Der neue Panthers-Shooting-Guard Sean Xavier Lloyd (am Ball) hat seine Sprunggelenksverletzung auskuriert und möchte in Chemnitz wieder oft erfolgreich zum gegnerischen Korb hochsteigen. Foto: Michael Kienzler

Basketball: Velcic-Team gastiert am Mittwoch in Pro A bei den NINERS Chemnitz. 

Nächstes Spiel – das nächste Top-Team der ProA zum Gegner. Die wiha Panthers Schwenningen gastieren am Mittwoch (19.30 Uhr) bei den NINERS Chemnitz. "Für uns ist das eigentlich das leichteste Spiel der Jahres", blickt Schwenningens Coach Alen Velcic voraus.

 In der Außenseiterrolle

Seine Aussage ist verständlich, denn die Panthers können als Außenseiter in der Chemnitzer Messehalle nur gewinnen. Die Sachsen sind nicht nur in diesem Spiel Favorit, sondern auch ein großer Anwärter auf den Titelgewinn in der ProA. Nach zwei knapp verpassten Aufstiegen in die Bundesliga will es Trainer Rodrigo Pastore mit seinem stark besetzten Kader im kommenden Frühjahr endlich packen.

Leichte Zuversicht

Die Panthers reisten am Dienstag nach Chemnitz und werden bis zum Spiel zwei Mal vor Ort trainieren. Sie treten mit der positiven Erfahrung an, am Samstag gegen Jena, einem weiteren Top-Team der Liga, bewiesen zu haben, dass sie auch mit den Großen der Konkurrenz mithalten können. "Wir müssen aber von Beginn an gegen Chemnitz mental hundertprozentig bereit sein. Uns erwartet eine ähnlich schwere Aufgabe, die aber nicht unlösbar ist", sieht Panthers-Coach Alen Velcic schon gewisse spielerische Unterschiede zwischen den beiden Spitzenmannschaften Jena und Chemnitz. Die Neckarstädter werden personell besser aufgestellt sein als am Samstag.

Größere Rotation möglich

Die gegen Jena fehlenden Bill Borekambi und Sean Lloyd stehen wieder zur Verfügung. Alen Velcic könnte somit in der Chemnitzer Messehalle vor erwartet über 2000 Zuschauern eine größere personelle Rotation anwerfen, als wie gegen Jena. Das erste Ziel lautet für die Panthers, die Partie gegen die Sachsen so lange als möglich offen zu halten. Kraftakte wie den in der zweiten Halbzeit am Samstag lassen sich nicht beliebig wiederholen.

Die NINERS Chemnitz weisen mit drei Millionen Euro Saisonetat die Höchstmarke aller 17 ProA-Ligisten auf. Das Team ist individuell sehr stark besetzt. Point-Guard Malte Ziegenhagen wurde in der vergangenen Saison zum besten Spieler der Liga gewählt. Die Rückkehr von Chris Carter, der in der Vorsaison mit Erstligist Vechta stark aufspielte, gilt aus Chemnitzer Sicht als großer Coup. Verstärkt hat sich Chemnitz auch mit dem erstligaerfahrenen Luis Figge aus Braunschweig und mit Terell Harris, der aus Rostock kam. Der 21-jährige Power-Forward Jan Niklas Wimberg (aus Bremerhaven) soll sich in Chemnitz zu einem Leistungsträger entwickeln.

Rückschlag in Trier

Am Sonntag kassierten die NINERS – überraschend – in Trier (92:97) ihre erste Saisonniederlage. Danach ging Coach Rodrigo Pastore sehr kritisch mit seiner Mannschaft um. "Das war eine Lektion, aus der wir einfach lernen müssen. Wir haben offensiv keine gute Leistung gezeigt und in der Defense die Intensität gegen Trier vermissen lassen." Der spanische Coach sieht eine schwere Aufgabe für sein Team gegen die Panthers. "Schwenningen hat eine athletisch starke Mannschaft, die wir in keinster Weise unterschätzen dürfen." Der Einsatz von Niklas Wimberg ist noch offen.

Der Gegner

NINERS Chemnitz

Enstanden ist der Verein 1999 als "BV Chemnitz 99" durch die Fusion der Klubs "BG Chemnitz" und "Lok Chamnitz". Drei Jahre später wurden die Basketball-Herren ausgegliedert und erhielten den Namen NINERS. Sie spielten seit der Saison 2002/03 in der 2. Bundesliga Süd. Als Fünfter nach der Saison 2005/06 qualifizierten sich die Chemnitzer für die neue eingleisige ProA. 2008 erfolgte sportlich aber der Abstieg in die ProB, der aber nicht vollzogen wurde, da die Dragons Rhöndorf ihrerseits die Lizenz zurückgaben und sich in die ProB zurückzogen.

Im Spieljahr 2010/11 erzielten die "NINERS" ihr bestes Saisonergebnis mit Platz drei und verpassten damit nur knapp den Aufstieg in die Bundesliga. Ein Jahr später scheiterten die Ostdeutschen im Playoff-Viertelfinale an Düsseldorf. Bemerkenswert war 2013, dass ein anonymer Sponsor eine Million Euro zur Verfügung stellte und damit die "NINERS Academy" – ein großes Nachwuchszentrum – gegründet worden konnte. Der heutige Coach Rodrigo Pastore übernahm Ende Mai 2015 in Chemnitz. Im April 2017 scheiterten die NINERS knapp im Playoff-Halbfinale an Gotha und verpassten hauchdünn den Aufstieg ins Oberhaus. Exakt das gleiche wiederfuhr den Chemnitzern in diesem Frühjahr, als sie sich Hamburg in einer langen Playoff-Halbfinalserie knapp geschlagen geben mussten.

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