Nach Jahren der Planung nimmt das Baugebiet Wasenäcker weiter Gestalt an. Foto: Jeanette Tröger

Nach Jahren der Planung geht es beim Baugebiet Wasenäcker voran. Mit angepasstem Entwurf und mehr Bauland könnte das Bebauungsverfahren noch vor dem Sommer starten.

Seit fünf Jahren dreht das Baugebiet Wasenäcker in Ottenbronn seine Runden in den Gremien. Jetzt beschäftigte die Wasserbilanz und das Thema Flach- versus Satteldächer erneut den Gemeinderat.

 

Diskutiert wurde in der jüngsten Sitzung der städtebauliche Entwurf des Bebauungsplans vom September 2025, in dem die Zahl der Straßenkreuzungen und Kurven reduziert wurden. Dadurch braucht es auch weniger Schächte an den Schmutz- und Regenwasserkanälen, denn an jeder Kreuzung und an jedem Straßenknick wird mindestens ein Schacht je Kanal benötigt, heißt es in der Vorlage.

Wasserressourcen

Im Entwurf enthalten ist auch „der Handlungskatalog zum Urbanen Wasserressourcenmanagement von Baden-Württemberg“, der sich für dieses Baugebiet aus dem „Merkblatt DWA-102-4“ ergibt. Nach diesem Merkblatt dürfen sich die Parameter Abfluss, Verdunstung und Versickerung nach der Bebauung im Vergleich zum unbebauten Zustand nur unwesentlich verschlechtern.

Wie wenig Handlungsspielraum die Planer hier haben, belegte den Räten Fachingenieur Wolfram Schädel vom Ingenieurbüro Schädel aus Weil der Stadt mit einer detaillierten Präsentation sowie vielen Zahlen und Schaubildern.

Es wurde klar, dass mit Satteldächern, die Regenwasser schnell ableiten und wodurch hohe Abflussmengen entstehen, die Vorgaben nicht erreicht werden. Begrünte Flachdächer halten dagegen Wasser zurück und erhöhen auch die Verdunstung.

Die Diskussion seiner Kollegen, ob Zisternen etwas bringen, ob offene Gräben zur Ableitung mehr Verdunstung bringen und wie sie sich ins Bild einfügen oder was geschlossene Gräben alternativ kosten, beschied Lothar Kante mit dem Appell: „Wir haben schon so viel – Arbeit, Zeit, Planung und Geld – reingesteckt, wir müssen jetzt zu einer Entscheidung kommen.“

Es darf nicht teurer werden

In den letzten fünf Jahren habe es noch keine Planung gegeben, dass Satteldächer funktionieren. Und weiter: „Wir können es uns gar nicht leisten, Vorgaben zu machen, die teuer werden für die Eigentümer und die Gemeinde.“

Städtebaulicher Entwurf

Ingenieur Manfred Kleile von der Geoteam Projekt GmbH aus Pforzheim erläuterte dann die eingearbeiteten Änderungen in der städtebaulichen Planung.

Die Reduzierung der Verkehrsflächen und die Verlegung des auch verkleinerten Spielplatzes nach Osten an den Rand der bisherigen Ortsbebauung schafft netto mehr Bauland. Das Anwesen Hirsauer Straße 27 war von der Gemeinde als Abbruchobjekt gekauft worden. Nach Beschlüssen in vorherigen Beratungsrunden auch im Ottenbronner Ortschaftsrat sollte das Gebäude als ältestes Anwesen im Ort erhalten bleiben und zu Wohnzwecken saniert werden. Wie Ortsvorsteher Hartmut Weber in der Sitzung berichtete, stimmt der Ortschaftsrat nun einem Abriss zu, wodurch die Nettobaufläche laut Kleie ebenfalls auf insgesamt rund 34 000 Quadratmeter erhöht.

Weiteres Vorgehen

„Lassen Sie uns jetzt erst mal zum Landratsamt gehen, um zu klären, ob das Gebiet überhaupt so bebaut werden kann“, forderte Kleie eine diesbezügliche Entscheidung vom Gremium ein. Er will einen sogenannten Scoping-Termin, eine frühzeitige Behördenbeteiligung zur Vorbereitung und Abstimmung des Umweltberichtes noch April oder Mai erreichen, „danach gibt es unter anderem beim Artenschutz auch noch dicke Bretter zu bohren.“

Ökopunkte-Defizit

Denn das Baugebiet verursacht ein Ökopunkte-Defizit von rund 770 000 Punkten, die es auszugleichen gilt. Durch die Begrünung der Flachdächer könnten circa 40 000 Ökopunkte erzielt werden. Bei diesem Vorgehen könnte vor dem Sommer 2026 das Bebauungsverfahren eingeleitet und mit der Baulandumlegung begonnen werden.

Der Gemeinderat hat der Bebauungsplan-Variante V2 mit Abriss Hirsauer Straße 27, der vorgestellten Planung zur Wasserbilanz und einem Scoping-Verfahren mehrheitlich bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung zugestimmt.