Knapp zwei Jahre nach dem Hangrutsch an der Zufahrtsstraße zur Wallfahrtskirche Maria Zell in Hechingen-Boll biegen die Bauarbeiten auf die Zielgerade ein. So ist der aktuelle Stand.
Unterhalb des Boller Wasens herrscht reger Baustellenbetrieb. Bagger und Baufahrzeuge sind im Einsatz; die Bauarbeiten der Firma Dehner und Dieringer aus Rangendingen laufen auf Hochtouren und, das ist die gute Nachricht, biegen auf die Zielgerade ein.
Seit Anfang September wird das obere Ende der Zufahrtsstraße zur Wallfahrtskirche Maria Zell neu hergestellt. Vor fast genau zwei Jahren hatte dort die von wochenlangem Regen aufgeweichte Erde an der Böschung nachgegeben; die Straße musste für Autofahrer und Fußgänger gesperrt werden. Seither ist kein Durchkommen, die doch recht weiträumige Umleitung keine Dauerlösung.
Umso glücklicher zeigt sich Bolls Ortsvorsteherin Meta Staudt, dass diese bald nicht mehr gebraucht wird: „Die Straße wird viel befahren. Besonders im Sommer haben wir hier oben ein Naherholungsgebiet.“
Ingo Kolodzey, Vorarbeiter und Baggerfahrer der Firma Dehner und Dieringer, ist optimistisch, dass die Straße in wenigen Wochen für den Verkehr freigegeben werden kann. Ende November/Anfang Dezember lautet seine vorsichtige Prognose. Voraussetzung sei, dass das Wetter mitspiele. Doch grundsätzlich betont er: „Wir liegen gut im Zeitplan. Böse Überraschungen gab es im Verlauf der Baustelle nicht.“
Der sogenannte Straßenkoffer wurde bereits ausgebaut, der Erduntergrund mit Kalk stabilisiert. Kolodzey erklärt: „Kalk entzieht der Erde Feuchtigkeit.“ Der Untergrund gewinne somit an Stabilität. Eingebaut wurde ebenfalls bereits eine Drainage, damit das Hangwasser abgleitet werden kann.
Schotter- und Asphaltdecke werden noch aufgebracht
Als nächstes wird der künftige Straßenuntergrund mit einer Schotterschicht stabilisiert, ehe die Asphaltdecke aufgetragen wird. Das, so der Plan, solle bereits diese Woche geschehen. Dazu muss noch die Böschung an der östlichen Hangseite humusiert werden.
Für die Rangendinger Baufirma ist die Arbeit unterhalb von Maria Zell dann aber noch nicht beendet. Denn: Auch der Kreuzweg, der vom Parkplatz am Boller Wasen zur Kirche führt, muss saniert beziehungsweise erhöht werden. Dies soll vor allem bei starken Regenfällen davor schützen, dass das Wasser nicht mehr so schnell über die Straße fließt. Wichtig: Der Fußweg wird für die Dauer der Arbeiten – vermutlich etwa zwei Wochen – gesperrt. Wann genau, wird noch angekündigt.
Vorfreude auf Events im kommenden Jahr
Auf das erste Etappenziel, der Abschluss der Straßenbauarbeiten, soll im Rahmen einer kleinen Feierstunde angestoßen werden. „Nach zwei Jahren Sperrung halte ich das für angebracht“, erklärt Staudt. Erst im April hatte der Bauausschuss der Stadt Hechingen den Baubeschluss gefasst, im Juni wurden die Arbeiten – immerhin rund 210 000 Euro teuer – an die Rangendinger Firma vergeben.
Die neue Straße wurde übrigens aus geologischen Gründen einige Meter nach Osten verlegt. Nach Einschätzung des Geologen ist die Rutschgefahr dort geringer. Die alte Straßenführung ist bereits kaum mehr zu erkennen. Der ehemals asphaltierte Bereich wurde renaturiert – und zwar mit dem Erdaushub der neuen Trasse. Das sei eine Vorgabe des Landratamtes gewesen.
Ortsvorsteherin Meta Staudt freut sich bereits auf die Veranstaltungen auf dem Boller Wasen im kommenden Jahr. Ob Mai- oder Vatertagshockete – unterhalb des Zellerhorns ist stets was geboten. Der Musikverein plane derzeit zudem an einer Überraschung. „Die Kulisse ist einfach toll.“ Das bestätigt Ingo Kolodzey: „Ich habe den schönsten Arbeitsplatz im ganzen Zollernalbkreis.“