Mit der Sekretärin als Geisel fordern die „Baura“ Einlass. Foto: Schmidt

Villingendorf ist in der Hand der Bauern. Nach zähen Verhandlungen mit dem Schultes konnte der kleine Habermüasler endlich aus dem Arrest befreit werden.

Der Blick aus dem Rathaus bestätigte des Schultes Befürchtung. Seine Sekretärin stand mitsamt Vesper unter den Baura. Marcus Türk verschlug es die Sprache.

 

Noch zuvor schimpfte er aus dem Fenster: „Lond mir mei Rua, verschwindet glei. Des Narretreiba ist mir zu bunt, tschüss ihr Baura, bleibat g’sundt“.

Vertreiben ließ sich davon freilich keiner. „Fasnet mache“, wollten sie, riefen die Baura und den armen kleinen Habermüasler befreien, der schon hoffnungsvoll aus dem Arrest winkte. Ein Jahr ist es her, seit er als Samen am Fasnetsdienstag mit Dreschflegel aus dem Hopfen geschlagen wurde.

Schultes bleibt standhaft – erst einmal

Mit seiner Befreiung beginne die Fasnet, drängten die Baura den Schultes die Türen zu öffnen. Doch dieser blieb standhaft: „Jedes Jahr des gleiche Spiel, wia isch mir diesa Fasnet z’viel, jedes Jahr, der mortz Spektakel, von dena komische Bauralackel.“

Geholfen hat es dem Schultes freilich nicht. „Mir hättet do wen, Du rotsch net wer“, hielten sie entgegen. „Hier als Gaisel, so isch die Regel halt, hend wir dei Sekretärin in uns’rer G’walt“.

Er schmunzelt über seinen Text. Foto: Schmidt

Da blieb keine Wahl. Der Tausch musste her. „Jetzt lass ich den Schlüssel am Seil behend – da runter und die Belagerung kommt zum End’. Ihr kriagt den Narr und ich meine Kraft, dia dann hoffentlich mol wieder was schafft.“

Da erklang er endlich: der dreimal kräftige Haber-Muas, und der Narrenvater proklamierte aus dem Rathausfenster. „Der Narr als Zeichen dieser Zeit, der schtoht für unsere Obrigkeit. Als Symbol für Freud und Spaß, darf der jetzt wieder naus uff d’ Gass.“