Der erste Traktor im Gemeindegebiet Aichhalden sorgte nicht für Stau, sondern war mit einem anderen Auftrag unterwegs.
Der erste Traktorfahrer, der im Aichhalder Gemeindegebiet unterwegs war, hatte am Morgen gegen 5 Uhr keinen Protest im Sinn.
Er sorgte für die Gemeinde für abgesalzene Straßen auf den Gefällstrecken im Ort. Kurze Zeit später dann ging es für die ersten Landwirte in Richtung Rottweil.
Zunächst waren es gegen 5.10 Uhr Einzelne, die zunächst auf der Kreisstraße in Richtung Sulgen rollten, um dann auf die Bundesstraße 462 weiter nach Rottweil zu gelangen. Andere trafen sich um diese Zeit zuerst noch im Ort selbst. Dabei auch einige Lastwagen mit Plakaten mit – wie „Die Ampel muss weg“.
Gegen 6 Uhr sammelten sich dann zahlreiche Landwirte und Speditionen im Koppengässle. Wohin es genau ging – ob nach Rottweil oder Schramberg war da noch nicht allen klar. „Ich denke aber gen Schramberg“, meinte ein Beteiligter, der aber zunächst noch Rücksprache mit Organisator Martin Kopp nehmen wollte.
Zwischenzeitlich waren auch weitere Protestierende aus Nachbargemeinden angekommen, um anschließend gemeinsam loszufahren.
Gegen 6.30 Uhr gab es dann Stau in Schramberg: Auf der Bundesstraße 462 gab es bergwärts in Höhe H.A.U. und talwärts ab der Glasbachkurve heftigen Rückstau. Für die Schulbusse zur ersten Stunde wohl allerdings kein Problem – zwischen 7 und 7.30 Uhr war die Kolonne der protestierenden Lastwagen- und Traktorfahrer gerade vom Tal aus in Richtung Sulgen unterwegs.
Da gab es für die Busse aus Waldmössingen, Dunningen, Sulgen und Aichhalden zwar eine Verspätung, die aber wohl bei den meisten Schülern den Unterrichtsbeginn nicht nach hinten verschob. Rund 20 Minuten betrug die Verspätung wohl auf einzelnen Linien.
Nach Aussagen von Teilnehmern soll der in verschiedene Einheiten aufgeteilte Demonstrationszug weiter auf der Bundesstraße zwischen Schramberg und Sulgen den Verkehr verlangsamen.
Wer den Stau als Ortskundiger umgehen wollte, der hatte auf den Gemeindeverbindungsstraßen durchs Aichhalder Loch oder auch mit einem kleinen Umweg über Hardt kein Problem nach Schramberg zu kommen.
Zudem war es auch aus der Talstadt meist kein Problem über die Steige Richtung Sulgen zu gelangen. Allerdings nicht immer: Vor und nach 7 Uhr ging es auf der Steige deutlich langsamer als über die Bundesstraße voran und es gab zudem später oberhalb der Abzweigung Wiesenwegle ein liegengebliebenes Fahrzeug, das den Verkehr leicht abbremste. Dies besonders auch deswegen, weil es einige gab, die die Einbahnstraßenbeschilderung von Sulgen ins Tal missachteten und diese Engstelle talwärts ebenfalls passieren mussten. Und darunter waren nicht wenige auch Auswärtige, die so nicht den Verkehrsregeln entsprechend ins Tal abwärts fuhren.
Gegen 9.30 Uhr dann ging es noch einmal besonders langsam von Sulgen nach Schramberg, so dass sich der Verkehr mehr als eine Stunde verzögerte, bevor dann anschließend in der Schiltachstraße eine gemeinsame Pause eingelegt wurde.
Während sich ein Teil der Beteiligten von dort aus zur Arbeit begab, machte sich der größte Teil der Landwirte nochmals auf, um zunächst „dem Dorle“ – der Schramberger Oberbürgermeisterin – mit einer hupenden Vorbeifahrt am Rathaus ihre Aufwartung zu machen, bevor es dann in Richtung Höhe weiterging.
Im Gespräch vor Ort zeigte sich Organisator Martin Kopp zufrieden mit dem Erreichten und der damit verbundenen Möglichkeit, auf die Belange der Beteiligten aufmerksam zu machen.
Neben den Landwirten, die in der Steuer für landwirtschaftliche Fahrzeuge und der Abschaffung der Steuerreduzierung für landwirtschaftlichen Diesel „die Spitze des Eisbergs“ nach vielen Verschärfungen von Auflagen, Verboten und Richtlinien sahen, beteiligten sich an dem Protest in Schramberg Bauunternehmen sowie Firmen aus dem Transportgewerbe.