Die Würfel sind für die Panthers gefallen. Foto: Morat

Basketball: 68:69-Krimi gegen FC Bayern München II. Heimrecht im Achtelfinale verloren. Mit Video

Die Würfel in der Hauptrunde der ProB Süd sind gefallen. Vor 1100 Zuschauern verloren die wiha Panthers Schwenningen ihr Heimspiel gegen den FC Bayern München II nach einem Krimi daheim mit 68:69. Damit treffen die Neckarstädter als Sechster im Play-off-Achtelfinale auf den Nord-Dritten SC Rist Wedel.

Die weiteste Ausfährtsfahrt

Das Achtelfinale im Modus "Best of 3" beginnt für die Panthers am Samstag (19 Uhr) in der Steinberghalle des SC Rist Wedel. Das zweite Duell findet am Samstag, 9. März, in Schwenningen statt. Damit haben die Neckarstädter die weiteste Anreise (796 Kilometer einfach) aller möglichen Optionen vor sich. Es ist fast unglaublich, wie sich die Ausgangslage der Panthers am letzten Hauptrundenspieltag für das Achtelfinale verschlechtert hat. Es fehlte am Samstag gegen den FC Bayern München II für den Aufsteiger in einer sportlich dramatischen Partie nicht viel, um zu gewinnen. Doch anstatt auf dem angepeilten zweiten Platz landeten die Schwenninger nur auf Rang sechs und müssen sich nun mit einem in dieser Saison daheim noch ungeschlagenen Team aus Wedel auseinandersetzen. "Die Karten werden neu gemischt", zeigt sich Panthers-Coach Alen Velcic jedoch kämpferisch.

Hier gibt es unser Video:

Diese letzte Sekunde

Um 21.44 Uhr am Samstag waren noch 14 Sekunden zu spielen, als Kosta Karamatskos sein Team mit einem Zweierwurf mit 67:67 in Front brachte. Kurz zuvor hatte der Panthers-Kapitän in der letzten Auszeit der Panthers noch die Ansprache geführt – Coach Alen Velcic saß zu diesem Zeitpunkt auf der Tribüne, weil er kurz vor dem Spieleende sein zweites technisches Foul erhalten hatte. Die Gastgeber führten also mit 68:67, doch im Gegenzug vollendete Münchens starker Jaco Knauf einen Rebound zum 69:68 in den Korb der Panthers. Nur noch eine Sekunde war dann auf der Uhr, als Rasheed Moore zu einem Zweier-Wurf ansetzte, aber gefoult wurde. Viele in der Halle verlangten zwei Freiwürfe – die Unparteiischen gaben sie nicht. Wenig später jubelte das junge Team des FC Bayern nicht nur über den Sieg, sondern auch über das Heimrecht in den Play-offs.

Chancen nicht genutzt

Die Panthers hatten zwar am Ende mit den nicht gegegebenen Freiwürfen für Rasheed Moore sehr viel Pech, doch sie mussten sich auch eingestehen, ihre Chancen zuvor zum Sieg nicht genutzt zu haben. Ein leistungsmäßiges Auf und Ab hatte das Spiel der Schwenninger in diesen 40 Minuten geprägt.

Nach einem misslungenen ersten Viertel (10:21) wendeten Kosta Karamatskos und Co. das Blatt zur 38:33-Halbzeitführung. Ganz starke letzte drei Minuten im dritten Viertel ließen die Panthers vor dem letzten Abschnitt mit 56:53 führen. Doch am Ende konnten sie den Sack nicht zum Sieg zumachen. "Wir haben es in den Phasen, als wir führten, versäumt, uns vorentscheidend abzusetzen. Die Chancen waren da", zeigte sich Panthers-Spieler Bill Borekambi selbstkrtisch.

Panthers: Sergey Tsvetkov (8 Punkte/15:08 Minuten Einsatzzeit), Mo Braimoh (0/0), Anell Alexis (7/16:39), Bill Borekambi (18/35:40), Kosta Karamatskos (3/20:45), Rasheed Moore (11/37:30), Leon Friederici (8/20:47), Darius Pakamanis (8/19:17), Hannes Osterwalder (3/7:28), Seid Hajric (2/7:30), Boyko Pangarov (0/0).

FC Bayern II, beste Scorer: Jaco Knauf (17), Erol Ersek (13), Nelson Weidemann (9). Rebounds: 26:35.

Fouls: 25:22.

Turnovers: 14:25.

Steals: 15:8.

