Mit dem „Spatenstich“ zum neuen Kreisverkehr verändert Sulz erneut sein Gesicht. Die Ampeln, die bisher den Verkehr regelten, werden „gefällt“, um mit den erforderlichen Bauarbeiten, die bis zu den Herbstferien dauern werden, beginnen zu können.
Da der Spatenstich mit Asphaltbrocken eher schwierig ist, entscheidet sich Bürgermeister Jens Keucher kurzentschlossen, statt obligatorische Schaufelbilder aufzunehmen, nun vor einer der Ampelanlagen zu posieren, bevor diese fällt.
Zuvor hatten die Bauarbeiter die Asphaltdecke um die Ampelmasten aufgebohrt, dann rückt schweres Gerät an, der Fahrer drückt auf seine Armaturen – und dann wird das graue Metallrohr mit der Lichtanlage an der Spitze langsam Richtung Boden gedrückt.
Ein großer Eingriff
„Damit verliert Sulz seine letzte Ampel“, erklärt Keucher. Lediglich in Fischingen stehe dann noch eine Anlage, um Fußgänger den sicheren Straßenübergang zu ermöglichen.
Der Umbau der Kreuzung zu einem Kreisverkehr sei der größte Straßeneingriff seit der Untertunnelung der Gleise, ordnet er die Maßnahme gleich ein.
Es wird viel umgesetzt
Und dabei ist auch jede Menge Geld im Spiel. Im Ganzen gehe es um 830 000 Euro, von denen das Land jedoch, da es sich bei der L424 um eine Landesstraße handelt, 230 000 Euro. Dies umfasse etwa Belagarbeiten vom Kreisverkehr weg in die einzelnen Straßenabschnitte, also beispielsweise Richtung Lidl oder Innenstadt.
Zusätzlich dazu schlagen Verkehrssicherung und die Neupflanzung dreier Bäume zu Buche, so dass die Stadt 765 000 Euro auf den Tisch legen muss. „Es ist zwar eine große Summe, aber es ist eine gute Sache, da wir damit sehr viel umgesetzt bekommen“, setzt Keucher die Ausgaben in einen Kontext.
Eine schwierige Brücke
Als herausfordernd habe sich die Nähe zur Bahnbrücke erwiesen. „Der Kreisverkehr ist deshalb so weit Richtung Freudenstädter Straße geplant, damit nicht in das Brückenwerk eingegriffen werden muss“, spezifiziert er.
Und Bernd Ohnmacht vom gleichnamigen Ingenieurbüro bekräftigt, dass es sich bei der Brücke mit Leitungsführung um eine besondere Konstruktion gehandelt habe, die auch ein Umplanen der bisherigen Ausarbeitungen erforderte.
Rampe statt Treppe
Auch die Barrierefreiheit sowie die alte Linde, die letztendlich gefällt wurde, waren zu berücksichtigen. „Schlussendlich haben wir eine Lösung hinbekommen, die einen guten Kompromiss darstellt“, zieht Ohnmacht das Fazit aus den verschiedenen Erfordernissen.
Für Fußgänger gibt es verlängerte Querungshilfen und auch die Treppe zum Stockerbergweg wird durch eine Rampe ersetzt, damit Rollstuhlfahrer oder Rollator-Nutzer die Strecke besser bewältigen können.
Arbeiten bis in die Herbstferien
Mit zehn Prozent Steigung sei sie allerdings nicht gänzlich barrierefrei, wendet Keucher ein. Doch baulich sei ein geringeres Gefälle leider nicht möglich gewesen.
Die Bauarbeiten sind bis in die Herbstferien geplant. „Es wäre auch innerhalb von zwei Monaten möglich gewesen“, geht Keucher auf eine zügigere Variante ein – jedoch um den Preis einer Vollsperrung. Das sei bei der Hauptverkehrsachse zwischen Oberndorf und Horb jedoch keine Option gewesen.
Eine Woche Vollsperrung
Deshalb werde die Kreuzung auch nur in der Woche der Herbstferien komplett gesperrt. Bis dahin sind die drei Äste der Montendre-, Freudenstädter- und Stuttgarter Straße für den KFZ-Verkehr einspurig mit Ampelregelung befahrbar.
Die Zufahrt in die Innenstadt über die Brücke der Deutschen Bahn ist hingegen für den motorisierten Verkehr voll gesperrt, die Umleitung erfolgt über den Tunnel.
„Die Ampelanlage hätte sowieso komplett erneuert werden müssen“, sagt Jochen Steinwand vom Tiefbauamt. Da sei der Umbau hin zum Kreisverkehr geradezu eine glücklich Fügung gewesen.