Geschäftsführer Wolfgang Wahr (von links), OB Jürgen Großmann, Bauhofleiter Thomas Rechenberg, Klimaschutzmanager Kevin Mack und Lara Wahr vom Wahr-Marketing freuen sich über die regionale Partnerschaft zum Wohl des Klimaschutzes. Foto: Bernklau

Ganz frisch mit dem European Energy Award ausgezeichnet, geht die Stadt Nagold einen weiteren Schritt in Sachen Klimaschutz. Im Zentrum dieser Maßnahme: der Baubetriebshof.

Für den Baubetriebshof sind aktuell 44 Fahrzeuge im Einsatz – vom Traktor über Autos bis hin zum Rasenmäher. 23 davon sind Dieselfahrzeuge. Und die werden ab sofort mit einem Nagolder Treibstoff betankt: dem synthetischen Dieselkraftstoff aus dem Hause Fritz Wahr vom Nagolder Wolfsberg. Der synthetische Dieselkraftstoff HVO erzeugt nach Firmenangaben bis zu 90 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen und wird auf nachhaltiger Rohstoffbasis zweiter Generation hergestellt.

 

Das bedeutet, als Rohstoffe werden ausschließlich gebrauchte, pflanzliche oder und tierische Fette sowie beispielsweise gebrauchte Speiseöle verwendet. Somit werden keine Pflanzen eigens für diesen Kraftstoff angebaut. HVO ist ohne Motorumrüstung nutzbar und kann in beliebigem Verhältnis mit herkömmlichem Diesel gemischt werden. In seinen Qualitätsmerkmalen überzeugt der innovative Diesel durch seine Eigenschaften, etwa einer höheren Cetanzahl und hervorragender Kältebeständigkeit. Wahr bietet den synthetischen Kraftstoff mit ihrer eigenen Marke HVO Renewable Diesel ausschließlich in der höchsten Qualitätsstufe A an.

„Das ist natürlich eine spannende und erfreuliche Sache“

Anfang Mai wurden die städtischen Dieselfahrzeuge bereits zum sechsten Mal mit HVO vollgetankt. Eine Tatsache, die bei Wahr natürlich für glückliche Gesichter sorgt: „HVO ermöglicht es Dieselnutzern, emissionsarm unterwegs zu sein und dazu noch den CO2-Ausstoß massiv zu senken“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Wahr beim Ortstermin im Glockenrain. „Es ist super, dass die Stadt bei dieser Innovation vorangeht. Das ist natürlich eine spannende und erfreuliche Sache. Ein echtes Leuchtturmprojekt.“

Auch Oberbürgermeister Jürgen Großmann betont die Vorreiterrolle, die die Stadt beim Einsatz von HVO einnehme. „Bei diesem Projekt kommen drei gute Dinge zusammen – HVO, Wahr und die Stadt Nagold“, zeigt sich das Stadtoberhaupt selbstbewusst und lokalpatriotisch. Doch man ist nicht nur aus lauter Lokalpatriotismus mit von der Partie: „Wir sind gerne und aus Überzeugung dabei“, ergänzt Großmann.

Zudem ist auch kein Wechsel zum Winterdiesel mehr nötig“

Der Baubetriebshof hat bereits im vergangenen Jahr begonnen HVO zu tanken. 2024 waren es bereits rund 10 000 Liter des innovativen Kraftstoffes, die Verwendung fanden. Für Thomas Rechenberg, Leiter des Baubetriebshofs, hat der neue Kraftstoff etliche Vorteile: „Der Umgang mit HVO ist unkompliziert. Es war keine Fahrzeugumstellung nötig. Und man kann auch an den MTB-Tankstellen von Wahr tanken“, so Rechenberg. „Zudem ist auch kein Wechsel zum Winterdiesel mehr nötig.“

Nagolds Klimaschutzmanager Kevin Mack macht derweil darauf aufmerksam, dass die Umstellung auf HVO nur ein Baustein in der Strategie der Stadt in Sachen Energiewende und eigene Fahrzeuge ist: „Es gibt natürlich auch das Ziel, den Anteil der Elektro-Fahrzeuge bei der Stadt zu erhöhen““, sagt Mack. „Und derweil können wir durch den Einsatz von HVO unsere Bestandsfahrzeuge auch für die kommenden Jahre und das mit deutlich reduzierten Emissionen weiternutzen.“ Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Firma Wahr zeige, wie eine regionale Partnerschaft „ganz konkret zur Energiewende beitragen kann“.