streifen östlich der Bestandshäuser in der Fischerstraße zu bebauen. Es ist geplant – wie beim größeren Vorgängerplan – pro Jahr nur ein bis zwei Plätze an Bauwillige zu veräußern. Davon gebe es in Herzogenweiler einige, eine konkrete Zahl wurde nicht genannt. Es solle „kein Dorf im Dorf“ entstehen, so der Ortsvorsteher. Auch diese Worte fielen schon Ende 2024 zum Thema „Die oberen Äcker“, als die Änderung des Flächennutzungsplans anstand.

Und wie schon 2024 war auch bei der jüngsten Sitzung Matthias Schöne vom Stadtplanungsamt zugegen, um über die rechtlichen Folgen der Nutzungsplanänderung zu informieren. Es sollen zwei Ökoflächen in Tannheim ausgewiesen werden. Die Zeitschiene sieht im Dezember und Januar die Beteiligung der Bevölkerung vor. Der neue Bebauungsplan könne dann im vierten Quartal 2026 stehen, die Erschließung 2027 folgen und die Bebauung ein Jahr später beginnen.

Verkauf der Baugrundstücke schrittweise über 20 Jahre

Noch könnten keine Grundstückskosten genannt werden, da die Erschließung abgewartet werden müsse. Verkehrstechnisch angeschlossen wird „Die oberen Äcker“ über die Fischerstraße und die Jägerhausallee. Eine neue Anbindung wurde wegen der Bodenversiegelung abgelehnt. Der Verkauf der Baugrundstücke soll über 20 Jahre dauern.

Die Bewohner von Herzogenweiler brachten nach der Vorstellung des verkleinerten Baugebiets ihre Bedenken hervor, ob es im Ort genügend Infrastruktur für eine wachsende Bevölkerung gibt und warum keine Baulücken gefüllt wurden. Auch die Abwasserprobleme wurden thematisiert. Es seien durch die lange Hängepartie schon viele junge Bauwillige weggezogen. Auf der anderen Seite bekundeten 45 Bürger mit ihrer Unterschrift ihre Bedenken gegen das neue Baugebiet am südöstlichen Ortsrand.

Investition in die Zukunft

Der ehemalige Ortsvorsteher Martin Wangler brach mit seinem Beitrag eine Lanze für das neue Baugebiet. Es wurde in Zusammenarbeit mit Villingen-Schwenningen und dem Regierungspräsidium „alles richtig gemacht.“ Seit 2014 schlugen alle Versuche fehl, die Eigentümer von Grundstücken im Ort zum Verkauf der Baulücken zu bewegen. Das neue Baugebiet sei eine Investition in die Zukunft, für den eigenen Nachwuchs.

Die Anwesenden quittierten die Aussagen Wanglers schließlich mit Applaus. Der Ortsvorsteher konnte dies mit entsprechenden Zahlen unterfüttern: 2021 hatte der Ort noch 173 Einwohner, in diesem Jahr sind es 198. Es gibt 48 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und 66 Bewohner von 18 bis 45 Jahren. „Setzen wir jetzt nicht die Weichen, droht der Abzug junger Familien“, so der Ortsvorsteher abschließend.