Friedhelm Bossert, Landwirt aus Balingen, hat eine Mahnwache beim Ordnungsamt angemeldet. Landwirte kritisieren ein Freihandelsabkommen.
Die Bilder der Bauernproteste Anfang des Jahres dürften bei vielen noch präsent sein. Am Montag, 2. Dezember, kommt es nördlich von Balingen neben der B27 erneut zu einer Mahnwache. Wir haben nachgehakt, aus welchem Anlass die Kundgebung ausgerufen wurde.
Friedhelm Bossert, Landwirt aus Balingen, hat die Mahnwache beim Ordnungsamt in Balingen angemeldet und genehmigt bekommen. Los geht es am Montag, ab 17 Uhr, nördlich der Kreisstadt auf der Wiese zwischen der B27 und der Landstraße Richtung Engstlatt.
20 bis 50 Traktoren erwartet
„Wir rechnen mit 20 bis 50 Traktoren“, prognostiziert Bossert im Gespräch mit unserer Redaktion. Ein offenes Feuer hat die Behörde für Montag nicht erlaubt. Und was ist der Anlass des Protests?
Ein Dorn im Auge ist dem Organisator und den Landwirten das geplante Freihandelsabkommen zwischen dem südamerikanischen Wirtschaftsbund Mercosur und der EU. Dieses Abkommen soll vor allem Zölle abbauen und damit den Handel ankurbeln.
Landwirte in Europa bezeichnen das Abkommen als unausgewogen, weil in der EU strengere Regeln gelten als in Südamerika. In einem Statement des Vereins Land schafft Verbindung (LSV) Baden-Württemberg, in dem Bossert ebenfalls Mitglied ist, heißt es: „Das EU-Mercosur-Abkommen widerspricht den Forderungen von LSV in zentralen Punkten: Es fehlt an verbindlichen Regeln für Herkunftskennzeichnung und an der Einhaltung gleicher Produktionsstandards.“
Nicht nur in Balingen wird demonstriert
Dies führe zu einem unfairen Wettbewerb und gefährde europäische Landwirte, Verbraucherinteressen und Umweltziele, heißt es weiter. LSV fordert deshalb Nachbesserungen, „um Transparenz, faire Bedingungen und Nachhaltigkeit zu gewährleisten“.
Nicht nur bei Balingen wird es Anfang kommender Woche zu Kundgebungen kommen. Unter anderem ist in Kehl laut Bossert eine größere Protestveranstaltung geplant. „Dorthin zu fahren mit den Traktoren ist etwas zu weit“, berichtet Bossert, der sich aus diesem Grund dazu entschieden hat, auch im Zollernalbkreis ein Zeichen zu setzen.