Im Zuge der Regionalstadtbahn soll auch der Bahnhof Bisingen ausgebaut werden. Foto: Kauffmann

Die Regionalstadtbahn ist eines der größten Infrastrukturprojekte für den Zollernalbkreis. Bisingen liegt geografisch in der Mitte des Landkreises – welche baulichen Maßnahmen sind zu erwarten?

Hin und wieder blitzt die Regionalstadtbahn auch in Bisingen auf. Zum Beispiel, wenn es um die Erneuerung des Fußgängerstegs beim Bahnhof geht. In das gut 50 Jahre alte Bauwerk muss die Gemeinde Geld investieren, aber es sollte nicht zu viel sein, denn die Brücke soll mit dem Ausbau der Strecke Tübingen/Albstadt in Zukunft ohnehin überflüssig werden. Wir fassen das Thema Regionalstadtbahn mit Fragen und Antworten zusammen:

 

Was ist die Regionalstadtbahn?

Mit dem Begriff „Regionalstadtbahn“ wird der Ausbau der Bahnstrecke zwischen Tübingen und Albstadt bezeichnet. Dazu gehört der Bau zusätzlicher Bahnhöfe und die Elektrifizierung der Strecke, aber auch der Aus- und Umbau bestehender Bahnhöfe. Ziel ist, quantitativ mehr Züge auf der Strecke fahren zu lassen, um die Region besser an Tübingen/Stuttgart anzubinden.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Die Vorplanungen befinden sich in den letzten Zügen. Das Planfeststellungsverfahren, das aktuell noch nicht eröffnet ist, soll bis 2029 abgeschlossen sein. Dabei können sich auch die Bürger beteiligen. Ab 2030 sollen die Bauarbeiten beginnen und die Inbetriebnahme der Strecke Tübingen/Albstadt soll 2034 erfolgen. Das berichtet der Zweckverband Regionalstadtbahn Neckar-Alb (RSNA) auf Anfrage. Da die Arbeiten demnach in Tübingen beginnen und nach Süden ‚wandern‘, könnte Bisingen beim Ausbau recht spät an der Reihe sein.

Welche baulichen Maßnahmen sind auf der Gemarkung Bisingen zu erwarten?

Die Bahnlinie wird stellenweise ausgebaut. Im Bereich des Bisinger Bahnhofs gibt es bereits zwei Gleise, und dieser Abschnitt wird verlängert. In Richtung Zimmern um einen Kilometer und in Richtung Balingen um zwei Kilometer. Wie der RSNA auf Anfrage weiter mitteilt, sei die technische Machbarkeit geprüft und bestätigt. Demnach gehört zu den Maßnahmen unter anderem der Ausbau bestehender Brücken. Von den Maßnahmen betroffen wäre demnach auch die Bahnbrücke über die Hauptstraße.

Was genau soll am Bisinger Bahnhof umgebaut werden?

Der Umbau der Bahnstation beinhaltet laut bisheriger Planung den Bau einer barrierefreien Unterführung in der gleichen Lage, in der sich schon heute der Fußgängerüberweg befindet, berichtet der RSNA.

Die aktuellen Planungen sehen den Bau von Rampen vor. Die beiden bereits bestehenden Außenbahnsteige werden auf 220 Meter verlängert und als Kombibahnsteige mit 55 und 76 Zentimetern Höhe umgebaut, damit die Fahrgäste sowohl in die Züge der Regional-Stadtbahn als auch in den Regionalexpress barrierefrei ein- und aussteigen können.

Wo sollen in Bisingen weitere Bahnhöfe entstehen?

Ja, zwei. In Steinhofen (laut bisheriger Planung) direkt bei der Haldenstraße. Weil der Standort im zweigleisigen Bereich der Strecke liegt, sind zwei Außenbahnsteige geplant. Die Haltestelle Wessingen/Zimmern, die in Wessingen (laut bisheriger Planung) zwischen Dorfstraße und Tübinger Straße entstehen soll, liegt im eingleisigen Bereich, weshalb nur ein Bahnsteig vorgesehen ist.

Zur Standardausstattung der Bahnhöfe gehören im Bereich der Regionalstadtbahn: Rampen für barrierefreien Zugang zum Bahnsteig; erhöhte Bahnsteige für stufenloses Ein- und Aussteigen im gesamten Netz; Wetterschutzhäuschen mit Sitzbänken; Beschilderung mit Wegweisern; Fahrgastinformationssystem mit Anzeige der Ankunfts- und Abfahrtszeiten in Echtzeit; Leitsysteme für seh- und hörgeschädigte Personen.

Mit welchen Aufgaben muss sich der Gemeinderat in Zukunft befassen?

Um den Bau des Bahnsteigs muss sich die Gemeinde nicht kümmern, aber um alles, was im Umfeld entstehen soll oder könnte. Dazu gehörten zum Beispiel Abstell- und Lademöglichkeiten für Fahrräder und Parkplätze für Autos. Natürlich kommt beim Bisinger Bahnhof hinzu, dass der Fußgängersteg entsorgt werden muss.