Setzen zum Spatenstich des Neubaus von St. Michael an (von links): Thomas Asal (Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen bei Energiedienst), Gunnar Jennessen (Projektleiter von Züblin), Sascha Müller (KTL Architekten), Markus Bonserio (Heimleiter St. Michael), Martina Wynands (Vorstandsmitglied Altenheim e.V.), Bürgermeister Severin Graf, Klaus Müller (ED-Finanzen) und Peter Koczor (KTL Architekten). Foto: Daniel Vedder

100 neue Pflegeplätze sollen bis zum Herbst 2025 entstehen, wo einst die Lagerhalle der ED Netze war. Das Energieunternehmen investiert 18 Millionen in den Neubau. Das alte Pflegeheim wird umgebaut und modernisiert.

Im Hintergrund ragen noch einsame Überreste einer weißen Gebäudewand aus dem Boden. Davor Berge an Schutt, einige Gräben und schweres Gerät.

 

Wo einst die Lagerhalle der ED Netze stand, soll jetzt neu gebaut werden. Während der Energiedienstleister umzieht, soll auf dem alten Gelände in der Prinz-Fritzi-Allee ein neues Pflegeheim entstehen. Eine Erweiterung des Altenheims St. Michael ist geplant. Für Stadt, Betreiber und Bauherren stellt das neue Gebäude den Startschuss für ein Großprojekt der Pflegesicherung dar.

Von den Balkonen des in die Jahre gekommenen Gebäudes auf der anderen Straßenseite schauen einige Heimbewohner beim feierlichen Spatenstich zu. Für viele von ihnen soll der Neubau neues Zuhause werden. Etwa 100 Pflegeplätze sollen dort entstehen, in die Teile der Bewohner des alten Gebäudes umziehen sollen.

Während Kommunalbetreuer von Energiedienst, Edmund Martin (mittig), die Anwesenden zum Spatenstich begrüßt, betrachten im Hintergrund die Bewohner des Pflegeheims St. Michael von den Balkonen des alten Gebäudes das Geschehen. Foto: Daniel Vedder

Als „wichtigen Tag für die Sicherung der sozialen Infrastruktur der Stadt“ adelt Donaueschingens Bürgermeister Severin Graf den Baubeginn. Dem Heim St. Michael spricht der Bürgermeister sein volles Vertrauen aus. Die Institution trägt diese Aufgabe bereits seit über 50 Jahren und sei ein „Glücksfall für unsere Stadt“.

Künftig nur noch Einzelzimmer

Bauen wird die ED Netze das neue Pflegeheim. Dazu investieren sie laut Thomas Asal, Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen, etwa 18 Millionen Euro. „Wir sind seit drei Jahren in der Planung, von daher ist es für uns ein echtes Etappenziel, endlich anfangen zu können.“ Fertiggestellt werden soll das Projekt laut Heimleiter Markus Bonserio im Herbst 2025.

Nötig wurde der Bau aufgrund der Landesheimbauverordnung, die in Altenheimen nur Einzelzimmer vorsieht. Jedoch gibt es in St. Michael noch 49 Doppelzimmer. Muss nun ein teurer Neubau mit nur 100 Plätzen das bestehende Gebäude mit 156 Plätzen ersetzen? Nein, betont Markus Bonserio. Pläne für die weitere Nutzung des aktuellen Heims existieren bereits.

Präsentieren das Konzept des Neubaus von St. Michael (von links): Markus Bonserio (Heimleiter St. Michael), Martina Wynands (Vorstandsmitglied Altenheim e.V.) und Thomas Asal (Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen bei Energiedienst). Foto: Daniel Vedder

Sobald die Bewohner in den Neubau umgezogen sind, soll St. Michael bis 2028 modernisiert werden. Die verbliebenen Doppelzimmer sollen umgebaut und das Bestandsgebäude den gesetzlichen Vorgaben angepasst werden. „Zwei Heime, die im Alter gerecht pflegen und versorgen“, verspricht sich der Heimleiter für die Zukunft. Entsprechend gehen die Beteiligten davon aus, dass das Angebot in der Stadt – entgegen aller Unsicherheiten und Personalnot im Pflegesektor – ausgebaut werden kann. Bürgermeister Graf ist sich sicher, dass das Bauprojekt das „Angebot nun wesentlich erweitert, womit garantiert werden kann, dass ältere Menschen auch im Pflegefall in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können“.

Ein Quartier zum Altwerden

Beim Bau des neuen Pflegeheims soll es jedoch nicht bleiben. Rund um St. Michael habe Energiedienst laut Thomas Asal bereits weitere Projekte ins Auge gefasst. „Hier soll ein Quartier entstehen, in dem man gut alt werden kann.“ Dafür laufen beim Energiedienstleister schon Planungen für weitere Investitionen in das Areal der Prinz-Fritzi-Allee. In einem zweiten Abschnitt sollen etwa 60 seniorengerechte Wohnungen rund um das Pflegeheim gebaut werden. Über die genaue Nutzung befinde sich die ED Netze in enger Abstimmung mit der Stadt. „Dieser Standort ist eine Oase mit seiner Innenstadt- und Parknähe“, begründet Asal die Zukunftspläne.

Investitionen

Die ED-Netze ziehen mit ihren Mitarbeitern in das Gewerbegebiet Breitelen. Insgesamt investiert der Energiedienstleister mit dem eigenen Neubau dort und dem Bau des neuen Pflegeheims an der Prinz-Fritzi-Allee laut Bürgermeister Severin Graf etwa 38 Millionen Euro. Diese Investitionen "sicheren Arbeitsplätze und fördern die Wirtschaftskraft der Stadt".