Bauholz ist derzeit ein rares Gut. (Symbolfoto) Foto: ©imfotograf – stock.adobe.com

Wenn irgendwo ein Mangel besteht, ist der Volksmund schnell mit einem süffisanten Hinweis zur Stelle: "Das wächst doch nicht auf Bäumen" – ein Spruch, den sicher jeder kennt. Auf die derzeitige Situation im Baugewerbe bezogen, wirkt er wie blanker Hohn.

Kreis Calw - Denn dort fehlt es derzeit vor allem an einem: an jenem Rohstoff, der auf Bäumen wächst. "Du musst froh sein, wenn du überhaupt noch Holz bekommst", macht Calws Kreishandwerksmeister Uwe Huber, Obermeister der Zimmerer-Innung Neuenbürg, im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich.

Seit Februar werde die Ressource immer knapper. "Vor allem die Verfügbarkeit ist eine Katastrophe", berichtet Huber. Lieferzeiten seien von einstmals einer auf nun zehn oder mehr Wochen angewachsen. Ein Zustand, der die gesamte Bandbreite an Produkten betreffe – von Dachlatten bis Holzdämmung.

Dabei wachse in Baden-Württemberg mehr Holz nach als im Holzbau hierzulande gebraucht werde – obwohl mittlerweile mehr als ein Drittel aller Neubauten maßgeblich aus dem nachwachsenden Rohstoff erstellt würden, sagt Huber, der auch Vorstandsmitglied des Verbands des Zimmerer- und Holzbaugewerbes Baden-Württemberg ist.

"Im Moment ist keine Entspannung in Sicht"

Jener Landesverband wandte sich unlängst an Forstminister Peter Hauk, um einen Appell an den Forst sowie die Säge- und Holzwerkstoffindustrie einzufordern, die Versorgung der Endabnehmer im Land sicherzustellen. Vor wenigen Tagen kam Hauk diesem Anliegen nach.

Dennoch bleibt die Lage vorläufig ernst. "Im Moment ist keine Entspannung in Sicht", fürchtet Huber. Trockene Sommer sorgten für geringere Holzeinschlagsmengen im Land, während zeitgleich der Appetit auf deutsches Holz vor allem in den USA und China stetig wachse. Entsprechend steigt die Exportmenge – ebenso wie der Einkaufspreis, den die Handwerker bezahlen und der sich seit November vergangenen Jahres beinahe verdoppelt habe. Zusammengefasst treiben steigende Nachfrage und vor allem im Land sinkendes Angebot somit auch die Kosten für Häuslebauer in die Höhe.

Verbraucher, die bereits auf fest zugesicherte Preise bauen können, dürfen sich freuen. Doch auch diese Zeche muss gezahlt werden – in jenen Fällen von den verarbeitenden Handwerksbetrieben, die dann mit Zehntausenden Euro Verlust rechnen müssen, macht Huber deutlich.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: