Darauf hat Albstadt lange gewartet: Am Badkap beginnt noch im September der Bau eines Hotels mit direktem Zugang zum Bad. Derzeit wird die Baugrube ausgehoben. Das ist geplant:
Noch einmal überarbeitet hat Architekt Thomas Dobler aus Stuttgart die Pläne für das Badkap-Hotel, dessen Bau in Kürze beginnt. Im Gemeinderat war die Kritik an dem langen „Riegel“ und dessen Fassadengestaltung doch zu heftig ausgefallen.
Inzwischen liegen die Simulationen vor, wie das Hotel nach Fertigstellung aussehen wird. 105 Meter wird es lang sein, 20 Meter tief, 19,8 Meter hoch, über fünf Stockwerke und ein Untergeschoss verfügen, in denen 155 nach Süden ausgerichtete Zimmer mit Balkonen untergebracht werden – wie viele Betten darin stehen werden, steht laut Marcus Eichstädt, Geschäftsführer der g1 Albstadt Betriebsführung GmbH, noch nicht fest.
Die Gesellschaft ist Bauträgerin und wird das Hotel in Albstadt betreiben, das einen direkten Zugang zum Badkap erhalten wird. Gerade einmal neun Meter lang ist der Gang, der beide Gebäude dann verbindet.
Hotelgäste betreten das Bad dann quasi wie einen Spa- und Wellness-Bereich des Hotels über diesen separaten Zugang, zahlen also auch keinen Eintritt zum Bad.
Im Hotel selbst wird es außerdem einen Fitnessbereich geben und Umkleidekabinen für jene Gäste, die noch vor dem Einchecken ins Hotel – oder nach dem Auschecken – das Badkap besuchen wollen.
Albstadts größtes Hotel
Über einen Konferenzraum wird das Hotel, das dann Albstadts größtes sein wird, ebenfalls verfügen – und über ein Restaurant, wobei laut Marcus Eichstädt noch nicht feststeht, ob das Restaurant den Hotelgästen vorbehalten bleibt oder auch für andere Gäste offenstehen wird. Jedenfalls werde es gutbürgerliche Küche bieten.
Nämliches gilt für die rund 100 Parkplätze des Hotels: Rund um das Badkap ist an besucherstarken Tagen bekanntlich jeder Quadratmeter Parkplatz belegt. Dürfen die Badegäste dann Stellplätze des Hotels nutzen, wenn diese nicht ausgelastet sein sollten? „Das haben wir noch nicht besprochen“, erklärt Eichstädt und lässt durchblicken, dass dann wohl – je nach Situation – Flexibilität gefragt sein wird.
Besteht bei einem fast 20 Meter hohen Baukörper nicht die Gefahr, dass er das Freizeitbad im Wortsinn in den Schatten stellt? „Keineswegs“, betont Eichstädt: „Da das Hotel im Norden des Badkap steht, kommt die Sonne von der anderen Seite, und auch die Außenpools werden nicht beschattet.
Die Sonne hilft außerdem dabei, das Hotel mit Energie zu versorgen: Das erledigt die Photovoltaikanlage auf dem Dach, die den Strom liefert. Geheizt wird das Hotel ebenso wie das Bad, und zwar über das dortige Blockheizkraftwerk und die Hackschnitzelanlage.
Badegäste im Badkap werden nicht gestört
In diesen Tagen buddelt die Baufirma MRW Baukonzept GmbH aus Tübingen, so dass der Bau in Kürze mit dem Spatenstich beginnen kann.
Müssen Badkap-Gäste dann mit Lärm und Staub rechnen? Diesbezüglich kann Eichstädt Entwarnung geben. „Wenn es zum Durchbruch kommt, also die Anbindung zwischen Hotel und Bad gebaut wird, kommt es eventuell kurzzeitig zu Einschränkungen“, sagt er. „Ansonsten werden sich die Auswirkungen auf Badkap-Besucher in Grenzen halten.“
Diese gelangen inzwischen ohnehin über einen Weg vom Parkplatz direkt am Bad entlang dorthin – und nicht mehr über den Weg oberhalb des obersten Gebäudes, das Betriebsräume beherbergt. Dass es immer noch Besucher gibt, die es erst einmal über diesen Weg versuchen, beobachten die Badkap-Mitarbeiter immer wieder. Sobald dort oben gebaut wird, dürfte sich das freilich erledigt haben.
Außengestaltung und aktuelle Verkehrsregeln
Der Verkehr
von Ebingen Richtung Balingen fließt derzeit wegen der Tunnelsanierung in Laufen über Margrethausen, weshalb im Bereich Badkap aus Sicherheitsgründen Tempo 30 gilt und Benutzer des Badkap-Parkplatzes, die diesen verlassen, nur nach rechts, Richtung Ebingen, abbiegen dürfen.
Die Nordfassade
des Hotels zum Campingplatz hin wird fensterlos sein, aber farblich ansprechend gestaltet, verspricht g1 Albstadt-Geschäftsführer Marcus Eichstädt. Zwischen Hotel und Kreisstraße sollen außerdem Bäume gepflanzt werden, so dass der Blick der Campingplatz-Gäste weiterhin ins Grüne fällt.