Kontakte mit Tieren und der Natur erweitern die Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Auf den Immenhöfen gibt es verschiedenste Angebote rund um Tier und Natur.
In der Scheune eines Bauernhofs auf den Immenhöfen steht ein massiver Tisch, darauf Getränke, Utensilien zum Basteln und auch allerhand zum Naschen. Am Tisch sitzen mehrere Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren. Svenja Knetsch aus Unterbränd feiert hier ihren siebten Geburtstag. Als es dann zu den Tieren geht, leuchten die Augen der Kinder. Mit den Enten um die Wette watscheln, Hasen oder Schafe streicheln oder Esel striegeln. – das ist das Besondere an einem Kindergeburtstag auf den Immenhöfen.
Dahinter stecken Wolfgang und Nathalie Weber, die beide einen pädagogischen Hintergrund haben. Sie möchten mit ihrer Naturlernwelt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, außerhalb klassischer Lernräume zu wachsen. Durch den Kontakt mit Tieren und Arbeit in der Natur sollen soziale Kompetenzen, Selbstvertrauen, Verantwortungsbewusstsein und Achtsamkeit gefördert werden.
Alles begann im Frühjahr mit zwei Eseln, mittlerweile bieten sie ein umfangreiches Programm an, das bereits breiten Anklang gefunden hat.
Nathalie Weber ist Erzieherin, hat eine zweijährige Ausbildung zur Sprachförderfachkraft absolviert und ist Fachkraft für Kleinkindpädagogik. Sie war im Kindergarten und in der Ganztagsbetreuung beschäftigt und arbeitet seit 2023 als vom Jugendamt qualifizierte Tagesmutter. Wolfgang Weber war neun Jahre Jugendreferent in Immendingen und hat jetzt das gleiche Aufgabengebiet in Aldingen. Dazu gehören mobile Jugendarbeit, Einzelfallhilfe, Cliquenarbeit, Jugendbeteiligung - alle Themen, bei denen Jugendliche Informationen, Begleitung und Unterstützung benötigen. Er hat unter anderem eine Ausbildung zum Arbeitserzieher, eine Fortbildung in personenzentrierter Gesprächsführung, Aus- und Fortbildungen im Sozialrecht. Dabei hat er immer mit Jugendlichen gearbeitet, anfangs im Kontext Beruf, später reine Jugendarbeit.
Absichten des Projekts
Wie sind sie dazu gekommen, dieses Projekt auf dem elterlichen Hof von Wolfgang Weber zu starten? „Wir haben schon ganz lange darüber gesprochen, aber uns haben die Esel gefehlt“, antwortet Nathalie Weber scherzhaft. Sie habe immer gerne Esel haben wollen, doch nie gedacht, dass sie das verwirklichen könne. Doch dann seien sie im Januar von Nachbarn gefragt worden, ob sie zwei Esel übernehmen können. „Das Projekt gärt schon lange in unseren Köpfen“, so Wolfgang Weber. Es sei immer klar gewesen, welche Ideen dahinterstecken und was sie anbieten wollen.
Eine Idee von ihnen war, Schafe so zu trainieren, um mit ihnen spazieren gehen zu können. Doch diese Tiere haben sich als ungeeignet herausgestellt. Mit den Eseln funktioniert das gut, vor allem mit Lotti und Martha, die Menschen und auch Kinder gewohnt sind.
Neben Eselwanderungen und Kindergeburtstagen gibt es Bastelangebote, Angebote im Rahmen von Ferienprogrammen und Einzelangebote für Kinder. Ferner sind auch Kinder mit besonderem Förderungsbedarf willkommen. Denn durch ihre beruflichen Hintergründe bringen die Webers viel Erfahrung im Umgang mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen mit.
Arbeit in der Schule
Doch im Mittelpunkt aller Aktivitäten stehen die beiden Eselstuten, drei Schafe, zwölf Laufenten sowie zwei Hasen. Seit den Osterferien bekommen sie einmal wöchentlich Besuch einer Schulklasse, für die eigens eine Esel-AG geplant wurde. So lernen die Kinder den Umgang mit Tieren und erleben Gemeinschaft und Natur außerhalb des Schulalltags.
Katharina Knetsch ist selbst Mutter von drei Kindern und Rechtsanwältin mit Schwerpunkt im Familienrecht. Sie ist von dem Projekt derart beeindruckt, dass sie beim Kindergeburtstag ihrer Tochter Svenja eine Spende der Kanzlei, in der sie tätig ist, von 500 Euro für Eselsfutter übergab. „Ich bin begeistert darüber, was die beiden für die Kinder anbieten. Insbesondere auch in Ferienzeiten. Es ist nicht nur ein Verwahrort, sondern hier sind Pädagogen am Werk, die mit Kindern umgehen können. Für mich ist das ein Herzensprojekt, das wir von der Kanzlei aus unterstützen möchten. Es sind Gründer, die es neben ihrem Hauptberuf aufbauen, von Herzen, mit Natur und Land und Tieren. Da stehen wir voll dahinter.“
Immenhöfe
Die nächsten Veranstaltungen
28. Mai: 15 bis 17 Uhr, Naturwerkstatt Grasköpfe. 30. Mai: 16 bis 18.30 Uhr, Schnitzen und Stockbrot. 1. Juni: 13.30 bis 16 Uhr, Experimente mit Wasser. 2. Juni: 10 bis 12.30 Uhr, Insektenhotel bauen. 3. Juni: 10 bis 12.30 Uhr, Naturdruck mit Kartoffeln. Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.naturlernwelt.de.