Szene aus dem Stück „Älles wäge am Geld“ des Würzbacher Bauerntheaters in der Alten Seminarturnhalle: (von links) Schorsch (Werner Hölzle) spricht dem Biere zu, der Spieler Ludwig (Matthias Pfrommer) und der Wirt Hans (Martin Reichle). Foto: Daniel Zabota

Eine zeitgemäße und heitere Variante über die Tatsache, dass Geld nicht glücklich macht, zeigte das Würzbacher Bauerntheater in der Alten Seminarturnhalle.

Es kann heiter werden, wenn das Würzbacher Bauerntheater die Bühne betritt – und es wurde heiter in der Alten Seminarturnhalle. „Älles wäge am Geld“ hieß das Stück das die Truppe aus dem Oberreichenbacher Ortsteil vor rund 100 Gästen aufgeführt hat.

 

In der Komödie drehte sich alles um das liebe Geld. 200 000 Euro hat der gerade erst verstorbene Schneider Johannes Bürkle, genannt Zwirn, hinterlassen. Seine Mission: den Frauen und Männern des Dorfes die Unzulänglichkeiten austreiben – Geschwätzigkeit, Untreue, übermäßiger Fleisch- und Bierkonsum. Mit dem Pfarrer als Schiedsrichter sollen Männer und Frauen gegeneinander antreten und sich in Tugendhaftigkeit überbieten. Wer gewinnt, erhält das Geld.

Verzicht auf den Leberkäse?

Aber es klappt nicht, natürlich nicht. Ebensowenig kann der schrullige Schweinezüchter „Schwarde Schorsch“, auch „Schwartl“ genannt, von seinem geliebten Leberkäse lassen, wie die Wirtin Christine ihre „Lapp“ halten kann. Ihr Fazit: „I tät für viel Geld mei Lapp net halte“.

Nicht nur solche Sprüche amüsierten das Publikum, auch die prima schauspielerischen Fähigkeiten und das Auftreten der Mitglieder des Theaterensembles.

„Schwartl“ mit seinem grünen Schaffkittel und dazu passenden Gummistiefeln ist wohl der beste. Sichtlich läuft ihm das Wasser im Munde zusammen, denkt er an den Leberkäs. Und die Schweine sind für ihn nichts als „Leberkäs auf vier Füß‘“. Er kann’s nicht lassen und wenn er sich deswegen als „charakterlicher Sauschwanz“ schimpfen lassen muss.

Der Geist des Schneiders

Durch das Stückt geistert, weiß geschminkt und in einer Rauchwolke, der Schneider und sieht sich das Ganze an, sozusagen von höherer Warte. Am Ende ist er mit der Beständigkeit seiner ehemaligen Mitbürger doch zufrieden, die sich des Geldes wegen nicht verbiegen lassen: „Bleibet wie ihr sent“, so der Geist des Schneiders.