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Batteriefertigung in Stuttgart Bei Daimler in Untertürkheim zeichnet sich Lösung ab

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Dieter Zetsche sieht Chancen für eine rasche Einigung zur Zukunft des Werks in Untertürkheim. Foto: dpa

Stuttgart - Nach einer Eskalation der Verhandlungen über die Zukunft des Motorenwerks in Untertürkheim ist der Daimler-Chef Dieter Zetsche zuversichtlich, dass es nun bald zu einer Einigung kommt. „Ich erwarte bei den Verhandlungen über die Zukunft von Untertürkheim keine Verstärkung von Differenzen, sondern im Gegenteil ein einvernehmliches Zukunftsbild“, sagte Zetsche am Dienstag vor Journalisten in Zürich. „Ich teile die Meinung des Untertürkheimer Betriebsratsvorsitzenden Wolfgang Nieke, dass wir uns auf einem Lösungspfad befinden und uns demnächst einig sind.“

Informationen auf Betriebsversammlung

Nach einem Gespräch zwischen dem Betriebsrat und der Werkleitung hatte Nieke erklärt, „wir bewegen uns im Lösungskorridor“. Die seit Wochen andauernden Verhandlungen zwischen beiden Parteien über die Weiterentwicklung des Standorts Untertürkheim seien „sehr intensiv“ und wurden nach Informationen unserer Zeitung auch am Dienstag weitergeführt. Dabei geht es insbesondere um Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb und die Frage, wo die dafür nötigen Batterien produziert werden sollen. Zu Einzelheiten der Gespräch wollten sich weder das Unternehmen noch der Betriebsrat äußern. Der Betriebsrat will die Mitarbeiter in Untertürkheim am Donnerstagvormittag im Rahmen einer Betriebsversammlung über den aktuellen Stand der Verhandlungen informieren.

In Untertürkheim sind 19 000 Männer und Frauen beschäftig. Viele Jobs hängen dort von Autos mit Verbrennungsmotor ab. Die Beschäftigten sorgen sich, dass ihnen die Arbeit ausgeht, wenn die Menschen in einigen Jahren keine Autos mehr mit Benzin- oder Dieselantrieb kaufen. Die Betriebsräte fordern daher, dass in Untertürkheim die Entwicklung und Produktion von Teilen des elektrifizierten Antriebsstrangs angesiedelt wird. Zudem fordern sie den Aufbau einer tarifgebundenen Batteriemontage. Doch Daimler hat bereits eine Batteriefabrik im sächsischen Kamenz und hat dort vor kurzem den Grundstein für eine weitere Fabrik gelegt. Zudem plant der Konzern, künftig auch Batterien in China zu produzieren.

Wirtschaftsredakteurin Anne Guhlich erklärt im Video, warum der Wandel hin zu E-Autos die Produktion bei Daimler umkrempelt:

Argumente für lokale Batterieproduktion

Obwohl die Standortkosten in Sachsen geringer seien, gebe es auch Argumente, die für die Ansiedlung einer Batteriemontage in Untertürkheim sprechen, sagte Zetsche. „Unabhängig davon, wie die Vereinbarung am Ende aussehen wird, gilt es bei der Herstellung von Batterien nicht nur die Standortkosten zu berücksichtigen“, so Zetsche. „Wir müssen Standortkosten und Logistikkosten abwägen.“ Die Batterien für die Elektro-Fahrzeuge sind sehr schwer, sodass sich kurze Wege auszahlen. „Wir werden also gewiss keine Batterien für Sindelfingen in China bauen“, sagte Zetsche. Wie ein Sprecher von Daimler ergänzend erklärte, werde der Bau von Elektrofahrzeugen und deren Komponenten – zu denen auch Batterien gehören – auf vier Kontinenten geprüft. Afrika werde dabei nicht berücksichtigt. Der Bau der Batteriefabrik in China sei unabhängig von der Weiterentwicklung des Werkes Untertürkheim. In Peking investiert Daimler mit dem chinesischen Partner BAIC Motor 655 Millionen Euro in eine E-Auto-Fabrik. Dabei fließe ein dreistelliger Millionenbetrag in die Batteriefertigung, sagte der Sprecher.

Weniger Beschäftigte nötig

Doch selbst wenn es den Untertürkheimer Betriebsräten gelingt, die Komponenten ins Neckartal zu holen, sind die Sorgen um die künftige Beschäftigungsbilanz am Standort nicht vom Tisch, denn die Technologien erfordern keinen großen Personaleinsatz. So bestehen Elektromotoren beispielsweise aus wesentlich weniger Komponenten als Benzinmotoren. Deshalb geht Konzernchef Zetsche weiterhin davon aus, dass sich die Anzahl der Jobs am Standort Untertürkheim reduzieren wird: „Ich habe mich diesbezüglich nie anders geäußert“, sagte der Daimler-Vorstandsvorsitzende. „Ich sehe unsere Verantwortung darin, für alle Mitarbeiter, die bei uns tätig sind, Jobsicherheit zu bieten. Dafür kämpfen wir, und ich bin auch sehr zuversichtlich, dass wir das gewährleisten können.“ Zetsche fügte allerdings auch an, das heiße nicht, „dass wir zwingend die Zahl der Stellen in Untertürkheim auf Dauer halten können“.

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