Zum internen Startschuss treffen sich vor Ort die Amtsleiterin Kultur, Kerstin Rüllke (Zweite von rechts), Oberbürgermeister Erik Pauly (Mitte) sowie die Organisations-Mitglieder (von links) Wolfgang Gut, Robert Widowitsch und Franz Wild. Foto: Stadt Donaueschingen

Vor genau 100 Jahren fand die Grundsteinlegung des Rathauses statt. Mit einem zweitägigen Fest mit Musik und Theater soll das Jubiläum gefeiert werden.

Die Allmendshofener haben allen Grund zum Feiern. Am Samstag, 17. Mai, jährt sich die von mehr als 800 Bürgern gefeierte Grundsteinlegung des markanten roten Rathauses am Ortseingang zum 100. Mal. Und wie könnte man das besser feiern als mit einer großen zweitägigen Party?

 

Das Rathaus ist wirklich ein Hingucker mit seiner leuchtend roten Fassade, dem steilen Dach und dem kleinen Türmchen mit der Uhr. Obwohl es schon 99 Jahre alt ist, war es nur sieben Jahre lang (von 1926 bis 1933) das Rathaus der damals eigenständigen Gemeinde Allmendshofen. Denn am 1. August 1933 zwangen die Nationalsozialisten die kleine Gemeinde (ebenso wie Aufen) zur Eingemeindung nach Donaueschingen. Hätten die Gründerväter das 1926 gewusst, hätten sie sich wahrscheinlich gedacht: „Ach, lassen wir das mal lieber“.

Rathaus wurde zur Jugendherberge

Dann wäre das Rathaus für 75 000 Reichsmark (heute etwa 367 000 Euro) unter der Leitung der Architekten Josef Wehinger und Severin Heim nie gebaut worden. Auch der Sonderhieb im Gemeindewald Oberholz bei Hubertshofen wäre nicht nötig gewesen, um die Baukosten zu finanzieren.

Nachdem das Rathaus seine Funktion als Amtssitz verloren hatte, wurde es weiter genutzt. Es fungierte als Jugendherberge, Sitz der Arbeiterwohlfahrt und Schule, bevor es schließlich zum Zuhause der örtlichen Vereine wurde. Doch das war nicht einfach, denn irgendwann war das Gebäude innen nicht mehr vorzeigbar. Erst eine aufwendige Sanierung in den Jahren 2016 und 2017 brachte ordentliche Toiletten, Heizung und eine Innenrenovierung, die ein aktives Vereinsleben ermöglichte.

Ort voller Möglichkeiten

Heute fühlen sich der Männergesangverein (MGV), der Fotoclub, der Schachclub, die KfD-Gymnastikgruppe und natürlich der Narrenverein Hans-Heini-Narro dort pudelwohl. Im zweiten Stock gibt es einen kleinen Saal für etwa 100 Besucher, ideal für kleinere Veranstaltungen, Chorproben und sportliche Aktivitäten wie Gymnastik. Im Erdgeschoss befindet sich der Jugendraum, so dass das Gebäude praktisch allen Generationen einen passenden Treffpunkt bietet. Die Allmendshofener Vereine haben nun auch für den Jahrestag ihres einstigen Rathauses ein tolles Programm auf die Beine gestellt.

Theaterstück beleuchtet Historie

Höhepunkt ist ein kurzes Theaterstück, ein Einakter, bei dem Vertreter einiger Vereine das Stück „So kännst gsi si!“ aufführen. Am Samstag um 18.30 Uhr und am Sonntag um 15 Uhr wird das etwa 30 bis 45 Minuten lange Stück aus der Feder von Wolfgang Gut zu sehen sein. Gespielt wird natürlich im Saal im Rathaus. Warum die Fassade des Gebäudes leuchtend rot ist, wird Wolfgang Gut in seinem Theaterstück dann mit seiner ganz eigenen, sicherlich humorvollen Theorie erklären und damit sicherlich für einige Lacher im Publikum sorgen.

Der Eintritt ist an beiden Tagen frei.

Das Festprogramm

Grundsteinlegung
Am 17. und 18. Mai wird in Allmendshofen kräftig gefeiert. Nicht an das 100-jährige Bestehen des Rathauses wird erinnert – dieses steht erst 2026 an – sondern an die Grundsteinlegung für das Gebäude vor genau 100 Jahren. Das wird geboten: Samstag um 16 Uhr ist Fassanstich mit den „Eschinger Rotzlöffeln“ und Enthüllung der Geschichtstafel mit OB Erik Pauly; 18.30 Uhr Theaterstück, 20 Uhr „Dorffäger“ Aufen. Sonntag, 10.30 Uhr Festgottesdienst, 12 Uhr Musikverein Aufen, 14 Uhr Aufführungen Kindergarten und Grundschule; 15 Uhr Theaterstück. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei.