Zu „Art und Hobby“ in Tailfingen kommen Kunden sogar aus Stuttgart. Hier gibt es nicht nur Inspiration fürs nächste Projekt, sondern eine Vielzahl an Materialien in hoher Qualität.
Es sind nur drei Buchstaben. Aber sie sind schon seit Jahren in aller Munde: DIY. Sie stehen als Abkürzung für den englischen Begriff „do it yourself“, was übersetzt so viel heißt wie: „Mach es selbst.“ Das gab es auch früher schon, damals wurde diese Bezeichnung allerdings noch nicht verwendet. Denn auch ältere Generationen haben bisweilen gebastelt. Mal mehr, mal weniger. Und wenn es nur deshalb war, weil man beim Elterntag im Kindergarten den Kampf mit dem Klebstoff aufnehmen musste, der irgendwie überall landete, nur nicht auf dem bunten Karton. Das Makramee-Fieber gab es vor rund 40 Jahren ebenfalls schon mal, als Frauen mit unterschiedlichsten Knoten wunderbare Blumenampeln herstellten. Momentan haben es die jungen Frauen wiederentdeckt.
Gefühlt wurde in den vergangenen zehn Jahren so viel gebastelt wie nie zuvor. Schließlich kann sich inzwischen jeder über Videos auf Internetplattformen Anregungen holen und Anleitungen ansehen. Das reicht bis hin zum Upcycling von Möbeln und ganzen Wohnwägen. Social Media hat zum Trend eine Menge beigetragen. Doch wo bekommt man kleine, bunte Perlen, luftige Federn oder täuschend echt wirkende Kunstpflanzen her? In Tailfingen gibt es für alle Bastelwütigen und Upcycler ein spezielles Geschäft, das schon seit über 30 Jahren die Kunden mit Materialnachschub und Ideen versorgt.
Mekka aller Kreativen
Einst von Elisabeth Klenk in der Adlerstraße eröffnet, ist „Art und Hobby“ bis heute das Mekka aller Kreativen. Auch wenn die Inhaberin gesundheitshalber nicht mehr selbst hinter dem Tresen steht, so findet man hier immer noch einen hervorragend sortierten Bastelladen. „Das war immer das Steckenpferd von Chefin Klenk“, weiß Monika Kromer, die ihren Kunden mit Rat und Tat zur Seite steht. Kann sie sagen, was aktuell besonders angesagt ist? „Früher gab es jahrelang die gleichen Trends, ob Seidenmalerei oder Serviettentechnik. Heute ist das viel schnelllebiger“, erläutert die Fachverkäuferin.
Im Tailfinger Geschäft kann man eher eine saisonale Nachfrage erkennen. Momentan werden Schaufenster und Ausstellungsfläche von einer weiteren Fachkraft umdekoriert. Weihnachten und Winter werden erst einmal verabschiedet. Jetzt ziehen wieder bunte Farben ein, denn der Frühling naht.
Und mit ihm die Feste Ostern, Konfirmation und Kommunion. Wie gut, dass immer zwei Tische im großen Verkaufsraum entsprechend eingedeckt und dekoriert sind. So können die Kunden sich gleich Inspiration holen, wie man die Festtafel herrichten kann. Immer gefragt sind auch Karten: Einladungskarten, Menükarten, Tischkarten. Hierzu gibt es schon seit Jahren ganze Ordner mit Musterbeispielen und in den Regalen liegt das Bastelmaterial bereit.
Ein Meer von Inspirationen
Kunstblumen, verzierte Eier und Kerzen machen Lust auf frühlingshafte Dekorationen. „Was Frauen gerade sehr gerne machen, ist das Ausgießen von Formen mit Gips“, weiß Monika Kromer. Manche kommen auch ganz gezielt nach Tailfingen, weil man hier Künstlerbedarf wie Öl- und Aquarellfarben führt. Und dann sind es vor allem Frauen älteren Semesters, die als Stammkundinnen Wollenachschub kaufen. Sockenwolle, aber auch andere, zum Beispiel für Schals. Auch in diesem Bereich liegen Muster aus, damit die Kundinnen schauen können, welche Wirkung das Verlaufsgarn im gestrickten oder gehäkelten Cape hat.
Die kleinsten Bastler formen Dinge aus „Fimo“, einer Masse, die im Backofen eingebrannt wird, so Kromer. Manche Kunden lassen sich zeigen, welche Schmuckstücke sie aus den vielen Perlen anfertigen können. Für die gedeckte Tafel lockt eine Vielzahl an Serviettenmotiven. Filz, Styropor, Seifenzubehör, Nähutensilien und Wachsplatten gibt es in allerlei Formen, Farben und Größen – und vor allem in guter Qualität. Darauf legt Monika Kromer großen Wert. Sie berät die Kunden fachkundig, zeigt auch mal, wie es geht, oder hilft bei Problemen. Allein die ausgestellten Beispiele geben reichlich Inspiration für das nächste DIY-Projekt.