Eins nach dem anderen? Das wär schön, geht aber nicht immer. (Symbolbild) Foto: Ralf Geithe - stock.adobe.com

Ein Projekt, dann das nächste. So würde sich Stadtrat Marcus Lotzin das für Altensteig wünschen. Unsere Autorin hält den Wunsch für nachvollziehbar – aber nicht umsetzbar.

Stadtrat Marcus Lotzin hat gefordert, Investitionen nacheinander anzugehen. Das ist ein schöner Wunsch. Und leider komplett unrealistisch. Denn im Leben kommt kaum etwas in wohlgeordneter Reihenfolge – sondern eher alles auf einmal.

 

Time is money, sagt das geflügelte Wort. Und das gilt auch für Investitionen. Aufschieben kann eine Menge Geld kosten. Das hat Berti Großmann (Freie Wähler) in seiner Haushaltsrede gut erklärt. Warten lässt nur den Bedarf und damit die Kosten steigen.

Man stelle sich das im Privaten vor: Ein Kredit läuft für das Eigenheim. Nun geht die Heizung kaputt – zu teuer, um sie ohne zweiten Kredit zu finanzieren. Soll die Heizung warten, bis der Hauskredit in ferner Zukunft abgelöst ist? Bis dahin ist das Haus baufällig – wegen fehlender Heizung.

Abwarten lässt Förderzeiten verstreichen

Zögern bedeutet Chancen verpassen – zum Beispiel Förderzeiträume, das hat Stadträtin Claudia Bertram-Schuler (SPD/Grüne) schon im Februar klar gemacht. Dabei ist es nur vernünftig, Förderungen für Projekte, die ohnehin zeitnah nötig sind, mitzunehmen. Wer bald ein neues Auto braucht, wird auch nach Möglichkeit früher kaufen, wenn es eben jetzt einen Zuschuss gibt.

Es ist nicht die Zeit für Luxus. Doch Investitionen, um Kosten zu sparen und/oder künftig niedrig zu halten, ist wirtschaftlich – etwa, wenn die Markgrafenschule jetzt saniert anstatt später zum noch teureren baulichen Notfall wird.