Der Flächennutzungsplan für das neue Baugebiet „Obere Äcker“ in Herzogenweiler, hier hinter den Häusern der Fischerstraße, muss neu aufgerollt werden, weil die Vorgehensweise nach bisherigem Recht nicht den europäischen Normen entsprach. Foto: Willi Zimmermann

Der Ortschaftsrat stimmte der Änderung des Flächennutzungsplans für das Baugebiet „Die Oberen Äcker“ einstimmig zu, damit die Vorlage demnächst in den Technischen Ausschuss und anschließenden in den Gemeinderat gehen kann.

War doch schon mal, würde manch geneigter Leser sagen, stand doch schon vor Jahren in der Zeitung. Stimmt. Aus diesem Grunde stand auch Matthias Schöne vom Stadtplanungsamt den zahlreichen Bürgern für Fragen zur Verfügung.

 

Der Beschluss vom November 2022 beruhte auf einem vereinfachten Verfahren, das mittlerweile vom Verwaltungsgericht verworfen wurde, weil nicht im Einklang mit europäischem Recht stehend. Also, das Ganze geht jetzt in das übliche Regelverfahren. Das ist zwar umfangreicher, aber um das bisherige Verfahren zu optimieren, bestünde nur noch bis Ende des Jahres Zeit. Man möchte aber das ganze Planverfahren bis Frühjahr 2026 über die Bühne bringen.

Bei dem Verfahren kommt eine Ausgleichsmaßnahme am südlichen Teil des Gebiets hinzu. Denn die Umwandlung von landwirtschaftlichem Grund zu Baugebiet erfordert dies, erklärt Matthias Schöne. In puncto Artenschutz muss gewährleistet sein, dass angrenzende Ackerflächen so bearbeitet werden, dass die Feldlerche wieder ein Habitat hat. Ein Geruchsverfahren muss auch erstellt werden, das so ausfallen wird: „Es ist mit leichten Geruchsbeeinträchtigungen zu rechnen“, kennt Schöne das Prozedere, man ist ja schließlich im ländlichen Raum.

Mehr Einwohner

Ortsvorsteher Andreas Neininger stellte klar, dass der Abverkauf der Grundstücke schrittweise erfolgen solle, nicht alles auf einmal, man wolle kein Dorf im Dorf. Das auch vor der neuesten statistischen Bevölkerungsentwicklung bis 2040, die für Herzogenweiler ein Wachstum von 184 auf 225 Einwohner im unteren Szenario, im mittleren auf 323 und im Oberen auf gar 449 Bewohner prognostiziert.

Insbesondere die Altersgruppe bis 45 Jahre könnte stark ansteigen, darunter die 18 bis 25jährigen bis zu 367 Prozent. Die derzeitige Abwanderung beträgt rund sechs Prozent, weil nicht genügend Wohnraum da ist und Ortsverdichtung so nicht ohne Weiteres möglich ist.

Anbindung an die Straße

In der Diskussion zum Punkt „Anfragen der Bürger“ wurde beispielsweise in den Raum geworfen, wie es mit der Anbindung des neuen Baugebiets stehe. Falls die Bevölkerungsprognosen nur halbwegs zutreffen, müssten alle durch den gesamten Ort fahren. Überall werde nach Ortsumfahrung gerufen und gebaut. Eine Anbindung ab der Wendelinskapelle wäre kürzer, aber wahrscheinlich auch teurer, ob daran alles scheitern müsste. Diese und weitere Fragen kämen wieder auf den Tisch, sobald das Planungsprozedere abgeschlossen ist, wurde aus dem Ortschaftsrat angemerkt.