Freiwurf-Quote: 74:59 Prozent.

Dreier-Quote: 23:32 Prozent.

Stimmen

Alen Velcic, Panthers-Trainer:

"Einige Minuten lang nach dem Schlusszeichen war ich stinksauer, denn letztendlich haben die Schiedsrichter die Partie entschieden. Nun ist aber dieser Frust schon wieder weg, denn ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat im Vergleich zu unseren vergangenen drei Spielen eine klare Leistungssteigerung gezeigt. Natürlich hätten wir gerne das Heimrecht im Achtelfinale gehabt, aber wir nehmen es, wie es nun ist."

Demond Greene, Trainer des FC Bayern München II:

"Wir wollten die in Eins-gegen-Eins-Situationen starken Panthers unbedingt aus unserer Zone heraushalten. Erst in der zweiten Halbzeit ist uns dies gelungen. Dieses sehr intensive Spiel war für uns der perfekte Härtetest für die Play-offs. Die Stimmung war hier großartig."

Bill Borekambi, Panthers-Spieler:

"Wir haben es versäumt, in unseren guten Phasen des Spiels den Sack zuzumachen. Die Play-offs werden nun für alle Teams eine ganz andere, sehr intensive Veranstaltung."

Kosta Karamatskos, Panthers-Kapitän:

"Es war am Schluss ein klares Foul an Rasheed. Aber wir haben leider auch den Start verschlafen. Wir hatten unsere Siegchancen."

Korb-Geflüster

Sogar Minitabelle notwendig

Verrückter ging es am Samstagabend in der ProB Süd nicht mehr. Mit den Panthers (24), dem FC Bayern München II und den Baskets aus Elchingen waren gleich drei Teams punktgleich. Also musste eine Mini-Tabelle zwischen den drei Mannschaften entscheiden. Kurios dabei war, dass der FC Bayern II München – vor dem letzten Hauptrundenspieltag nur Sechster – noch Vierter wurde und somit in den Genuss des Heimrechts für das Play-off-Achtelfinale kam. Elchingen erreichte Rang fünf. Die Panthers mussten – nachdem sie so lange auf Platz zwei gestanden waren – mit dem sechsten Platz vorlieb nehmen.

Termine sind bereits fix

Die Achtelfinal-Paarungen im Modus "Best of 3" sind bereits für das erste Wochenende terminlich fix. Die Paarungen: Samstag, 2. März, 17 Uhr: FC Bayern München II – Iserlohn Kangaroos; 19 Uhr: Lok Bernau – Orange Acadamy Ulm, und SC Rist Wedel – Panthers; 19.30 Uhr: Baskets Münster – Löwen Erfurt. Sonntag, 3. März, 18 Uhr: FRAPORT Skyliners – VfL Bochum, Baskets Juniors Oldenburg – Baskets Elchingen und Gießen – Itzehoe Eagles.

Starke Präsentation

Nach dem Spielende am Samstag in der Deutenberghalle konnten die Schwenninger Fans auf einer Leinwand exakt verfolgen, wie sich das Achtelfinal-Spieltableau immer mehr mit Namen füllte. Alle Spiele waren ja nicht gleichzeitig beendet. Die möglichen Gegner der Panthers bewegten sich zunächst zwischen Oldenburg und Iserlohn. Dann schob sich aber noch der SC Rist Wedel auf den dritten Platz der Nord-Gruppe vor. Sehr intensiv verfolgte natürlich auch Coach Alen Velcic das Geschehen auf der Leinwand. Er hob – trotz der längstmöglichen Auswärtsfahrt nach Wedel – dann den positiven Aspekt hervor, "dass wir auf linken Tableau-Seite stehen". Der Trainer hatte gleich eine Vision: "Im Viertelfinale können wir auf Gießen treffen, im Halbfinale vielleicht noch einmal auf den FC Bayern und im Finale haben wir es dann wieder mit Leverkusen zu tun", konnte Alen Velcic nach dem vorangegangenen Stress im Spiel gegen den FC Bayern schon wieder schmunzeln.

Abu Abaker kennt Wedel

In der Saison 2015/16 trug Panthers-Spieler Abu Abaker das Trikot des SC Rist Wedel. Der gebürtige Hamburger hat zum Nord-Klub immer noch einen ganz guten Draht. Er freut sich riesig auf seine "Heimkehr". Wedel hat daheim in der Hauptrunde kein Spiel verloren. Trainer ist der Spanier Felix Banobre.

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