Noa Essengue wird künftig für die Chigaco Bulls in der NBA auflaufen. Im Oktober 2023 schenkte er den Black Forest Panthers satte 33 Punkte auf.
25. Juni 2025. Noa Essengue sitzt im Barclays Center in Brooklyn und wartet darauf, dass sein Name beim diesjährigen NBA-Draft, bei dem die größten Talente von Teams der besten Basketball-Liga der Welt ausgewählt werden, ausgerufen wird. An zwölfter Stelle – also noch innerhalb der sogenannten „Lottery“ für die vielversprechendsten Spieler – ist es so weit: Die Chicago Bulls, die legendäre Franchise von Michael Jordan und Co., sichert sich die Dienste des 18-jährigen Franzosen.
Knappe Pleite gegen Ulm
22. Oktober 2023. Die Black Forest Panthers müssen in der ProB eine bittere 102:105-Niederlage gegen die Orange Academy, das Nachwuchsteam des Bundesligisten ratiopharm Ulm, hinnehmen. Das Team des damaligen Headcoaches Marti Zamora lieferte eigentlich eine gute Leistung ab, zog am Ende aber knapp den Kürzeren. Hauptgrund dafür: Ein junger Franzose spielte an diesem Tag in der Deutenberghalle ganz groß auf. Noa Essengue schenkte den Panthers satte 33 Punkte ein und avancierte zum Matchwinner für die Ulmer.
Chris Okolie erinnert sich
Christian Okolie ist der einzige aktuelle Panthers-Akteur, der damals schon auf dem Parkett stand. Der Center erinnert sich natürlich nicht so gerne an jenen Tag im Oktober 2023: „Das war eine bittere Niederlage!“ Der damals 16-jährige Essengue machte einen Großteil seiner 33 Punkte im direkten Matchup mit Okolie. Der Schwenninger erinnert sich auch noch ganz genau daran, wie das zustande kam: „Unser Gameplan war, ihm an der Dreierlinie Platz zu lassen, weil er damals im bisherigen Saisonverlauf ein sehr schlechter Werfer war. Aber dann hat er uns plötzlich einen Dreier nach dem anderen reingeknallt.“
Damals schon absehbar
Heutzutage kann der 25-Jährige darüber lachen – und weiß es zu schätzen, gegen einen künftigen NBA-Spieler gespielt zu haben. „Solche Duelle willst du ja unbedingt als Sportler“, erklärt Okolie. Doch war damals schon absehbar, wie hoch hinaus es zwei Jahre später für Noa Essengue gehen könnte? „Auf jeden Fall“, findet Okolie. „Seine Athletik und Physis damals in dem Alter war schon irre. Er ist immer wieder zum Korb gezogen und hat seine Schnelligkeit ausgenutzt. Wenn ein Spieler bei einem Team wie Ulm in so jungen Jahren schon so gut spielt, dann ist einem schon klar, dass er ein besonderes Talent ist.“
27 Punkte und ein gebrochener Daumen
Zwei Anekdoten hat Chris Okolie von dem damaligen Duell noch parat. Erstens: Er konterte Essengues Karrierebestwert mit seiner eigenen Scoring-Explosion und erzielte 27 Punkte. Und zweitens: „Bei einem Steal kurz vor Schluss habe ich ihm sogar den Daumen gebrochen“, erinnert sich der 25-Jährige an einen Zweikampf mit dem Franzosen. „Er hat aber danach weitergespielt und seinem Team zum Sieg verholfen.“ Eine Einstellung, die Noa Essengue nun in der NBA – in den Fußstapfen von Bulls-Legenden wie Michael Jordan – versuchen wird, an den Tag zu legen.