Jens Güttinger, Organisator der Bauplus-Messe in Albstadt, erklärt, welche Themen Häuslebauer derzeit beschäftigt.
Die Bauplus-Messe ist am kommenden Wochenende, 21. und 22. Februar, erneut Anlaufstelle für Häuslebauer, Käufer von Altbauwohnungen und leidenschaftliche Heimwerker in der Zollernalb-Halle. Regionale Handwerksbetriebe, mittelständische Unternehmen und Dienstleister zeigen ihre Produkte, Leistungen sowie Trends und Innovationen aus den Bereichen Bauen, Sanieren, Modernisieren und Wohnen.
Was Bauherren und Renovierungswillige derzeit besonders umtreibt, hat Organisator Jens Güttinger vom Veranstalter MEMA messe&marketing, unserer Redaktion im Vorfeld der Messe berichtet. Unterschieden werden müsse dabei zwischen den Bereichen Neubau und Sanierung. Beim Neubau seien es die Bauplatzfrage sowie die Konditionen für einen Bankkredit, bei Renovierungen das als „Heizungsgesetz“ bekannt gewordene Gebäudeenergiegesetz (GEG).
Auf den Messen werde demnach verstärkt nachgefragt, welche Arten zu heizen in Zukunft denn noch erlaubt seien. „Besonderer Informationsbedarf besteht daher für Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und auch Holzpelletheizungen“, informiert Jens Güttinger. Er berichtet zudem, dass seit Bekanntwerden des GEG in der Bevölkerung eine Verunsicherung bezüglich der Heizungswahl zu spüren sei.
Ohne Strom auch kein warmes Wohnzimmer
Diese Unsicherheit werde unter anderem durch Vorfälle wie jüngst in Berlin verstärkt. Dort hatte ein Stromausfall Teile der Hauptstadt mehrere Tage lahmgelegt. Immobilienbesitzer und Mieter, die mit entsprechenden Mitteln heizen, sind auf Strom angewiesen. Bedeutet: Ohne Strom auch kein warmes Wohnzimmer. „Daher kommen vermehrt auch Nachfragen nach Alternativen wie Holzheizungen“, erklärt Messeorganisator Güttinger weiter.
Großes Interesse auf den Bauplus-Messen, die Güttinger und sein Team unter anderem auch in Kaufbeuren und Ulm organisieren, rufe derzeit auch das Thema seniorengerechtes Wohnen hervor. „Wenn ein Ehepaar in einem Gebäude 30 oder 40 Jahr gelebt hat, kommen die Fragen, wie beispielsweise Bad und Treppen altersgerecht gestaltet werden können.“ In der alternden deutschen Gesellschaft wird dieser Bereich wohl auch künftig eine wichtige Rolle spielen.
Inzwischen findet die Bauplus-Messe in Albstadt zum 20. Mal statt. Die erste Messe war im Jahr 2004 noch unter dem damaligen Oberbürgermeister Jürgen Gneveckow. Seither ist der Veranstalter der Zollernalb-Halle treu geblieben und fühlt sich in Albstadt wohl, wie Güttinger betont. Die Besucherzahlen seien über all die Jahre hinweg immer wieder Schwankungen unterworfen. Derzeit verzeichne man wieder ein steigendes Publikumsinteresse.
Nicht unbedeutend für die Nachfrage nach Bauen und Sanieren sei die allgemeine wirtschaftliche Lage im Land. Beispielsweise sei eine junge Familie eher bereit zu investieren, wenn der Arbeitsplatz und damit die finanzielle Basis gesichert seien, schildert Güttinger seine Erfahrungen. Trotz der derzeit angespannten Lage spricht der Messeorganisator vom bekannten Licht am Ende des Tunnels. Ohnehin komme man aus einer Zeit, in der Handwerker kaum noch zu bekommen gewesen seien. Auch das bessere sich momentan, was sich ebenfalls auf die Nachfrage bei der Bauplus-Messe positiv auswirke.
Rund 60 Aussteller präsentieren sich
Güttinger hofft auf viele Besucher an den Ständen der rund 60 Aussteller am kommenden Wochenende. Ergänzt wird die Bauplus-Messe von Fachvorträgen. Beispielsweise spricht am Samstag ab 11 Uhr Eberhard Böhme zum Thema „Autark und unabhängig von steigenden Energiekosten“. Weiter geht es ab 12 Uhr mit Erik Falk und „Heizen mit Holz – Wärme, die begeistert! Warum Feuer nicht nur heizt, sondern Herzen erwärmt“. Die Frage „Wärmepumpe im Altbau – geht das wirklich?“ beantwortet Matthias Schlagenhauf ab 13 Uhr. Zum Einbruchsschutz referiert ein Vertreter des Polizeipräsidiums Reutlingen ab 14 Uhr. Und ab 15 Uhr heißt das Thema „PV nach 20 Jahren – sinnvoll weiter nutzen oder jetzt neu einsteigen?“, vorgetragen von Michael Rottmayr. Am Sonntag wiederholen sich drei der samstäglichen Themen, ergänzt um „Infrarotheizungen als Alternative im Neu- & Altbau“ von Philipp Haller.